Magic in the Moonlight

Magic in the Moonlight (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Magic in the Moonlight Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

In dieser romantischen Komödie soll ein Engländer ein mögliches Betrugsmanöver entlarven. Während er selbst ausgetrickst wird, verliebt er sich, was ihn persönlich und beruflich in größte Schwierigkeiten bringt. Der Film spielt in der Jazz-Epoche der 1920er-Jahre an der Côte d’Azur vor der Kulisse prächtiger Villen und mondäner Treffpunkte der oberen Zehntausend.

Colin Firth, Emma Stone und Marcia Gay Harden | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Magic in the Moonlight

Blu-ray
Magic in the Moonlight Magic in the Moonlight
Blu-ray Start:
16.04.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Magic in the Moonlight Magic in the Moonlight
DVD Start:
16.04.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 93 min.

Filmkritik Magic in the Moonlight

Filmwertung: | 5/10


Woody Allen müsste man heißen. Denn dann hat man den Vorzug, Filme im eigenen Stil problemlos über die Bühne zu bringen, sein gutes Geld damit zu verdienen und auch noch die Hochkaräter Hollywoods für sich zu gewinnen. Hört sich alles nach Erfolg en masse an und auf den ersten Blick siehts lupenrein aus. Aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass seine Filme sich oft ähneln und langsam nach neuer Inspiration dursten. Ob „Magic in the Moonlight“ da hervorstechen kann?

In der Tat hört sich der Plot etwas – sagen wir mal – ausgefallener an als bei so manch anderem Woody Allen Film. Denn Sophie Baker (Emma Stone, „The Amazing Spiderman“) bezirzt den deutlich älteren Stanley Crawford (Colin Firth, auch in „Ich.Darf.Nicht.Schlafen“ im Kino zu sehen) nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern ihrer mutmaßlichen Gabe der Hellseherei. Der Berufszauberer glaubt gewiss nicht an solch einen Spuk, kennt er doch die Tipps und Tricks der Illusionskünstler in- und auswendig. Und während er versucht, dem Mädchen auf die Schliche zu kommen, verliebt er sich langsam, aber heftig in sie.

Natürlich wirkt Woody Allen nicht nur als Regisseur des Streifens mit. „Magic in the Moonlight“ ist ein Stück aus seiner Feder, was man selbstverständlich merkt. Doch der Mann wird älter und allmählich geht im die kreative Puste aus. Ein wenig trantütig erzählt ist der Verlauf der Story wie schon bei „To Rome With Love“ (2012) oder „Midnight in Paris“ (2011) einem bestimmten, kontinuierlichen Schema angepasst und mit einzigartigen Elementen bestückt, die mittlerweile eben nicht mehr so einzigartig sind – logischerweise. Ob der Expressionismus der Kleidung, die Farbgebung der Kulisse oder extravagante Liebesschwüre: da nichts dem Zufall überlassen wird, haben wir die ausschlaggebende Stilistik Woody Allens schon oft gesehen und gehört. Ergo in diesem Film wiederholt sie sich quasi ein weiteres Mal beinahe eins zu eins. Auch die Thematik ist gar keine so Neue wird man im Verlauf des Geschehens schwer bemerken. Die Handlung hat nämlich einen Haken, welcher jedoch voller Lug und Trug ist und die stattfindende Wendung ist ganz schön langweilig inszeniert worden. Da kann man als Zuschauer zumindest froh sein, dass dieser Film einer der Spaßigeren Produktionen in Allens Laufbahn ist, denn wenisgtens an schlauem Humor mangelt's in den Dialogen nicht. Diese sind grundsolide geschrieben und werden in ihren Pointen bissig-trocken von Colin Firth dargeboten. „Bissis-Trocken“, das ist keine Werbung für einen Drink, sondern meine Art und Weise seine „Britishness“ in dem Film zu charakterisieren. Bedeutet: In dieser Hinsicht bin ich amused. Außerdem muss ich neben dem ganzen „hat man doch schon gesehen“-Gezetere anmerken, dass Drehorte und das Zurückdrehen der Zeit in die goldenen zwanziger Jahre sehr hübsch anzusehen ist und es einem leicht fällt, sich an Ort und Stelle hineinzuversetzen. Das konnte Allen schon immer gut und behält es auch bei.

Das Sahnehäubchen folgt aber erst noch: Denn mit den Hauptdarstellern hat sich der gute Woody vollkommene Meister ihres Fachs herausgepickt. Emma Stone ist momentaner Liebling der Presse, ein Garant für bombastische Einspielergebnisse und eine der gefragtesten und talentiertesten Schauspielerinnen der Neuzeit. Kein Wunder, dass er den frechen Rotschopf engagiert hat. Ich mag Stone sehr gerne und bemitleide sie sehr um diese Rolle. Der Look und der Charakter der Sophie könnten für die junge Dame nicht unvorteilhafter sein. Eine schauspielerische Herausforderung ist es nicht. Eine Paraderolle ganz sicher nicht. Optisch sieht Emma aus wie eine dürre Fleischwurst mit Perücke. Charakterlich ist die Rolle sehr einfältig und lachhaft, das Gegenteil von zauberhaft. Denn die unbeholfenen Hellseher-Performances sind durch und durch zum Gegen-Die-Stirn-Schlagen. Da meint man zu denken, dass mit Oscar-Presiträger Colin Firth (Bester Hauptdarsteller in „The Kings Speech“) an seiner Seite nicht mehr viel schief gehen kann, aber der britischen Gentleman rettet die Absurdität auch nicht. Trotz unverkennbarem Akzent und dem Paradoxon aus Wärme und Distanz in seinen Augen. Ebenso wenig passend wie bei Emma Stone ist seine Rolle auf Firth und sein Können zugeschnitten. In „Magic In The Moonlight“ fällt es schwer, ihm den abgeklärten Anti-Romantiker abzukaufen. Da fehlt die Scheibe „Mark Darcy“, die in „Bridget Jones“ zu viel vorhanden war. In der oscarnominierten Jacki Weaver („Silver Linings“, 2012) finde ich meine Favoritin. Sie spielt die Witwe Grace, die Kontakt zu ihrem verstorbenen Gatten aufnehmen möchte, und ist dabei das niedliche, wenn auch abgedrehte Tantchen. Mir gefällt zudem ihre Darstellung dieses Charakters, denn man wird in ihr erkennen, dass jeder so eine klischéebeladene Person im Familien- oder zumindest Bekanntenkreis kennt.

Trotz meiner Strenge sollten sich eingefleischte Fans des Romanzen-Altmeisters nicht beirren lassen. Ich bin mir sehr sicher, dass diese den Film trotzdem sehr gern haben werden. Doch Blockbusterkino ist „Magic In The Moonlight“ erwartungsgemäß nicht und die Leistungen der vielversprechenden Darsteller sind fast schon enttäuschend. Dafür kommt der Humor nicht allzu kurz und das ist wertvoll in unserer Welt voller pubertärer Flachwitzen. Alles in Allem sind „Magic in the Moonlight“ daher 5 Punkte sicher.

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Bilder © Warner Bros.