Macho Man

Macho Man (2015), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Macho Man Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Von 68ern erzogen, lebt Daniel Hagenberger (Christian Ulmen) dreißig Jahre als toleranter Frauenversteher. Jetzt ist er mit einer Türkin zusammen. Aber wie überlebt ein Frauenversteher in einer Welt voller Machos?
Daniel weiß genau was Frauen wollen: ein selbstbewusstes, männliches Auftreten und gestählte Muskeln. All das, womit er leider nicht dienen kann. Und dennoch gelingt es ihm das Herz der Türkin Aylin Denizoglu (Aylin Tezel) zu gewinnen - und ja, sie ist ein Volltreffer! Bei der ersten Begegnung mit Aylins Großfamilie wird Daniel allerdings schnell von seiner Wolke Sieben wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Gänzlich ungeschickt und wenig erfolgreich sind seine Versuche, Aylins Eltern (Vedat Erincin und Lilay Huser) und ihren Bruder Cem (Dar Salim) zu beeindrucken. Um in einer Welt voller Machos zu überleben, glaubt Daniel den Ausweg zu kennen: Ein Crashkurs in türkischer Männer-Kultur von Cem höchstpersönlich. Mit seiner aufpolierten Männlichkeit punktet Daniel zwar bei Aylins Familie, aber nicht bei seiner Angebeteten. Eine kurze Zeit gelingt ihm der Spagat zwischen selbstbewusstem Macho und respektvollem Partner, bis er den entscheidenden Schritt zu weit geht...


Christian Ulmen, Aylin Tezel und Axel Stein | mehr Cast & Crew


Macho Man - Trailer


Macho Man - Trailer


DVD und Blu-ray | Macho Man

Blu-ray
Macho Man Macho Man
Blu-ray Start:
01.04.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.
DVD
Macho Man Macho Man
DVD Start:
01.04.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Macho Man

Filmwertung: | 5/10


Die Liebe ist schon eigenartig. Manch ein Verliebter fühlt sich dazu genötigt, sich vollständig zu verbiegen, um dem oder der Angebeten zu gefallen. Wenn man dann wirklich den Partner mit dem neuen Ich erobern kann, mag man sich plötzlich selbst nicht mehr. Oder man verliert sich wie im Falle von „Macho Man“ komplett im neuen Ich und merkt dabei gar nicht, dass sich der Partner erschrocken abwendet. Im Grunde bleibt es immer das Gleiche. Mann und Frau versuchen sich selbst zu verändern, um dem anderem Geschlecht zu gefallen. Doch nach vielen Fettnäppchen erkennen alle, dass man besser immer sich selbst treu bleiben sollte, weil es nur dann mit der Liebe klappen kann. Auch Christof Wahls Komödie „Macho Man“ liefert keine Ausnahme, sondern bedient die altbekannten Klischees. Dass der Film dennoch liebenswert rüberkommt ist lediglich den charmanten Darstellern zu verdanken.

Christian Ulmen („Herr Lehmann“) übernimmt die Rolle des schüchternen Daniel, der nur erahnen kann, was die Frauen wollen. Als er die junge Türkin Aylin (Aylin Tezel – „Alamanya – Willkommen in Deutschland“) kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Und als sie zudem noch seine Zuneigung erwidert, schwebt Daniel im siebten Himmel. Sehr zur Verwunderung seiner Freunde, die von Daniels schüchternder Art wissen. Panisch bereitet sich Daniel auf das Treffen von Aylins Eltern kennen, die er mit allen Mitteln beeindrucken will. Doch wie soll ein deutsches Weichei, einen strengen türkischen Mann auch nur das Wasser reichen? Nach der ausführlichen Betrachtung bekannter Klischees werden die türkischen Männer wieder einmal als Inbegriff des starken Geschlechts in Szene gesetzt. Daniel hat nicht viel mit den knallharten Männern gemein und sucht sich professionelle Hilfe. Und diese findet er ausgerechnet in Aylins Bruder Cem (Dar Salim). Amüsant beginnt eine Angleichung der Männer, in der sich Daniel vom Softie zum oberflächlichen Macho wandelt. Nicht nur Aylin ist schockiert über den aufgesetzten und überheblichen neuen Daniel, auch der Zuschauer kann sich wenig mit dem künstlichen Ich des einst sympathischen Mannes anfreunden. Christian Ulmen als nun plötzlich harter Kerl wird Schauspielkollege Axel Stein („Nicht mein Tag“) gegenübergestellt. Nach außen hin betont männlich, doch im Herzen liebenswert und stets dem Wohle seine Ehefrau zugetan, werden durch Ulmen und Stein zwei konträre Männertypen entworfen.

Die Idee des Films stammt von Autor Moritz Netenjakob („Stromberg“), der in seinem gleichnamigen Roman seine eigene Geschichte um das Kennenlernen seiner türkischen Frau spinnt. Unter der Nutzung von kulturellen Unterschieden baut sich der seichte Humor des Films auf, der nette Momente zu bieten hat. Doch fehlt dem liebenswerten Film das gewisse Etwas, mit dem er sich von anderen Werken des Genres abzuheben weiß. Christof Wahl hätte bei seinem Regiedebüt durchaus mutiger sein können und die Beziehung zwischen den Kulturen etwas mehr vertiefen können. Gespickt mit einigen derben Sprüchen über die Griechen, gegen die man sich gemeinsam verbündet, wird der Film durchaus aufgeheitert, stürzt aber schon einmal über sein Ziel hinaus. Unsagbar komisch ist der Film bei weitem nicht. Doch wer nette Unterhaltung sucht, könnte mit „Macho Man“ einen netten Abend erleben.


Fazit:
„Macho Man“ liefert leichte Unterhaltung, die altbekannte Klischees zur Untermauerung eines Imagewechsels nutzt. Die persönliche Gradwendung vom Weichheit zum Macho ist überspitzt und kommt nicht gänzlich ohne peinliche Szenen aus. Dennoch kann Christof Wahl mit seinem Regiedebüt auch einige nette Momente inszenieren, in denen Christian Ulmen und Aylin Tezel liebenswert rüberkommen.
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Bilder © Universum Film