Männer al dente

Mine Vaganti (2010), Italien
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Prokino Filmverleih GmbH

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Männer al dente Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein Geständnis machen ist wie Pasta kochen, man muss den richtigen Zeitpunkt beachten...
Tommaso, der jüngste Sohn der Familie Cantone, will sich nicht länger verstecken. Er ist kein BWLer, sondern Schriftsteller. Und das ist nur der Gipfel des Eisbergs. Beim festlichen Familienessen, bei dem die Zukunft der familiären Pasta-Fabrik geklärt werden soll, will er reinen Wein einschenken. Doch als er die Stimme erhebt, fällt ihm sein großer Bruder ins Wort...


Riccardo Scamarcio, Nicole Grimaudo und Alessandro Preziosi | mehr Cast & Crew


Männer al dente - Trailer




DVD und Blu-ray | Männer al dente

Blu-ray
Männer al dente Männer al dente
Blu-ray Start:
11.11.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Männer al dente Männer al dente
DVD Start:
11.11.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 111 min.

Filmkritik Männer al dente

Filmwertung: | 8/10


Sommer, Sonne und Amore, so kennt und liebt man(n) Italien. Ganz in diesem Sinne erzählt “Männer al dente“ im heiteren Stil das bittersüße Portrait einer in Traditionen gefangenen süditalienischen Großfamilie.

Im malerischen Apulien, das liegt gaaanz weit unten im Süden Italiens, ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls scheint es so. Die Cantones, eine angesehene und geschätzte alteingesessene Familie, führen vor der barocken Kulisse des Städtchens Lecce eine erfolgreiche Pasta-Fabrik. Nun soll die Fahne an die dritte Generation der Cantones weitergereicht werden. Zusammen mit einem neuen Geschäftspartner sollen die beiden Söhne von Vincenzo und Stefania Cantone (Ennio Fantastichini und Lunetta Savino) das Familienunternehmen als offiziell bestellte Gesellschafter in die Zukunft führen. Während Antonio (Alessandro Preziosi), der Ältere, bereits seit einiger Zeit in der elterlichen Pasta-Produktion arbeitet, weilte Tommaso (Riccardo Scamarcio) von allen gesellschaftlichen Zwängen entfernt in Rom und studierte. Betriebswirtschaft glauben die Cantones; doch dass Tommaso statt dessen Literaturwissenschaft belegt hatte und es sein sehnlichster Wunsch ist, Schriftsteller zu werden, ist nur eines seiner schwerwiegenden Geheimnisse, die er endlich offen zu legen gedenkt. Jedoch erhofft sich Tommaso von seinen Geständnissen allerdings nicht die Akzeptanz seiner Familie für sein Leben und Ziele. Ganz im Gegenteil: feige will er damit den Bruch mit dem Vater provozieren, damit dieser ihn des Hauses verweist, so dass er fernab von einengenden sozialen Konventionen seiner Wege gehen kann. Doch es kommt anders. Kurz bevor sich Tommaso beim Essen vor versammelter Familie und Gästen offenbaren kann, kommt ihm sein Bruder zuvor. Antonios Geschichte schockiert und verstört. Vor allem Vincenzo, dem das Ansehen im Ort besonders wichtig ist. Was werden die Leute wohl sagen? Vielleicht könnte er sogar akzeptieren, wie sein Sohn in Wahrheit ist, schließlich ist er selbst auch kein unbeschriebenes Blatt - aber wenn überhaupt, dann lebe man seine „Eigenarten“ bitte diskret aus, so wie er, damit hat man die Familie nicht vor der ganzen Stadt in Verlegenheit zu bringen. Vincenzo schafft es gerade noch, Antonio voller Empörung vor die Tür zu setzen, bevor ihn ein Herzanfall niederstreckt. Während Mama Cantone versucht, vor Antonios Geständnis und allem, was ihr nicht passt, die Augen zu verschließen, konzentriert sich Papa Cantone nun ganz auf seinen jüngeren Sohn Tommaso. Der hat nun den schwarzen Peter: gäbe er jetzt seine Geheimnisse preis, würde er den Vater damit womöglich direkt ins Grab befördern. Vorübergehend fügt sich Tommaso seines Vaters Wunsch und spielt mit verstecktem Missvergnügen den Pasta-produzierender Geschäftsführer – bis unerwartet seine Freunde aus Rom bei den Cantones auftauchen und ihn unter Zugzwang setzen.

Der türkische Wahlrömer Ferzan Ozpetek, Regisseur und Co-Autor, spart in “Männer al dente“ nicht an Klischees. Diese werden von ihm und seinem Drehbuchautor Ivan Cotroneo jedoch mit einer unaufdringlichen Beiläufigkeit aus den mit amüsanten Macken ausgestatteten Figuren heraus erzählt, ohne sie überzustrapazieren. In den Geschichten der Nebenfiguren, die alle ein kleines oder großes Geheimnis um Liebe und gesellschaftlichen Konventionen mit sich herumtragen, spiegelt sich Tommasos Zerrissenheit, sich durch die Wahrheit befreien zu wollen und dem Wunsch, trotzdem niemanden in der Familie zu verletzen. Letztendlich müssen die Cantones lernen, dass man sich nicht aussuchen kann, wen man liebt und dass niemand vollkommen ist – schon gar nicht in dieser Familie.

Eine frisch zubereitete leichte Komödie; mit einem Schuss ironischer Melancholie – unterhaltsam und bissfest serviert!
by Daniela M. Fiebig

Bilder © Prokino Filmverleih GmbH


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