Maggie's Plan

Maggie's Plan (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: MFA

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Maggie's Plan Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Maggie (Greta Gerwig) hat einen Plan: sie wünscht sich ein Kind – einen Vater sieht der Lebensentwurf der Mittdreißiger New Yorkerin dabei jedoch nicht vor. Lange Beziehungen sind nun einmal nicht so ihr Ding, aber wer braucht heutzutage noch einen Mann, um glückliche Mutter zu sein? Ein geeigneter Samenspender ist schnell gefunden, doch kurz bevor Maggie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, steht John (Ethan Hawke) vor der Tür, enttäuscht von seiner eingefahrenen Ehe mit der erfolgreichen und selbstbezogenen Georgette (Julianne Moore), bereit mit Maggie einen Neuanfang zu wagen.

Wo die meisten Romantikkomödien enden, geht es bei MAGGIE’S PLAN erst richtig los: Drei Jahre später ist Maggie zwar glückliche Mutter, jedoch mehr und mehr unzufrieden und gefangen im Alltag ihrer Beziehung mit John und dessen endlosen Telefonaten mit Ex-Frau Georgette. Ein neuer Plan muss her...


Greta Gerwig, Julianne Moore und Ethan Hawke | mehr Cast & Crew


Maggie's Plan - Trailer




DVD und Blu-ray | Maggie's Plan

Blu-ray
Maggies Plan Maggies Plan
Blu-ray Start:
05.12.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 95 min.
DVD
Maggies Plan Maggies Plan
DVD Start:
05.12.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Maggie's Plan

Filmwertung: | 6/10


Das Leben ist chaotisch, die Liebe macht es meist nur noch chaotischer. Das kann wohl die Quintessenz von Rebecca Millers („The Ballad of Jack and Rose“, „Pippa Lee“) neurotischer Beziehungsdramödie „Maggie’s Plan“ sein. Maggie's Plan SzenenbildIn der Titelrolle überzeugt das unwiderstehliche moderne Woody Allen-Pendant in weiblicher Form Greta Gerwig („Frances Ha“, „Greenberg“), der ihre Figur erneut wie maßgeschneidert zu sein scheint. Sie spielt eine junge New Yorker College-Mitarbeiterin, die sich langsam aber sicher für beziehungsunfähig erachtet, denn bislang konnte sie noch keine Bindung länger als sechs Monate aufrechterhalten. Trotz allem möchte sie aber auch Mutter werden, weshalb sie den Plan schmiedet, sich dann eben angesichts fehlendem Partner künstlich befruchten zu lassen. Hierfür hat sie ihren ehemaligen, etwas exzentrischen College-Kommilitonen und jetzigen Gurken-Entrepreneur Guy (Travis Fimmel, „Vikings“, „Warcraft: The Beginning“) auserkoren, der sich als Samenspender bereit erklärt. Doch gerade als es zur Befruchtung kommen soll, verliebt sich Maggie plötzlich und unerwartet in den älteren College-Professor für „fiktokritische Anthropologie“ John (Ethan Hawke, „Training Day“, „Boyhood“), der selbst seiner Ehe mit der Professorin Georgette (Julianne Moore) überdrüssig geworden ist. Er und Maggie stürzen sich voller blinder Leidenschaft in eine Beziehung, bei der auch ein Baby herauskommt. Doch nach ein paar Jahren stellen Beide fest, dass auch ihre Liebe wahrscheinlich nicht von Bestand ist…

Regisseurin Rebecca Miller gelingt es gerade im ersten Drittel ihre Charaktere schwungvoll und sympathisch aufzubauen. Greta Gerwig ist die gewohnt liebenswert chaotische und an sich selbst zweifelnde Präsenz, die ohne rechten Plan versucht durchs Leben zu navigieren. Gerade in der anfänglichen halben Stunde offenbart „Maggie’s Plan“ einige gelungene komische Momente, zum Teil dank Gerwig, aber vor allem durch den immer gern gesehenen Bill Hader („Dating Queen“, „Superbad“), der Maggies Ex-Freund und jetzigen besten Freund Tony spielt, der ihr immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Hader ist eine natürlich komische Präsenz und er lockert den hin und wieder etwas künstlich wirkenden Film stets mit seinen Auftritten auf. Maggie's Plan SzenenbildDas Gleiche gilt für Maya Rudolph („Brautalarm“, „Away We Go“), die Tonys Frau und Maggies Kollegin Felicia spielt. Für alle, die die Serie „Vikings“ noch nicht kennen, sollte der Australier Travis Fimmel eine echte Überraschung sein. Er spielt Maggies Samenspender Guy mit wunderbar verschrobener Liebenswürdigkeit und Aufrichtigkeit, sodass auch seine Szenen zweifelsohne zu den komischen und letztlich menschlichen Highlights des Films gehören.

Die intellektuellen Kennenlerngespräche zwischen Maggie und John erinnern in ihrer Machart und auch wegen Ethan Hawkes Präsenz in ihren besten Momenten an Richard Linklaters „Before“-Trilogie, ohne jedoch ansatzweise dessen unnachahmbare Natürlichkeit und Leichtigkeit zu besitzen. Die Chemie zwischen den Beiden stimmt aber, auch wenn ihre Anziehungskraft nicht hundertprozentig glaubwürdig wirkt. Ihr plötzliches Zusammenkommen nach gegenseitig unbeholfenem Liebesbekenntnis wirkt sowohl charmant als auch zum Fremdschämen peinlich. Danach springt Miller drei Jahre in die Zukunft, als das Paar nun in ihrer weitestgehend unromantischen Lebensrealität angekommen ist. Maggie lässt John seinen Freiraum, den er für die langjährige Arbeit an seinem Roman braucht und kümmert sich dafür um alles andere, u.a. auch um ihr gemeinsames Kind und die beiden Kinder aus Johns Ehe. Zunehmend wird Maggie allerdings klar, dass John vielleicht lieber zu Georgette zurückkehren sollte, die sie zunehmend faszinierend findet.

Ab hier verliert der Film ein wenig seinen Fokus: Während „Maggie’s Plan“ bis hierhin eindeutig Maggies Film war, verlagert er sich nun verstärkt in Richtung Beziehungschaos zwischen John und Georgette. Irritierenderweise spielt Moore hier eine Figur mit dänischen Wurzeln und hat sich hierfür einen entsprechenden Akzent angeeignet, der gelegentlich an ihren kultigen Charakter Maude in „The Big Lebowski“ erinnert. Maggie's Plan SzenenbildAuch durch ihre exzentrischen Charakterzüge wirkt Georgette dann letztlich etwas überzeichnet und passt nicht so recht in diesen eher realistisch gefärbten Film über moderne Beziehungen, sondern vielleicht eben mehr in einen Coen Brüder Film. Dadurch, dass Maggie beim Hin und Her zwischen Georgette und John hier etwas in den Hintergrund rückt, verliert der Film etwas Schwung und schleppt sich eher zum Ziel. Nichtsdestotrotz gelingt es Miller und Autorin Karen Rinaldi in einer gelegentlich etwas artifiziellen und auch konstruiert wirkenden Erzählung einige intelligente und komplexe Wahrheiten zum Beziehungschaos zwischen Männern und Frauen zu entlocken. Alles in allem bleibt so ein charmanter und gut gespielter Film, der einiges Liebenswürdiges zu bieten hat und von seinen guten Akteuren profitiert, aber auch ein wenig unter den Erwartungen bleibt.


Fazit:
Ein cleverer, sympathischer und einsichtsreicher Film über das Beziehungschaos moderner Großstädter, der in der zweiten Hälfte ein wenig seine Erzählperspektive verliert und etwas natürlicher hätte sein können. Ein guter Cast und die liebenswerte Machart machen den Film aber durchaus für Freunde von urbanen Beziehungskomödien sehenswert.
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Bilder © MFA