Man of Steel

Man of Steel (2013), USA / Kanada / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Fantasy / Action / 3D
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

-> Trailer anschauen

Man of Steel Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein kleiner Junge erfährt, dass er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und nicht von der Erde stammt. Als junger Mann will er herausfinden, woher er kommt und welche Aufgabe ihn hier erwartet. Doch er muss zunächst den Helden in sich entdecken, um die Welt vor der Vernichtung zu bewahren und selbst zum Symbol der Hoffnung aller Menschen aufzusteigen.

Henry Cavill, Amy Adams und Russell Crowe | mehr Cast & Crew


Man of Steel - Trailer


MAN OF STEEL - offizieller Trailer #1 deutsch


MAN OF STEEL - offizieller Trailer #2 deutsch


MAN OF STEEL - offizieller Trailer #4 deutsch


MAN OF STEEL - offizieller Trailer #6 deutsch


DVD und Blu-ray | Man of Steel

Blu-ray
Man of Steel Man of Steel
Blu-ray Start:
25.10.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.
Man of Steel (3D Blu-ray) Man of Steel (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
25.10.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.
Man of Steel 3D Steelbook (Limited Edition) Man of Steel 3D Steelbook (Limited Edition)
Blu-ray Start:
25.10.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.
Man of Steel Ultimate Collectors Edition Man of Steel Ultimate Collectors Edition
Blu-ray Start:
25.10.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.
Man of Steel (4K Ultra HD) Man of Steel (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
04.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 143 min.
DVD
Man of Steel Man of Steel
DVD Start:
25.10.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 137 min.

Filmkritik Man of Steel

Filmwertung: | 8/10


Nicht immer ergibt filmische Fantastik einen fantastischen (sprich: gelungenen) Film. So wurde der letzte Leinwandauftritt des stählernen Mannes – Bryan Singers „Superman Returns“ aus dem Jahre 2006 – von vielen Seiten als Enttäuschung empfunden: Der damalige Neustart des Heldenmythos war allzu konventionell erzählt und inszeniert, sodass man – abgesehen von einigen lyrischen Bildern des einsam im All schwebenden Wächters der Menschheit – eine eigenständige künstlerische Vision vermisste. Hinzu kam, dass Superman und Lois Lane von Brandon Routh und Kate Bosworth recht blass dargestellt wurden, wodurch die ohnehin fragwürdige, unsinnig konstruierte Liebesgeschichte des Protagonistenpaares umso reizloser geriet. Gleichwohl hatte das Werk von Singer einen durchaus interessanten Ansatz: Es nahm den Anzug-und-Cape-Träger und sein näheres Umfeld ernst – was zur Folge hatte, dass es fast ohne Komik und Selbstironie auskommen musste und sich zumindest in diesem Punkt von den schrillen Superman-Filmen der Siebziger-/Achtzigerjahre (mit Christopher Reeve in der Titelrolle) abhob. Lediglich die von Kevin Spacey und Parker Posey gespielten Bösewichte Lex Luthor und Kitty Kowalski durften noch für etwas „comic relief“ sorgen.

Die Ernsthaftigkeit hält nun auch Einzug in „Man of Steel“ von Zack Snyder – diesmal sogar in die Zeichnung der Gegenspieler. Wer an Comicverfilmungen wie „Iron Man“ oder „The Avengers“ in erster Linie die witzigen Sprüche schätzte, könnte über die weitgehende Absenz von bissigem Humor in „Man of Steel“ frustriert sein – ebenso wie derjenige, der romantische Töne im Stil von „The Amazing Spider-Man“ erwartet. Doch auch der Gegenentwurf zum ironisch-coolen oder gefühlig-juvenilen Comic-Kino – das Psychodrama mit politischer Aussage, wie Christopher Nolan es in seiner Batman-Trilogie entwarf – ist nicht das, was dem Zuschauer hier geboten wird: Snyders Film, der von „Batman Begins“-Autor David S. Goyer geschrieben wurde und an dessen Entstehung (Story, Produktion) Nolan mitbeteiligt war, weist zwar eine ernste Gesinnung und (in einigen Partien) eine düstere Optik auf – er ist aber nicht durch eine psychologische Ambivalenz der Figuren oder eine Realitätsnähe von Raum und Geschehen geprägt, wie dies bei Nolans Batman-Werken der Fall war. Die Charaktere aus „Man of Steel“ lassen sich auf einer Gut/Böse-Skala klar einordnen; und Dramaturgie sowie Ästhetik sind eindeutig dem Science-Fiction- (und Fantasy-)Genre verpflichtet – was bereits im Prolog auf Krypton unverkennbar ist: Ehe der spätere Superman Kal-El als Neugeborenes in einer Raumkapsel zur Erde geschickt wird und es zum Untergang Kryptons kommt, wartet die Eröffnung des Films mit Bildern einer fernen, fremden Welt auf, auf welcher absonderliche Flugkreaturen leben und in welcher heroische und schurkische Figuren in spacigen, schweren Rüstungen Konflikte austragen – mit heiligem Ernst und unter bombastischen Hans-Zimmer-Klängen. Das kann man, je nach Geschmack, ein bisschen schrecklich finden – oder ganz großartig und erfrischend.

Tatsache ist jedenfalls, dass Snyder (zu dessen Arbeiten das Spartaner-Spektakel „300“ zählt) in „Man of Steel“ mit seinem Team etliche bestechende Aufnahmen schafft, die es verdient hätten, in die Genrehistorie einzugehen: beispielsweise das surreale Bild des Helden, der in einem Schädelmeer zu versinken droht. Erwähnt sei aber, dass der 3D-Effekt (wie so oft) keinen großen Mehrwert bringt.
Bemerkenswert umgesetzt sind die ersten Flugversuche des Protagonisten: Wenn sich der Stählerne im blau-roten Kostüm in die Luft erhebt, mutet das überraschenderweise gar nicht lächerlich an. Während für Richard Donners „Superman“ 1978 noch mit dem Spruch „You’ll believe a man can fly“ geworben wurde und im Film sodann die (damals) beeindruckende Tricktechnik im Zentrum der Flugmomente stand, konzentriert sich die Kamera hier nun sehr auf das Gesicht des jungen Mannes – wodurch die Schönheit, die im freien Schweben liegen mag, auf ganz persönliche Art transportiert wird. Und auch in den Actionsequenzen – die „Man of Steel“ als Big-Budget-Blockbuster selbstverständlich zur Genüge beinhaltet – gelingt es, das Persönliche mit dem Spektakulären zu verschmelzen, sodass das Werk nicht zum seelenlosen Actionkracher verkommt: Die schauwertträchtigen Sequenzen, die eine brennende Bohrinsel, einen Busunfall samt Rettungsaktion, einen Wirbelsturm, diverse in Schutt und Asche sinkende Gebäude sowie mancherlei Genretypisches (wie Raumschiffe oder futuristische Waffen) mit wummerndem Sound darbieten, lassen stets Raum für kurze Figurenbetrachtungen und leise Zwischentöne, die gewissermaßen das Äquivalent zum auflockernden „one-liner“ der Marvel-Comicverfilmungen sind. „Man of Steel“ entwickelt dadurch eine andere Form von Tiefe, als die hochkomplexen Nolan-Werke sie hatten: Er entwickelt eine durch und durch *emotionale* Tiefe.
Die Finalkollision zwischen Superman und dem Oberschurken General Zod in der zertrümmerten Stadt Metropolis überzeugt in ihrem schier titanischen Ausmaß; nur der zuvor in den Straßen von Smallville stattfindende Kampf, an welchem Superman, die U.S. Army sowie die fies-kalte Faora-Ul beteiligt sind, nimmt bedauerlicherweise eine Videospielästhetik an, die rasch ermüdet. Ferner fällt unangenehm auf, dass es an einigen Stellen des letzten Filmdrittels allzu patriotisch zugeht.

Henry Cavill („Krieg der Götter“) erweist sich dank seiner sympathisch-melancholischen Ausstrahlung als gute – um nicht zu sagen perfekte – Wahl als Hauptdarsteller. Die in den Dreißigerjahren von Jerry Siegel und Joe Shuster erschaffene Superman-Figur wird als der erste Superheld der Populärkultur betrachtet – und gilt vielen als der langweiligste: weil er nahezu unverwundbar und zudem moralisch einwandfrei, ohne spannende Verwerfungen, ist. Genau aus diesen Eigenschaften schöpft das Drehbuch nun aber reichlich Konfliktpotenzial: Welchen Sinn (so muss sich der junge Clark fragen) ergibt es, die formidabelsten Fähigkeiten zu besitzen (Übermenschliche Stärke! Annähernde Unverwundbarkeit! Supergehör! Hitzestrahl- und Röntgenblick!), wenn man diese Fähigkeiten nicht einsetzen darf, da man sonst – als Andersartiger, als Fremdling (als „alien“) – doch nur auf Angst und Ablehnung stieße? Und wie kann man seine Integrität aufrechterhalten, wenn man auf einen absolut unmoralischen Gegner trifft? Welche Kompromisse muss man eingehen?
Clark Kent – Kal-Els/Supermans bürgerliches Alter Ego – ist in „Man of Steel“ (fast) nie als der lustig bebrillte, schüchtern-linkische Nerd zu sehen, den insbesondere Christopher Reeve exzellent beherrschte. Man lernt Clark hier als bärtigen, verdrießlich dreinschauenden Drifter im Lotter-Look kennen, der auf Fischerbooten oder in Kneipen arbeitet. In ausgesprochen elegant eingeflochtenen Rückblenden in die Kindheit und Jugend wird der Beginn einer Selbstwerdung beleuchtet: die angsteinflößende Entdeckung der überirdischen Fähigkeiten, das Dasein als Außenseiter (als „freak“), der Verlust eines geliebten Menschen, die existenzielle Krise. Diese gilt es zu überwinden, um als Retter und Erlöser in Erscheinung treten zu können – wenngleich die überdeutlichen Christus-Analogien (auf narrativer und visueller Ebene des Films) vielleicht doch des Guten zu viel sind.

Amy Adams („The Master“) verleiht der Journalistin Lois Lane Klugheit, Mut und Eigensinn – was nach der überdrehten Performance von Margot Kidder (als Lois in den älteren Verfilmungen) sowie der biederen Darstellung von Kate Bosworth in „Superman Returns“ ein gewaltiger Fortschritt ist. Obendrein ist die Liebe zwischen Lois und Superman zum ersten Mal in der filmischen Karriere der Pop-Ikone von aller Albernheit und Oberflächlichkeit befreit, da Lois recht schnell von Kal-Els/Clarks Geheimnis Kenntnis hat. Auf diese Weise kann tatsächlich Nähe und Vertrauen zwischen den Figuren entstehen; es ist vollauf begreiflich, was die beiden aneinander finden. Obgleich Romantik in der Erzählung kaum Platz findet, ist wiederum allein schon das erste (schmerzvolle, mit einer sexuellen Nebenbedeutung versehene) Aufeinandertreffen des Paares origineller als vieles, was der Liebesfilm in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
Michael Shannon („Take Shelter“) spielt den extraterrestrischen Terroristen Zod furchterregend maliziös, mit zornfunkelnden Augen und imposanter Stimme. In der langen Liste der „superhero movie villains“ ist Shannon als Zod im oberen Mittelfeld anzusiedeln – nicht zuletzt deshalb, weil Zods Motiv für sein rabiates Tun auf Erden fest umrissen ist: Es geht ihm um das Überleben seiner Spezies. Neben Shannon agiert die Deutsche Antje Traue als Zods „rechte Hand“ Faora-Ul grundsolide. Angesichts der zahlreichen Schauspielkünstler in Nebenrollen (Russell Crowe als Jor-El, Laurence Fishburne als „Daily Planet“-Chefredakteur Perry White, Kevin Costner und Diane Lane als Jonathan und Martha Kent) könnte man zunächst einmal befürchten, dass hier viel Talent vergeudet wurde. Außer Fishburne hat jedoch jeder dieser Mimen mindestens einen großen Moment, der die hochkarätige Besetzung des jeweiligen Parts rechtfertigt: So ist etwa eine Geste Costners an bezeichnender Stelle ebenso unvergesslich wie die Szene, in der Martha den verstörten jungen Clark mit einfühlsamen Worten zu beruhigen versucht.

Fazit: Eine sehenswerte, ambitioniert gemachte Comicverfilmung mit wenigen Schwächen. Das Werk verzichtet auf vieles, was die Konkurrenzprodukte kennzeichnet: Es ist weder als Fun-Movie in Marvel-Manier, noch als Nolan’sche Psychostudie konzipiert – sondern als ironiefreier, emotional tiefgründiger Genrefilm. Cavill wird den Anforderungen seiner Heldenrolle voll und ganz gerecht, Adams verkörpert die beste Lois Lane der bisherigen Kinogeschichte und Shannon ist als Antagonist äußerst beängstigend.

by

Bilder © Warner Bros.