Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh

Sunshine on Leith (2013), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Musical / Drama
Verleih: Senator Filmverleih

Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ihre Heimat ist Leith, ein Stadtteil von Edinburgh. Die zwei besten Freunde Davy (GEORGE MACKAY) und Ally (KEVIN GUTHRIE) kehren nach dem Militärdienst endlich nach Hause zurück. Froh über den wiedergewonnenen Alltag stürzen sie sich mit großem Vergnügen ins Nachtleben. Auf Ally wartet seine Freundin Liz (FREYA MAVOR), Davys kleine Schwester, die wiederum ihren großen Bruder mit ihrer besten Freundin Yvonne (ANTONIA THOMAS) verkuppeln möchte. Und auch bei ihren Eltern Rab (PETER MULLAN) und Jean (JANE HORROCKS) liegt nach 25 Ehejahren immer noch Liebe in der Luft. Alles läuft bestens – bis auf der Jubiläumsfeier eine Enthüllung aus Rabs Vergangenheit alles auf den Kopf stellt…

Die sehr emotionalen Popsongs des schottischen Duos „The Proclaimers”, u.a. Hits wie „I'm Gonna Be (500 Miles)”, sind mitreißende Höhepunkte in einer zu Herzen gehenden, romantischen Geschichte, die der schottische Autor Stephen Greenhorn für die Leinwand adaptierte. Die jungen Stars, u.a. George MacKay, der zu den Europäischen Shooting Stars 2014 zählt („The Boys Are Back – Zurück ins Leben”, „Pride“), interpretieren die Songs selbst, unterstützt von der warmherzigen Darstellung der erfahrenen Schauspielprofis Jane Horrocks („Little Voice – Die Stimme ihres Lebens”) und Peter Mullan („War Horse – Gefährten”).


Peter Mullan, Antonia Thomas und George MacKay | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh

Blu-ray
Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh
Blu-ray Start:
03.04.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 100 min.
DVD
Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh
DVD Start:
03.04.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 96 min.

Filmkritik Make My Heart Fly - Verliebt in Edinburgh

Filmwertung: | 7/10


Im Jahr 2007 feierte das Musical "Sunshine on Leith" (Leith ist ein Stadtteil Edinburghs) große Erfolge in Schottland. Als einer der erfolgreichsten Musicals des Landes gab es viele Angebote, das Musical zu verfilmen. Sieben Jahre später kommt nun die ebenfalls schottische Verfilmung "Sunshine on Leith" (Originaltitel: "Sunshine on Leith", UK, 2012) auf die Leinwand.

Davy (George MacKay) und Ally (Kevin Guthrie) kehren von ihrem Militäreinsatz in Afghanistan heil in ihre Heimatstadt Edinburgh zurück. Erleichtert nehmen die Eltern von Davy, Rab (Peter Mullan) und Jean (Jane Horrocks), ihn wieder bei sich auf. Auch seine Schwester Liz (Freya Mavor), die überlegt nach Florida zu gehen, freut sich über die Heimkehr ihres großen Bruders und über die von Ally, mit dem sie seit langer Zeit zusammen ist. Doch während er wieder froh ist, zu Haus zu sein und sich mit ihr niederlassen will, möchte sie lieber noch mehr von der Welt sehen. Auch bei Davy ist das Thema Liebe schwierig. Als er mit Liz' Kollegin Yvonne (Antonia Thomas) verkuppelt werden soll, ist er erst einmal ganz und gar nicht einverstanden. Rab und Jean sind dagegen seit 25 Jahren glücklich verheiratet, doch auf der Silberhochzeitsfeier holt sie ein Geheimnis aus der Vergangenheit ein und wirbelt auch deren Beziehung durcheinander.

Die Zwillingsbrüder Craig und Charlie Reid (*1962 in Leith, Edinburgh) gründeten im Jahr 1983 die Band "The Proclaimers". Noch heute machen sie nach neun Studioalben und zwei Best-Of Alben gemeinsam Musik. Das Besondere an ihrer Musik sind die Texte, die viel mit dem Leben in Schottland zu tun haben und mit ihrer unverfälschten schottischen Mundart. So gehören sie heute zu den bekanntesten und beliebtesten Bands Schottlands. Durch Songs wie "I'm gonna be (500 Miles)" erlangten sie auch internationalen Ruhm. Als im Jahr 2005 der Drehbuchschreiber Stephen Greenhorn und James Brining, welcher die künstlerische Leitung des Dundee Repertory Theatre inne hatte, nach einer Idee für ein schottisches Musical suchten, kamen sie auf den Einfall, einige der  facettenreichen Lieder der Band für diesen Zweck zu verwenden. Benannt nach dem zweiten Studioalbum und einem der bekannteren Songs "Sunshine on Leith" entstand ein sehr beliebtes und erfolgreiches Musical. Für die filmische Umsetzung unter der Regie des Schauspielers Dexter Fletschers ("Sunshine on Leith" ist seine zweite Regiearbeit nach "Wild Bill" (2011)) konnte Greenhorn ebenfalls als Drehbuchautor gewonnen werden. Dabei wurde das eigentliche Musical für das Kino umgestaltet: Es wurden einige Songs heraus gekürzt und die eher theatralischen Elemente weitestgehend verändert. Das Drehbuch überzeugt vor allem durch den perfekten Einbau der Songs in die Geschichte. Als Betrachter bekommt man das Gefühl, dass die Lieder eigens dafür geschrieben wurden, doch wurde an den Originaltexten nichts verändert. Sie wurden einzig und allein in eine neuen oder anderen Kontext gebracht und dort fügen sie sich problemlos und stimmig ein. Die Schwächen des Drehbuchs liegen in der Geschichte selbst. Zu klischeehaft und altbekannt sind die Probleme der Paare. Man hat das Gefühl, dass alle Probleme zu künstlich erschaffen sind und dass man sich in einer ständigen Abwärtsspirale befindet. Dies steht in einem extremen Gegensatz zur angestrebten Wirkung des Films. Denn der Film will sich als Feelgood-Movie vermarkten. Doch auch wenn der Betrachter summend aus dem Kino geht, bleibt die Geschichte fade und kann selbst nicht mit guter Stimmung glänzen. Gerade diesem Gegensatz ist es auch zu verdanken, dass man den Liedern nicht so viel Begeisterung entgegen bringen kann, wie sie es verdient hätten. Die verwendeten Songs wurde alle von dem Komponist Pail Englishby passend für den Film bearbeitet. So wurden die eingesetzten Instrumente auf Gitarre, Schlagzeug, Bass und Klavier reduziert. Geschickt lässt er bei den instrumentalen Musikstellen die nachfolgenden Songs anklingen. Dabei können die meisten Songs als neubearbeitete Varianten überzeugen. Leider wirken aber gerade die Lieder am wenigsten gut gelungen, die sich durch vielstimmigen Gesang auszeichnen, denn diese wirken auf Dauer zu einheitlich und geben dem Film zu wenig Schwung. Die großen, musikalischen Momente besitzt der Film in den Duetten und Soli und auch in der großen Schlussnummer mit 500 Statisten und einer damit einhergehenden Gesamtchoreographie. Stimmlich gibt es leider auch einige Unterschiede. Die vier jungen Darsteller, die teilweise eine Gesangsausbildung besitzen, singen überzeugend und vor allem Mavor und Thomas können mit ihren Stimmen berühren. Der erfahrende Schauspieler Peter Mullan dagegen, dem keine musikalische Stimmbildung zu Teil geworden ist, hört man dies an und seine Parts erscheinen unstimmig im Gesamtwerk. Schauspielerisch können dagegen alle Darsteller überzeugen. Da der Musicalfilm als Hommage an Schottland und seine Hauptstadt zu verstehen ist, wurde Edinburgh auch stets im besten Licht eingefangen. So entschieden sich die Filmemacher grundsätzlich warme Farben zu verwenden, um eine heitere, schöne Stimmung zu verbreiten. Als Gesamtwerk kann der Film schlussendlich doch überzeugen, vor allem als Plattform für die schöne Musik der Band "The Proclaimers". Man kann hoffen, dass einige Betrachter diese dadurch kennen und schätzen lernen.

Fazit: "Sunshine on Leith" kann zwar mit seiner Geschichte nicht vollends überzeugen, da zu viele bekannte Motive und Wendungen eingebaut werden. Dagegen schafft es der Film aber, die Musik der schottischen Band "The Proclaimers" zu neuem Bekanntheitsgrad auch außerhalb Schottlands zu führen. So kann der Film dank Ohrwurmcharakter gut unterhalten.

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Bilder © Senator Filmverleih