Mädelsabend

Walk of Shame (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

Mädelsabend Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Für die ehrgeizige Journalistin Meghan Miles (Elizabeth Banks) scheint ein Traum wahr zu werden: der lang ersehnte Job als Nachrichtensprecherin bei einem landesweiten TV-Sender ist in greifbare Nähe gerückt. Als sie jedoch erfährt, dass sie den Karrieresprung nur knapp verpasst und sich auch noch ihr Freund von ihr getrennt hat, beschließt die sonst eher geradlinige, konservative Meghan den Kummer zusammen mit ihren Freundinnen mit einer rauschenden Partynacht zu vergessen – gekrönt von reichlich Alkohol und einem One-Night-Stand mit einem schönen Unbekannten (James Marsden).
Dumm nur, dass sich Meghan am nächsten Morgen nicht nur verkatert, sondern auch völlig hilflos ohne Telefon, Geld, Ausweis oder Auto wiederfindet – und das mitten in L.A. Ein Missverständnis folgt dem anderen und bald hat Meghan auch noch die Polizei am Hals. Zu allem Überfluss ist sie nun doch wieder im Rennen für den Traumjob, wenn sie es nur rechtzeitig zum Vorsprechen beim Sender am anderen Ende der Stadt schafft…


Elizabeth Banks, James Marsden und Gillian Jacobs | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Mädelsabend

Blu-ray
Mädelsabend Mädelsabend
Blu-ray Start:
21.11.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 95 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Mädelsabend Mädelsabend
DVD Start:
21.11.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik Mädelsabend

Filmwertung: | 6/10


Wenn das Schicksal zuschlägt und das Leben plötzlich und unerwartet eine negative Wendung nimmt, möchte man sich am liebsten unter seiner Bettdecke verkriechen. Wer liebenswerte Freundinnen an seiner Seite hat, die einen von der Ungerechtigkeit des Lebens abzulenken wissen, kann sich glücklich schätzen. Oder auch nicht! Im Fall von Steven Brills („Movie 43“) Komödie „Mädelsabend“ hätte die Hauptfigur besser auf den geselligen Abend verzichtet. Denn nach einer durchzechten Nacht, ist nichts mehr, wie es einmal war.

Der Originaltitel „Walk of Shame“ ist wesentlich passender als der deutsche Titel: Denn was Hauptdarstellerin Elizabeth Banks („Tribute von Panem“) auf der Kinoleinwand widerfährt und wie sie versucht ihr Leben doch noch in den Griff zu kriegen, ist im Großen und Ganzen beschämend. Restlos überzogen wird das Leben von Nachrichtensprecherin Meghan Miles (Elizabeth Banks) nicht nur in den Grundmauern erschüttert, sondern nahezu zerstört. Nachdem Meghan nicht nur den Job und den Mann an ihrer Seite verloren hat, scheint auch ihre in Aussicht stehende Neuanstellung gefährdet. Doch nach übermäßigen Alkoholgenuss und einem ungeplanten One-Night-Stand scheint sich das Rad erneut zu drehen. Plötzlich zeigt sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Dummerweise gerät Meghan von einer ausweglosen Situation in die Nächste. Und das nur, weil sie per Fuß Los Angeles durchqueren muss. Wer sich tagtäglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fuß seinen Weg zur Arbeit durch den Großstadtdschungel kämpft, wird das Problem der Hauptfigur nur schwerlich nachvollziehen können. Auch die kontinuierliche Zuspitzung der Peinlichkeiten, die für immer größere Probleme sorgen, ist alles andere als verständlich. Steven Brill reiht recht absurde Situationen aneinander, die Hauptdarstellerin Elizabeth Banks im sexy Minikleidchen irgendwie überstehen muss. Trotz der Vielzahl von scheinbar unüberwindbarer Hürden, die mit ausreichend Slapstick Humor untermalt sind, hat die Komödie nicht viel neues zu bieten. Ähnliche Situationen und lebensverändernde Pannen hat man schon in zahlreichen Varianten in Filmen wie „Hangover“ oder „21 & Over“ gesehen. Lediglich der Hinweis, dass der heutige Mensch ohne Mobiltelefon und Auto nahezu aufgeschmissen ist, entpuppt sich als treffsichere Gesellschaftskritik. Auch wenn die Gags nicht alle mit einer Pointe enden, kommt diese Message beim Zuschauer unmissverständlich an. Recht überladen scheinen hingegen die Klischees, die der Regisseur nutzt, wenn er Drogendealer, eitle Nachrichtenmenschen oder gar eine jüdische Glaubensgemeinschaft als Paradebeispiel der amerikanischen Bürger in Szene rückt. Dass am Ende alles erwartungsgemäß einen glücklichen Ausgang findet, ist dem Genre geschuldet, jedoch nicht überzeugend.
Elizabeth Banks liefert mit ihrer Rolle wahrlich keine Meisterleistung ab. Bis zum Ende des Films bleibt ihre Figur oberflächlich, naiv und blass. Dennoch gelingt es Banks als Alleinunterhalterin, die Lacher auf ihre Seite zu ziehen, auch wenn der Film nicht im Ansatz so komisch ausfällt, wie Trailer vermuten lässt. James Marsden („X-Men“) fungiert als Randfigur, die ebenfalls blass bleibt und kaum Raum für eigene Entfaltung erlangt. Ebenso ergeht es Gillian Jacobs („Bad Milo“) und Sarah Wright („21 & Over“), die als Freundinnen lediglich den Rand schmücken.

Fazit: Elizabeth Banks versucht mit aufgesetzten Selbstbewusstsein und weiblicher Intuition, die sich aufdrängenden Probleme zu lösen und gegen das dünne Drehbuch anzuspielen. Trotz einiger Lacher fällt der „Mädelsabend“ recht harmlos aus. Die zahlreichen Handlungswendungen widersprechen in vielen Szenen zwar der Logik, können aber dennoch unterhalten.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Universum Film


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