Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht

Le fil / The String (2010), Frankreich / Belgien
Laufzeit: - Genre: Drama / Gay
Kinostart Deutschland: - Verleih: Pro-Fun

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Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Als Malik, 30, nach dem Tod seines Vaters von Frankreich nach Tunesien zurückkehrt, muß er zwangsläufig wieder mit seiner Mutter (Claudia Cardinale) unter einem Dach wohnen. Nur allzu gerne würde er ihr sagen können, dass er auf Männer steht - aber er bringt es einfach nicht über's Herz und verfängt sich zusehens in einem Geflecht von Lügen.

Als ihm aber Bilal (Salim Kechiouche) begegnet, scheint auf einmal alles möglich. Dem jungen Architekten Malik, seinem Liebhaber Bilal und dessen Mutter gelingt es trotz aller Widrigkeiten, sich von den allgegenwärtigen Tabus und Vorurteilen zu befreien und ihr neues Leben begeistert anzunehmen. In der Hitze des nord-afrikanischen Sommers finden Sie endlich das Glück, nach dem sie schon so lange gesucht haben.


Claudia Cardinale, Salim Kechiouche und Antonin Stahly | mehr Cast & Crew


Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht - Trailer




DVD und Blu-ray | Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht

DVD
Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht
DVD Start:
19.11.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

Filmkritik Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht

Filmwertung: | 6/10


Der dreißigjährige Malik (Antonin Stahly) kehrt aus Frankreich nach Tunesien zurück. Dort wohnt er im Haus seiner Mutter Sara (Claudia Cardinale), die, wie auch seine Großmutter, sich kaum etwas Dringlicheres wünscht als dass Malik Vater wird. Doch dem steht ein Geheimnis entgegen, das Malik mangels Mut, sich zu outen, mit sich trägt: Er ist schwul. Der Arbeiter Bilal (Salim Kechiouche), der im Garten Saras beschäftigt ist, hat es ihm angetan. Zaghaft versucht Malik sich ihm anzunähren, immer unter dem Druck seiner Familie. Zu allem Überfluss gibt es jedoch noch weitere Probleme: Ein befreundetes lesbisches Paar mit Kinderwunsch, ein todkrankes Familienmitglied.

Auch wenn die Homosexualität Maliks im Mittelpunkt steht, geht es in dem Film von Regisseur Mehdi Ben Attia nicht allein um die Selbstfindung in der gleichgeschlechtlichen Liebe. Viel mehr ist „Le Fil“ ein Werk über das gesamte Leben mit seinen Problemen. Demnach liegt auch eine hohe Ereignisdichte vor. Malik kommt nach Hause, Malik verliebt sich, Malik streitet sich mit seiner Mutter, Malik heiratet, Malik erfährt von dem nahenden Tod eines Familienmitglieds. Keines dieser Ereignisse wirkt aufgesetzt oder unglaubwürdig. Auch in dieser hohen Dichte weisen sie alle einen hohen Grad an Authentizität, wie übrigens auch alle Charaktere samt Dialogen und Reaktionen, getragen von der Entscheidung, die Texte nicht zu synchronisieren, sondern im O-Ton zu belassen und mit Untertiteln zu versehen, auf. Allerdings liegt hier gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt des Streifens: Letzten Endes werden es zu viele Lebensfronten, an denen Malik kämpfen muss. Dadurch fällt es dem Zuschauer schwer, sich emotional einzufinden. „Le Fil“ gelingt es nicht, sein Publikum zu erreichen, um die entsprechenden Gefühle zu vermitteln. Gestützt wird dieser Aspekt zudem von einigen größeren Zeitsprüngen. Ben Attia schafft somit ein Drama, das zwar glaubwürdig in allen Facetten ist, aber auch unnahbar bleibt.

Optisch wählte er bewusst matt gehaltene Farben. So wird grundsätzlich eine beklemmende Atmosphäre gezeugt, die aber auch in den richtigen Szenen aufbricht. So gelingt es „Le Fil“ beispielsweise auch zwischen all den Konflikten nicht die schönen Momente komplett auszuklammern, etwa wenn Malik und Bilal zusammen am Strand liegen. Hin und wieder sind symbolische Einschübe zu finden. Der verzweifelnde Malik fühlt sich wie gefangen, gefesselt – und so wird es auch für einen Augenblick gezeigt. Ob diese Momente der Symbolik eine Bereicherung darstellen oder nicht, dürfte hierbei vom Geschmack des Zuschauers abhängen. Wirklich relevant sind sie jedenfalls nicht, sind es ihrer doch nur wenige an der Zahl. Um eine verstärkte Nähe zu der Handlung mit ihren Protagonisten aufzubauen, setzt Ben Attia stellenweise eine bewusst wackelige Handkamera ein. Auch das ein Mosaiksteinchen, das die Gesamtglaubwürdigkeit verstärkt und fühlbarer macht.

Fazit
Ein sehr glaubwürdiges Drama über Familie, Zugehörigkeit und Homosexualität, dessen Funke aber nie so richtig überzuspringen vermag. Eine zu hohe Ereignisdichte verhindert eine wirkliche Einfühlung des Zuschauers.
by Bastian

Bilder © Pro-Fun


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