Ludwig II

Ludwig II (2012), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama / Historienfilm
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Ludwig II Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Voller Idealismus besteigt Ludwig im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. In einer Zeit, in der Krieg und Armut allgegenwärtig sind, träumt er von einer besseren Welt und möchte seine Macht dafür einsetzen, dass sein Volk in Frieden und Glück leben kann. Sein Reich soll zum Mittelpunkt der Schönheit werden, Kunst und Kultur sollen aufblühen, statt in Waffen möchte Ludwig die Staatsgelder in Theater, Musik und Bildung investieren. Er liebt die Opern Richard Wagners, seine Leidenschaft und Bewunderung für seine Werke und deren Sagenwelten sind so groß, dass er den umstrittenen Komponisten an seinen Hof holt. Er stürzt sich mit anfänglich großem Interesse ins politische Geschäft, besetzt mit den Jahren wichtige Posten des Hofstaats mit Vertrauten und schmiedet Allianzen. Doch die Umstände seiner Zeit sind gegen ihn. So wird sein geliebtes Reich in Kriege mit Preußen und Frankreich verwickelt und erleidet bittere Niederlagen. Seine Minister rebellieren gegen die kostspielige Förderung Wagners. Seine schon fest geplante, vom Volk ersehnte Hochzeit sagt er wieder ab, weil er sich eingestehen muss, dass ihn mit seiner Verlobten nicht mehr verbindet als innige Freundschaft. Ludwig kommt nicht zur Ruhe, zu tief sind auch die Abgründe seiner Seele, die ihn quälen und verzweifeln lassen. Desillusioniert zieht er sich zurück und flüchtet sich - während seine Gegner sich formieren und ihn stürzen wollen - mit seinen Schlössern in ein Traumreich der Phantasie. Bis zu seinem tragischen Tod, der wie Ludwig selbst bis heute „ein ewig Rätsel“ bleibt...

Sabin Tambrea, Sebastian Schipper und Hannah Herzsprung | mehr Cast & Crew


Ludwig II - Trailer




DVD und Blu-ray | Ludwig II

Blu-ray
Ludwig II Ludwig II
Blu-ray Start:
20.09.2013
FSK: 6 - Laufzeit: 143 min.
DVD
Ludwig II Ludwig II
DVD Start:
20.09.2013
FSK: 6 - Laufzeit: 137 min.

Filmkritik Ludwig II

Filmwertung: | 8/10


„Ludwig II“ ist eine Geschichte über einen jungen König, der an den Zwängen der Gesellschaft und an der Position, die er inne hatte, zerbrochen ist. Eine tragische Figur, die doch so viel Schönes erschuf und allem zum Trotz immer daran festhielt mit Hilfe der Kunst und Musik eine bessere Welt schaffen zu können.
Wer seine Geschichte nicht kennt, wird wahrscheinlich in einer ersten Reaktion den Kopf schütteln. Im zarten Alter von 19 Jahren wurde Ludwig II gekrönt, nachdem sein Vater Max II. verstarb.
"Blauäugig" und vollkommen unerfahren trat er im Alter von 18 Jahren sein Amt an. Und das zu einer Zeit in der Aufruhr und Ungewissheit herrschte.
Doch umso weiter man in die Geschichte und in die Persönlichkeit von Ludwig II. eintaucht, desto besser versteht man ihn und sein Wesen. Denn den beiden Regisseuren Marie Noëlle und Peter Sehr (Die Frau des Anarchisten, Love the Hard Way) ging es bei diesem Dreh nicht darum die einzelnen Lebensstationen des Königs durchzugehen, wie es bereits in früheren Filmen gemacht wurde, sondern man sollte einen Eindruck vom Innenleben eines Ludwig II. bekommen.

Der Film wurde daher so konzipiert, dass der Zuschauer sich in jeder Situation damit befassen und auseinandersetzen muss, wie er war und woher seine Entscheidungen rührten. Man taucht also tief in die Befindlichkeiten des Ludwig ein, was einen zugleich schockiert und auch fasziniert. Egal ob man die Geschichte dieses bayrischen Königs kennt oder vollkommen unbefangen in den Film geht - man bleibt einfach von der ersten Minute an aufmerksam und gespannt.
Der Zuschauer wird auf eine Reise geschickt durch das Innere eines Mannes, der mit aller Macht versuchte eine bessere Welt zu schaffen. Blind für die Realität und im ständigen Kampf mit seinen eigenen Gefühlen.

Bei der Suche nach dem idealen Schauspieler für Ludwig II. haben die beiden Regisseure Marie Noëlle und Peter Sehr genau die richtige Wahl getroffen. In einem Casting, bei dem 370 junge Schauspieler ihr Glück versuchten, konnte am Ende nur der 28 jährige Sabin Tambrea überzeugen. Und das zu Recht. Nicht nur, dass er optisch dem original Ludwig sehr nahe kommt, er ist auch ein grandioser Schauspieler und man hat einfach das Gefühl er lebt seine Rolle.
Für einen feinen Touch der Ironie in diesem Drama sorgen Charaktere wie der Lakai Mayr (Samuel Finzi) oder Frisör Hoppe (Volker Zack Michalowski). Diese Figuren, die zu den engsten Vertrauten des Königs zählten, nehmen dem Geschehen dezent die immer wieder kehrende Angespanntheit.
Insgesamt ist die Besetzung sehr gut ausgewählt worden. Von Edgar Selge (Hannas Entscheidung, Das Experiment), der Ludwigs hoch verehrten Komponisten Richard Wagner verkörpert, über Hannah Herzsprung (Schutzengel, Hell), die als Ludwigs Kusine in großem Stil die Kaiserin "Sissi" von Österreich verkörpert bis hin zu Friedrich Mücke (Russendisko, What a Man), der als Richard Hornig den eng anvertrauten und vermeintlich heimlich Geliebten des Königs spielte, haben alle Darsteller in ihrer Rolle voll überzeugt.

Doch ganz makellos ist "Ludwig II" nicht. Kostümtechnisch hätte man bei dem Alterungsprozess der Protagonisten etwas strenger sein können. Denn während Ludwig selbst sehr stark sichtbar gealtert "wurde", haben Hornig oder Lutz lediglich einige graue Strähnen verpasst bekommen. Dies schadet dem Verlauf zwar nicht, ist allerdings ein wenig verwirrend anzuschauen, trotz der jeweilig gekennzeichneten Zeitabschnitte. Zudem setzte man leider zu stark auf Spezialeffekte. Manche passen einfach nicht zum Geschehen und wirken teilweise auch eher zweitklassig.

Fazit:
Ein gebrochener Mann in einer Welt, die er nicht zu dem machen konnte, was er für richtig hielt. Eine Tragödie, die berührt und schockiert und bei der es eigentlich keine Rolle spielt, ob Ludiwg II in Wirklichkeit so war, wie man es hier vorgelegt bekommt.
Sehenswert ist dieser Streifen definitiv und wer kein Kulturbanause ist, sollte sich ihn anschauen.

by

Bilder © Warner Bros.