Magie der Moore

Magie der Moore (2015), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: Polyband

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Magie der Moore Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Wie kaum ein anderer Lebensraum birgt das Moor unzählige Geschichten: Seine Anziehungskraft und dunklen Mythen lassen uns erschauern, die Pracht seiner Artenvielfalt staunen. In MAGIE DER MOORE lenkt der renommierte Naturfilmer Jan Haft („Das grüne Wunder – Unser Wald“) den Blick auf eines unserer wichtigsten und schönsten Biotope. Im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten zeigt der Film einen Ort am Übergang zwischen Wasser und Erde, voller spannender Gegensätze. Neben Wölfen, die durch weiße Wollgrasbüschel ziehen, Kranichen, die im Bruchwald ihre Jungen füttern oder anmutig tanzenden Kreuzottern, erleben wir fleischfressende Sonnentau-Pflanzen und zierliche Moospflanzen, deren Sporen krachend explodieren. Ein filigranes Kunstwerk, das von der Natur in Jahrtausenden geschaffen wurde und das wir erst allmählich beginnen zu erforschen, zu verstehen – und zu bewahren.



Magie der Moore - Trailer


Magie der Moore - Trailer


DVD und Blu-ray | Magie der Moore

Blu-ray
Magie der Moore Magie der Moore
Blu-ray Start:
26.02.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 95 min.
DVD
Magie der Moore Magie der Moore
DVD Start:
26.02.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Magie der Moore

Filmwertung: | 6/10


Jan Hafts Produktionen mit Nautilusfilm sind seit Jahren in der ganzen Welt erfolgreich. Als Beispiel sei der NDR­Zweiteiler „Mythos Wald“ genannt, der unter anderem bei Festivals in New York, Pamplona, Graz, Bangkok, Bristol und Jackson Hole Preise gewann. Hafts neustes Werk entführt in eine noch immer magische Welt: die der Moore. An 80 Orten in Deutschland, Finnland, der Tschechischen Republik, Schweden, Dänemark, Norwegen und der Slowakei wurde gedreht, wobei rund 250 Stunden Rohmaterial zusammenkamen. Dieses wurde auf 95 Minuten gekürzt. Das scheint den Beteiligten schwer gefallen zu sein. Diese Vermutung liegt zumindest nahe, da der Fokus teilweise auf sehr kleinen Naturwundern wie dem Sonnentau liegt. Die fleischfressende und mit hundert klebrigen Tentakeln versehene Pflanze ist zwar interessant, steht aber zu lange im Fokus. Und das ist nur ein Beispiel. Auch sonst gibt es zu viele bekannte Geschichten über bekannte Tiere. Denn Braunbären, Kraniche oder Schmetterlinge haben an Naturdokumentationen interessierte Zuschauer schon dutzendfach in ähnlicher Form gesehen. Deshalb muss man diesem Film leider attestieren, dass er zusammengenommen zu unspektakulär ist, um wirklich gut zu sein. Außerdem hat er sich nicht in allen Szenen auf die interessantesten Tiere und Pflanzen konzentriert.

Für Einsteiger in das Genre ist „Magie der Moore“ dennoch interessant und bietet alleine wegen seiner traumhaft schönen Bilder von den nebelverhangenen, geheimnisvollen Mooren einen Mehrwert. Die wundervollen Luftaufnahmen mit dem Hubschrauber sind ebenfalls eine Pracht. Dazu kommen eine vielfältige, methapernreiche Sprache und eine angenehme Synchronisation von Schauspieler Axel Milberg, der seine Sache in Verbindung mit der klassischen Musikuntermalung hervorragend macht. Außerdem hat auch die Storyline auch ihre starken Momente. In einer Kernsequenz wird erklärt, dass ursprünglich ein Zwanzigstel von Deutschland, 1,5 Millionen Hektar, von Mooren bedeckt war. 95 Prozent davon sind heute tot. Weltweit werden jährlich 5000 Quadratkilometer Moorfläche vernichtet, wobei die Moore zehnmal schneller verschwinden, als sie sich nach der letzten Eiszeit ausgebreitet haben. Torfabbau und Landwirtschaft sind die Hauptursachen dafür. Mittlerweile sind weniger als drei Prozent der Welt mit Mooren bedeckt. Dabei speichern sie gewaltige Kohlendioxidmengen, bis zu 2000 Kubikmeter pro Hektar und damit mehr als der Tropische Regenwald, die Nadelwälder der Taiga und alle anderen Wälder zusammen. Die noch lebenden Moore binden jährlich 200 Millionen Tonnen CO2. Bei der Trockenlegung eines Moores wird all das Kohlenstoffdioxid jedoch freigesetzt.
Dieser eindringliche Weckruf gerät im Vergleich zu anderen Szenen allerdings etwas zu kurz. Diese Unausgewogenheit macht den Film trotz seiner guten Momente zu einem nur leicht überdurchschnittlichen Ereignis. Mit den aufwendigen Naturdokumentationen von BBC Earth und Terra Mater kann „Magie der Moore“ ebenso wenig mithalten, wie mit Hafts starkem und vor allem in sich stimmigeren „Das grüne Wunder – Unser Wald“.
Dafür sind die Aufnahmen von Birkhühnern, die auch auf dem Kinoplakat zu sehen sind, und die amüsante Futterszene einer Kranichmutter für ihr mit einer Larve überfordertes Küken sehr gelungen.

Doch insgesamt bleibt festzuhalten, dass Aufwand (500 Drehtage im Moor) und Ertrag in einem leichten Missverhältnis stehen, da die Qualität der Aufnahmen im Vergleich zu den Genreperlen doch recht deutlich zurückbleibt und auch die Handlungsstringenz nicht immer perfekt ist. Die „Magie der Moore“ wurde nicht umfassend eingefangen, obwohl das Potenzial immer wieder aufblitzt.


Fazit:
Solider, im Vergleich zu den großen BBC-Earth-Serien aber unspektakulärer Naturdokumentarfilm, der eher für Genre-Einsteiger und Fans von Mooren interessant und sehenswert ist, als für Liebhaber dieses Genres, da ein Mehrwert nur teilweise vorhanden ist.
by

Bilder © Polyband


Cast und Crew

Stimme:
Axel Milberg

Regisseur:
Jan Haft

Produzent:
Melanie Haft

Drehbuch:
Jan Haft

Kamera:
Jan Haft, Kay Ziesenhenne

Schnitt:
Jan Haft

Musik:
Jörg Magnus Pfeil, Siggi Mueller