Life

Life (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Science-Fiction / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

-> Trailer anschauen

Life Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Die sechsköpfige Crew einer internationalen Raumstation steht kurz vor einer der wichtigsten Entdeckungen der Menschheitsgeschichte: dem ersten Beweis extraterrestrischen Lebens auf dem Mars. Als die Crew ihre Forschungen beginnt und die Methoden unerwartete Konsequenzen offenbaren, stellt sich plötzlich heraus, dass die Lebensform weit intelligenter ist als jemals erwartet...

Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und Rebecca Ferguson | mehr Cast & Crew


Life - Trailer




DVD und Blu-ray | Life

Blu-ray
Life Life
Blu-ray Start:
03.08.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Life Life
DVD Start:
03.08.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik Life

Filmwertung: | 7/10


Kurz nach dem recht polarisiert aufgenommenen „Passengers“ erfreut Sony erneut mit einem weiteren Science-Fiction-Film, der auf einem Original-Drehbuch basiert. Das ist an sich in Zeiten ständiger Sequels, Reboots, Remakes und Comicverfilmungen erfreulich, auch wenn „Life“ (aus der Feder der „Deadpool“-Autoren Rhett Reese und Paul Wernick) letztlich eine wenig originelle und recht überraschungsarme Angelegenheit darstellt. Life SzenenbildGroßes Vorbild war hier ganz offensichtlich – wie schon bei so vielen anderen vergleichbaren Filmen – Ridley Scotts „Alien“, der in wenigen Monaten mit „Covenant“ bekanntlich eine weitere heiß erwartete Fortsetzung erhält. „Life“ entpuppt sich als völlig solider, konsequenter und oft sehr effektiver Sci-Fi-Horror, der primär ein schnörkelloses B-Movie im aufwändigen A-Studiofilm-Mantel mit Starbesetzung darstellt und nicht mehr als ein paar fiese Thrills liefern will.

Wie auch „Alien“ mit seinen diversen Ablegern und Spielarten ist „Life“ auf einen einigen Spielort (in diesem Fall die Internationalen Raumstation ISS) begrenzt und ist entsprechend darum bemüht, eine möglichst klaustrophobische Atmosphäre zu kreieren. Das sechsköpfige Team der im Erdorbit kreisenden Raumstation führt zu Beginn die Mission aus, eine Raumsonde abzufangen, die mit einer Probe vom Mars bestückt ist. Die Crew ist angehalten das enthaltene Material zu analysieren, wobei Wissenschaftler Hugh Derry (Ariyon Bakare) die erste außerirdische Lebensform entdecken kann. Der „Calvin“ getaufte winzige lichtdurchlässige Organismus wird direkt weltweit als wissenschaftlicher Durchbruch gefeiert. Es dauert jedoch nicht lange, bis der offensichtlich intelligente Calvin zunehmend mutiert und eine zerstörerische Macht aufbaut, die das Leben der kompletten Mannschaft bedroht.

In seinen ersten ruhigen Einstellungen vom Weltraum strahlt „Life“ tatsächlich eine majestätische Größe aus, wobei Jon Ekstrands effektive Filmmusik eine unheimlich-ominöse Note ausstrahlt, bei der direkt Erinnerungen an „Alien“ wach werden. Life SzenenbildEs folgt eine bravouröse, ungefähr zehnminütige ununterbrochene Plansequenz, bei der Seamus McGarveys Kamera durch die Korridore und Luftschleusen der ISS schwebt und wirbelt, während sie der Crew bei ihrer Abfangmission der Marssonde folgt. Auch wenn der schwedische Regisseur Daniel Espinosa („Safe House“, „Kind 44“) hier sicher bewusst etwas Aufmerksamkeit auf sich selbst zieht, erweist sich diese schwerelose Sequenz durchaus als packend und sehr gelungen. Nach dieser tonangebenden Eröffnung ist die Erwartungshaltung jedenfalls nicht gering und man ist gespannt, welche Überraschungen „Life“ wohl bieten wird.

Entsprechend spannend bleibt es, wenn sich die ISS-Crew (u.a. namhaft mit Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds, Rebecca Ferguson und Hiroyuki Saneda besetzt) mit Calvin befasst und anfängliche Faszination recht schnell purem Terror weicht. Hier bietet der Film eine Folge von durchaus schockierenden Sequenzen, die damit eingeleitet werden, dass sich Calvin am Handschuh von Hugh Derry festkrallt und damit in einer schmerzhaft langgezogenen Szene zum ersten Mal seine zerstörerische Wirkung entfaltet. Espinosa macht hier jedenfalls keine Gefangenen und präsentiert eine überraschend brutale und schockierende Vision, die definitiv nicht jugendfrei ist. Besonders effektiv und gewissermaßen unberechenbar wird der Film auch dadurch, indem recht früh klar wird, dass hier keiner der prominenten Besatzungsmitglieder vor einem frühen Tod sicher ist.

Nach einigen wirkungsvollen Schockmomenten und einer zunehmend eskalierenden Situation an Bord beginnt dann der obligatorische Kampf ums Überleben und gegen den zunehmend wachsenden und scheinbar unzerstörbaren Calvin. Hier treibt „Life“ zunehmend in konventionelle Fahrwasser und entpuppt sich als typischer Slasher im Science-Fiction-Setting, bei der ein Crewmitglied nach dem anderen auf möglichst perfide Art dezimiert wird. Life SzenenbildViel mehr als solide, gut gemachte Genrekost ohne großen Anspruch oder jedwede Tiefe ist „Life“ dann eben nicht. Die internationalen Akteure, ob bekannter oder weniger bekannt, machen ihre Sache alle sehr glaubhaft, ganz große Schauspielmomente bleiben aber eher aus und überhaupt bleibt die Charakterisierung der Figuren eher eindimensional und oberflächlich. Gerade Gyllenhaal bemüht sich jedoch seiner Rolle zumindest etwas emotionale Tiefe zu geben.

So haftet „Life“ am Ende ein gewisser Wegwerf-Charakter an, denn auch wenn man hier hübsch produzierte, spannende und kurzweilige Unterhaltung geliefert bekommt, bleibt die ganze Angelegenheit sehr oberflächlich und man hat das Gefühl, alles schon mal irgendwie gesehen zu haben. Espinosa hält dennoch die Spannung konsequent hoch und zusätzlich entschädigt das angenehm böse und düstere Ende dann nochmal etwas und gibt dem Film zumindest eine subtil nachwirkende Note.


Fazit:
„Life“ ist ein visuell ansprechender, solider und schnörkelloser Weltraum-Slasher, der zwar in wenig originellem „Alien“-Fahrwasser treibt, aber dennoch dank einiger effektiver Schockmomente kurzweilige Spannung bietet.
by

Bilder © Sony Pictures