Liebesdings

Liebesdings (2022), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Inhalt

Roter Teppich, Scheinwerferlicht, Fans kreischen, Fotografen jagen nach dem besten Foto, Kamerateams erwarten Interviews – eine Premiere steht an und Deutschlands größter Filmstar, Marvin Bosch (Elyas M’Barek), wird sehnsüchtig erwartet. Nur: Marvin kommt nicht. Denn das Interview mit der bissigen Boulevardjournalistin Bettina Bamberger (Alexandra Maria Lara) ist gründlich schiefgegangen und der Star landet auf seiner Flucht vor den Medien ausgerechnet im feministischen Off-Theater „3000“ von Frieda (Lucie Heinze), das kurz vor dem Aus steht. Werden es Marvin, Frieda und ihre Freunde schaffen, das Theater zu retten, Marvins Ruf wiederherzustellen und, vor allem, der Liebe eine Chance zu geben?

Elyas M‘Barek, Lucie Heinze und Peri Baumeister | mehr Cast & Crew


Liebesdings - Trailer




Filmkritik Liebesdings

Filmwertung: | 4/10


Es gibt diese Namen, an denen man sofort sieht, aus welchem Land eine Produktion kommt und ob sie den Klischees entspricht oder diesen entkommt und mal etwas Neues macht. "Liebesdings" ist ein solcher Name und er ist das Paradebeispiel, wie es mit Klischees nicht funktioniert. Im Kern geht es um Marvin, er ist ein Schauspieler und wird von allen Frauen angehimmelt und jeder Mann wäre nur zu gerne mit ihm befreundet. Er hat alles, was man gerne hätte und könnte doch glücklich sein, allerdings ist er es nicht und so passiert es, dass er am Abend der Premiere seines neusten Films stattdessen lieber in einem heruntergekommenen und ärmlichen Theater ankommt. Sonst würde er so etwas nicht mal ansehen, geschweige denn hereingehen. Doch an dem Abend und einer ordentlichen Portion Alkohol ist es das Beste, was ihm hätte passieren können und schon sehr bald wird sich nicht nur sein Liebesleben ganz schön verändern. 

 Marvin (Elyas M'Barek) wird von Paparazzi belagert.
Marvin (Elyas M'Barek) wird von Paparazzi belagert. © Constantin Film Verleih / Violetta Grimm
Die erste Stärke dieses Films ist, dass es ihm gelingt auf dem Level des Trailers zu bleiben. Es gibt keine negativen Überraschungen, aber auch nichts, was man noch nicht gesehen hat. Wer den Trailer mochte, bekommt hier eine längere Version von ihm spendiert. Wer jedoch nicht, hat in den wenigen Minuten schon alles gesehen und kann sich den Rest zusammenreimen. Es ist also nur fair und sicherlich wird er seine Zielgruppe finden können. Ein weiterer Grund dafür dürfte auch sein Hauptdarsteller sein. Elyas M'Barek ist immer wieder ein wahrer Sympathieträger und kann schlechte Filme mit Leichtigkeit anheben. Man glaubt die Gefühle seiner Figur und es ist besonders interessant neben die Liebesgeschichte zu schauen. Dort liegen nämlich viel eher die Stärken. Es ist spannend zu sehen wie Ruhm und Reichtum einen jungen Star zwar freuen, aber auch zeitgleich auch kaputt machen kann. Es sind nicht alle Probleme vergessen, nur weil man reich ist und oftmals bekommen das die Fans nicht mit, denn sie wollen den Strahlemann mit dem perfekten Leben und nicht den normalen Menschen hinter der Fassade. Da ist die Presse ganz anders. Sie wollen meist das Gebrochene und damit Geld machen, auch wenn das bedeutet, die Grenzen eines vernünftigen Miteinanders zu sprengen und respektlos zu werden. Beides kommt hier genug vor und funktioniert.

Frieda (Lucie Heinze) betreibt das feministische Off-Theater
Frieda (Lucie Heinze) betreibt das feministische Off-Theater "3000". © Constantin Film Verleih / Violetta Grimm
Elyas M'Barek kennt das sicherlich auch manchmal aus seinem eigenen Leben und ist damit nicht alleine. Es gibt so viele Stars, die daran kaputtgehen und es ist interessant das mal in einem solchen Rahmen anzusprechen. Doch auch die Geschehnisse aus der Jugend von Marvin sind gut ausgearbeitet. Es gibt neben ihm auch noch einen guten Star Cast mit einigen Cameo-Auftritten, was sicherlich den ein oder anderen Kinogänger erfreuen dürfte. Trotzdem ist Elyas M'Barek das Herz des Projekts und das sieht man auch im Umgang mit seiner Kollegin. Sie bleibt definitiv in seinem Windschatten und sie haben auch nicht die beste Chemie. Man glaubt ihnen nicht die Gefühle zueinander und wenn es ums Thema Liebe geht, sind das die Momente wo das Emotionale nicht funktioniert. Außerdem ist es schön, dass dies ein femininer Film sein soll und er auf manche Dinge aufmerksam machen will. Leider macht er das so sehr mit der Brechzange und hat dabei einige merkwürdige Einfälle, dass es zwar zum Diskutieren und austauschen kommen wird, jedoch aus den falschen Gründen. Viel eher erzeugen all diese Momente eher Fremdscharm und das nicht, weil man nicht über diese Themen sprechen sollte oder sie nicht wichtig sind. Es ist wichtig, dass solche Themen mehr in der Gesellschaft besprochen werden, aber bitte nicht so und auf einem solchen Weg. 

Fazit:
Liebesdings bleibt ein typisch deutscher Film, mit einem überzeugendem Hauptdarsteller und einigen Themen, die er aufnimmt, die man nicht so oft in einer deutschen Komödie sehen kann. Jedoch ist er an vielen Stellen zu krampfhaft und ist weder lustig noch wirklich romantisch. Er hat sich also in seinem Genre vertan, ist aber keine Vollkatastrophe.
by Peter Brauer

Bilder © Constantin Film