Maps to the Stars

Maps to the Stars (2014), Kanada / Deutschland
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: MFA

Maps to the Stars Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Familie Weiss ist mittendrin im ganz normalen Hollywood-Wahnsinn: Kinderstar Benji (Evan Bird) kann mit seinen dreizehn Jahren schon auf eine Drogenkarriere zurückblicken. Tochter Agatha (Mia Wasikowska) hat vor Jahren das Haus der Familie in Brand gesteckt. Frisch aus der Psychiatrie entlassen, stürzt sie sich in eine Affäre mit dem Chauffeur Jerome (Robert Pattinson) und sucht Benjis Nähe, sehr zum Missfallen ihres Vaters Sanford (John Cusack). Dieser behandelt als erfolgreicher Guru die alternde Schauspielerin Havanna (Julianne Moore), die vom Geist ihrer Mutter verfolgt wird, seit sie in einem Remake unbedingt die Rolle spielen will, die ihre Mutter einst berühmt machte.

Mia Wasikowska, Robert Pattinson und Julianne Moore | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Maps to the Stars

Blu-ray
Maps to the Stars Maps to the Stars
Blu-ray Start:
03.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Maps to the Stars Maps to the Stars
DVD Start:
03.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Maps to the Stars

Filmwertung: | 6/10


Amerika – ein Land der Tausend Möglichkeiten, das seine Stars in den Karrierehimmel lobt. Aber leider auch das Land, in dem jährlich Darsteller an dem Starrummel zerbrechen. Regisseur David Cronenberg („Cosmopolis“) widmet sich mit seinem Werk „Maps to The Stars“ dem Wahnsinn Hollywoods, der ganze Familien zerstören kann.

Im Mittelpunkt des Films steht Familie Weiß, die stellvertretend für die gefallenen Schauspieler der Zeit stehen. Mutter Christina (Olivia Williams) versucht mit allen Mitteln die Karriere ihres Sohnes Benjii (Evan Bird) voranzutreiben, der als Kinderstar an den Ansprüchen der Filmemacher zu scheitern droht. Bereits seine Schwester Agatha (Mia Wasikowska), die nach einem traumatischen Zwischenfall von der Familie totgeschwiegen wird, hat Mühe sich selbst zu finden. Zur gleichen Zeit versucht sich die alternde Schauspielerin Havana (Julianne Moore) bei den Filmgesellschaften in Erinnerung zu rufen, während ein talentierter Chauffeur (Robert Pattinson) darauf hofft, eines Tages eine offene Tür zur Traumfabrik zu finden.
Mit unverschöntem Realismus begleitet Cronenberg die Familienmitglieder auf ihren Weg in den Abgrund. Mit bissigem Sarkasmus und bitterbösem Zynismus entlarvt er den Wahnsinn des Filmgeschäfts, der vor der Privatsphäre der Schauspieler nicht Halt macht. Vorbei ist es mit dem Glanz der Traumfabrik, die das Image ihrer Stars aufpoliert und zur Schau trägt. Im stetigen Kampf um Ansehen und Profit verlieren sich die emporgehobenen Talente selbst. Zum Leben erwachte Neurosen verschleiern den Blick und entwerfen eine eigene Realität, die Cronenberg in seinem Film überspitzt darstellt. Basierend auf dem provokanten Drehbuch von Bruce Wagner wird dem Zuschauer wahrlich keine seichte Kost geboten. Der Verfall der Menschheit, die stets dem Glück des Erfolgs nachjagt und sich dabei den Hals spricht, wird beispielhaft in Szene gesetzt. Der Zuschauer folgt mit einem perfiden Interesse der Handlung, die bis ins Mark erschüttert. Amerika, das Land der Hoffnungen und Träume wird zu einem Albtraum, der seine Opfer fordert.
Der junge Evan Bird („The Killing“) spielt überzeugend den tragischen Kinderstar, der zum Paradebeispiel von Hollywoods Vorzeigejugend wird, die dem Erfolgsdruck durch Drogen zu entfliehen versucht. Als Gegenpart beweist Julianne Moore („Non Stop“) Mut zur Hässlichkeit, wenn sie sich dem Zuschauer ohne Scheu als alternde Diva präsentiert, die für den Erfolg alle Grenzen überschreitet. Im Zusammenspiel mit Mia Wasikowska („Alice im Wunderland“) als schizophrene und verstoßene Tochter, die gegen das System rebelliert, wird die Traumfabrik durch eindrucksvolle Figuren demontiert.
Der gespenstische Blick des Regisseurs ist zwischenzeitlich verzerrt, doch trifft er mit seiner deutlichen Satire den Punkt. Wenn die Reichen und Schönen von ihrer eigenen Vergangenheit heimgesucht, von Liebeskummer gequält oder von Geistern verfolgt werden, entstehen abstruse Situationen, die den einen oder anderen Gag bereit halten. Die Mischung aus Thriller, Satire und Gruselfilm findet jedoch nicht die passende Balance und so wird der Zuschauer auf der aberwitzigen Odyssee der kranken Familie Weiß durch ein Wechselbad der Gefühle geschubst. „Maps to The Stars“ ist verwirrend, scheinbar banal, interessant und bis aufs Äußerte realistisch, wie die vergangenen Todesfälle aus Hollywood zeigen.

Fazit: Ein erschreckendes Drama über die Kehrseite des Erfolgs, das beim Zuschauer perfide Faszination und gleichzeitig Gänsehaut erzeugt. Nach diesem Film ist man bis in die Grundmauern erschüttert. Tragische Todesfälle von Schauspielgrößen wie Robin Williams werden dadurch im Ansatz verständlicher erscheinen. Armes krankes Amerika.

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Bilder © MFA