Magic Mike

Magic Mike (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Magic Mike Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Schnelle Autos, ein luxuriöses Apartment und verfolgt von einer ganzen Schar hübscher Frauen - kein Wunder, dass der 19-jährige Adam (Alex Pettyfer) von Mike (Channing Tatum) ziemlich beeindruckt ist. Das Geheimnis seines Erfolgs ist schnell gelüftet: Als erfolgreicher Stripper verdient er sich als Magic Mike im "Xquisite", dem heißesten Club der Stadt, eine goldene Nase. Mike nimmt den unerfahrenen Adam unter seine Fittiche und lehrt ihn als The Kid die besten Dancemoves, die Kunst der Verführung auf der Bühne und die Kunst des Sich Durchsetzens hinter der Bühne, unter anderem gegen den berühmt berüchtigten Clubbesitzer Dallas (Matthew McConaughey).

Doch auch Mike profitiert von seinem Zögling, als er dessen bezaubernde Schwester Paige (Cody Horn) kennenlernt und sich prompt in sie verliebt. Während Alex schnell dazulernt und sich immer mehr für sein Leben als Stripper begeistert, erwägt Mike seinen Rückzug...


Channing Tatum, Alex Pettyfer und Matthew McConaughey | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Magic Mike

Blu-ray
Magic Mike Magic Mike
Blu-ray Start:
04.12.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Magic Mike Magic Mike
DVD Start:
04.12.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.

Filmkritik Magic Mike

Filmwertung: | 7/10


Zunächst aus dem Off hört man Dallas' (Matthew McConaugheys) Stimme, wie er die Spielregeln des 'Xquisit', führender Männerstrip-Club in Tampa, Florida, erklärt. Doch beim ersten Blick auf die Bühne und mit den Worten „Hier ist weit und breit kein Cop“ wird klar diese Stripper leben in einer vogelfreien Zone.
Der junge, aufsässige Adam, verkörpert durch den englischen Jungstar Alex Pettyfer, lernt in Mike (Channing Tatum), Zugpferd des 'Xquisit', seinen Freund und Mentor kennen. Symbolisiert durch den Eintritt in einen der begehrtesten Clubs der Stadt öffnen sich ihm all die Tore, die ihm bis jetzt verschlossen geblieben sind. Jungfräulich wird er zu den anderen Verkörperungen männlicher Archetypen (dem Feuerwehrmann, dem Latino, Barbies Ken und Tarzan) ins kalte Wasser des Rampenlichts gestoßen und sein aufregendes Leben voller Partys, Frauen und Drogen beginnt. In seinen Kollegen findet er eine Bruderschaft lauter cooler Typen, in seinem Chef einen scheinbaren Freund, von dem er Bares en masse erhält und ein Publikum williger Schönheiten, die ebenfalls einfach nur eine gute Zeit haben wollen.

Der Zuseher hat Anteil an dieser Welt, in dem er die besten Plätze bei den Shows einnehmen darf: hautnah in der ersten Reihe. Anders als Channig Tatum, der schon bei Step Up sein tänzerisches Talent unter Beweis gestellt hat, verfügten seine Schauspieler-Kollegen über keinerlei Tanzerfahrung. Man sieht zwar einige Asychronitäten in den einfachen aber effektiven Gruppenchoreographien Alison Faulks (Mitglied der Beatfreaks, bekannt aus der dritten Staffel der MTV Show America's Best Dance Crew), doch genau das macht die Erfahrung so realistisch.
Die Idee zu Magic Mike wurde dem preisgekrönten Regisseur Steven Soderbergh (Contagion) nämlich von Channing Tatum, der selbst als junger Mann kurzzeitig als Stripper arbeitete, angetragen. Aus seiner Erfahrung erzählt Tatum, dass beim Strippen nicht das Tanzen im Vordergrund stehe, sondern das spielen mit den leckeren Übersteigerungen archetypischer Männerbilder. Und tatsächlich macht das Zusehen bei den Stripeinlagen ungeheuren Spaß solange getanzt und nicht gebalzt wird.

Tatum wollte sein damaliges Lebensgefühl vermitteln, als das einzige Ziel die nächste große Party war und er sich auf der Bühne fühlte wie ein Rockstar. Dementsprechend hebt sich die knallbunte, glitzernde Welt im Club stilistisch von der in warmes gelb getauchten Alltagswelt ab. Mike der dieses anfangs vorgestellte (vogel)freie Leben seit nunmehr 10 Jahren lebt, gewinnt aber vor den Augen der Zuschauer die Erkenntnis, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Denn trotz seiner Dayjobs hat er Schwierigkeiten ein 'normales' Leben zu führen und trotz seiner Ersparnisse hat er keine Chance sich seinen Lebenstraum zu finanzieren.
Zwar fühlt man sich auf Grund der verwandten Thematik unweigerlich an Soderberghs The Girlfriend Experience aus 2009 erinnert, in dem die Pornodarstellerin Sasha Grey eine Edelprostituierte miemte, und muss ehrlicherweise anmerken, dass Magic Mike diesem Film an Tiefgang um einiges nachsteht, doch gerade der sozio-ökonomische Ansatz macht Magic Mike zu einem beachtenswerten Film.

Soderbergh eröffnet uns durch die Figur des Adam einen Blick in eine durchaus auch reizvolle Welt, die die meisten Menschen wohl nie kennenlernen werden und stellt uns demonstriert und gleichzeitig an Hand der Figur von Mike das von Tatum geschilderte Dilemma, dass es eben einfach einfacher ist bei dem zu bleiben, was man schon kennt. Aber will man das wirklich bis ans Ende seines Lebens tun?

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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH