Mein Freund, der Delfin 2

Dolphin Tale 2 (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Familie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Mein Freund, der Delfin 2 Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Einige Jahre sind vergangen, seit der junge Sawyer Nelson (Gamble) und das sehr bemühte Team im Clearwater Marine Hospital unter Leitung von Dr. Clay Haskett (Connick, Jr.) Winter gerettet haben. Das gelang damals nur, weil Dr. Cameron McCarthy (Freeman) für den verletzten Delfin eine neuartige Schwanzprothese entwickelte. Doch der Kampf ist noch nicht gewonnen. Winters Ersatzmutter, das schon sehr betagte Delfinweibchen Panama, stirbt – und damit die einzige Gefährtin, die Winter je hatte. Das ist in mehr als einer Hinsicht ein Problem, denn die Landwirtschaftsbehörde schreibt vor, dass Delfine aufgrund ihres Sozialverhaltens immer zusammen mit Artgenossen gehalten werden müssen. Falls das Clearwater-Team also nicht schnellstens einen Gefährten für Winter findet, wird sie in ein anderes Aquarium verlegt.

Morgan Freeman, Ashley Judd und Nathan Gamble | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Mein Freund, der Delfin 2

Blu-ray
Mein Freund, der Delfin 2 Mein Freund, der Delfin 2
Blu-ray Start:
19.05.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 107 min.
DVD
Mein Freund, der Delfin 2 Mein Freund, der Delfin 2
DVD Start:
19.02.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 103 min.

Filmkritik Mein Freund, der Delfin 2

Filmwertung: | 5/10


Mein Freund, der Delfin war vor drei Jahren ein großer Erfolg – und zwar völlig zu Recht. Denn der Film erzählte die anrührende Geschichte des weiblichen Delfins „Winter“ ohne dabei zu sehr in Klischees abzudriften. Deshalb gewannen sowohl der Film als auch Winter die Herzen der Zuschauer auf der gesamten Welt. Der zweite Teil beruht ebenfalls auf der Lebensgeschichte des Delfins ohne Schwanzflosse. Die Qualität des ersten Teils erreicht Mein Freund, der Delfin 2 allerdings zu keiner Zeit.

Winter lebt noch immer im Clearwater Marine Hospital und fühlt sich dort wohl. Mittlerweile ist der Komplex von großen Menschenmassen besucht, wovon der Großteil Winter sehen möchte. Als deren Gefährtin Panama an Altersschwäche stirbt, wird Winter depressiv. Als sie auch noch ihren besten menschlichen Freund Sawyer (Nathan Gamble) angreift und diesen verletzt, sieht sich Dr. Clay Haskett (Harry Connick Jr.) gezwungen, Winter zu isolieren, weil sie eine Gefahr für alle anderen Lebewesen ist. Doch Sawyer und dessen Freundin Hazel (Cozi Zuehlsdorff), die Clays Tochter ist, versuchen Winter wieder aufzubauen. Denn es ist gegen die Vorschriften, dass ein Delfin isoliert wird, da die Tiere sehr gesellig sind und einen Gefährten brauchen.

Die Geschichte ist um mehrere Klassen schwächer, als im starken ersten Teil. Der Film ist sehr merkwürdig zusammengeschnitten. Die menschlichen Emotionen wirken in vielen Fällen deplatziert. Es wird andauernd und zu unpassenden Zeitpunkten geklatscht, gejubelt und mitgefiebert, obwohl das Ergebnis der Szene deutlich vorherzusehen ist. Dazu wird vorausgesetzt, dass man den ersten Teil gesehen hat. Das haben wahrscheinlich auch die meisten der Zuschauer gemacht. Allerdings wirken die Charaktere selbst mit diesem Vorwissen erstaunlich farblos und wie Schablonen. Dazu sind viele Handlungen nicht nachvollziehbar. Warum Clay Winter so lange isoliert, bleibt ebenso ein Geheimnis, wie das Verhalten des Pelikans Rufus. Die Tiefe und die gelungene Charakterdarstellung des ersten Teils erreicht der Nachfolger deshalb zu keiner Zeit. Interessante Nebencharaktere aus dem ersten Teil treten zwar in Erscheinung, sind allerdings nur schmückendes Beiwerk. Als wäre all das noch nicht genug, sind die Dialoge an einigen Stellen unerträglich hölzern und hohl. Die vielen Drehbuchschwächen sind also unverkennbar. Schade, dass sich das Studio nicht die Zeit genommen hat, das Skript zu überarbeiten. Hier wäre es dringend notwendig gewesen. So werden viele Zuschauer relativ ernüchtert den Kinosaal verlassen. Immerhin ist die Botschaft weiterhin gut und wichtig: behinderte Menschen und Tiere sind wertvoll und jeder hat seine eigene Seele. Wäre diese Grundidee nur besser umgesetzt worden.

Auch die Kameraführung reicht nicht an die Qualität der herrlichen Aufnahmen von Teil eins heran. Dafür sind die Locations wieder schön und angenehm mitanzusehen. Die Musikuntermalung ist solide, ohne zu überragen. Der Humor kann hingegen nicht überzeugen, was an den bereits weiter oben erwähnten, schlechten Dialogen liegt. Der Cast ist derselbe, wie im ersten Teil. Nathan Gamble (Der Nebel, The Dark Knight, Marley & Ich) und Cozi Zuehlsdorff spielen die mittlerweile im Teenie-Alter angekommenen menschlichen Hauptdarsteller gut. In Nebenrollen können Ashley Judd (Die Bestimmung – Divergent, Heat, De-Lovely), Morgan Freeman (Million Dollar Baby, Das Beste kommt zum Schluss, Invictus, Miss Daisy und ihr Chauffeur) für kleinere Glanzlichter sorgen, auch wenn Freeman viele nervige Sprüche aufsagt. Harry Connick, Jr. und vor allem Kris Kristofferson (Blade Trilogie, Cold Blood, The Jacket) haben wenig Raum, um eine gute Leistung zu zeigen.

Verwunderlich ist das, weil Regisseur Charles Martin Smith den ersten Teil so gut umgesetzt hat und sich bei Teil zwei auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte. Deshalb ist dieser doch erhebliche Leistungsabfall nicht zu erklären.

Relativ enttäuschender zweiter Teil, der zu keiner Zeit die Qualität des starken Vorgängers erreicht und den Zuschauer ernüchtert zurücklässt.

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Bilder © Warner Bros.