Le Grand Bal - Das große Tanzfest

Le Grand Bal - Das große Tanzfest (2018), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: Arsenal

Le Grand Bal - Das große Tanzfest Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Wirbelnde Körper, sprühende Lebensfreude, mitreißende Musik: Eine Woche währt das rauschende Tanzfest, das jedes Jahr im Sommer in einem kleinen Dorf in der Auvergne stattfindet. 2000 Menschen aus ganz Europa, jeden Alters und mit unterschiedlichster Herkunft tanzen sieben Tage und acht Nächte unnunterbrochen – verlieren das Gefühl für die Zeit, trotzen ihrer Müdigkeit und ihren Körpern. Alle drehen sich, lachen, genießen das ausgelassene Schweben und Hüpfen, erleben pure Lebensenergie und die reine Tanzfreude, die alle miteinander verbindet.
Seit 30 Jahren gibt es das Festival LE GRAND BAL, seit 15 Jahren fährt Regisseurin Laetitia Carton an diesen magischen Ort, an dem fröhliche Gemeinsamkeit so unbändig zelebriert wird. Beim Tanzen entsteht eine sublime Verbindung zwischen den Menschen, die das Fest zu einer überschäumenden Feier des Lebendigseins werden lässt. Der Film zeigt DAS GROßE TANZFEST und stellt persönliche wie philosophische Überlegungen zum Tanzen allgemein.




Filmkritik Le Grand Bal - Das große Tanzfest

Filmwertung: | 7/10


Der Film le Grand Bal – das große Tanzfest, eine Dokumentation aus dem Jahr 2018 von Laetitia Carton handelt von dem einzigartigen Festival Le Grand Bal. Das Fest findet jedes Jahr in einem kleinen Dorf in Auvergne sieben Tage lang statt. Tagsüber wird tanzend geübt, in Form von Workshops und nachts gibt es die großen und kleinen Bälle in verschiedenen Zelten, mit jeweiliger Live – Musik.
Das Schöne an diesem Film, war die Liebe zum Tanz, die untermalt wird. Es wird versucht, den Tanz auf eine viel tiefere und innigere Dimension zu zeigen, als wir ihn in unserem täglichen Leben kennen.

„Tanzen ist der Kampf gegen alles,
was uns zurückhält, gegen alle Last,
gegen alles, was uns schwerfällig macht.“


Le Grand Bal: Tanzpaar in inniger Umarmung
Le Grand Bal: Tanzpaar in inniger Umarmung © Arsenal Filmverleih
Jeder hat die Möglichkeit sich sieben Tage auf diese Art Ektase einzulassen. Die Off –Stimme untermalt dies und erzählt, die Begegnung ihres ersten Tanzes und ihre Geschichte zum Le Grand Bal Festival. Der Film beginnt mit einer Autofahrt zu dem Ort, an dem das Festival stattfinden wird. Die Sprache ist französisch mit deutschen Untertiteln. Zu Beginn wurde ich verführt in diese Rauschhaftigkeit, in diese Ektase des Tanzes – wohl, weil der Film mir selbst viel aus der Seele gesprochen hat, als leidenschaftliche Tänzerin. Doch was passiert, wenn man zunächst keinen Zugang zum Tanz hat, wenn man diese Leidenschaft nicht empfindet? Gibt der Film auch jenen, die nicht leidenschaftliche Tänzer sind, die Möglichkeit sich darauf einzulassen, dem Tanz ein Stück näher zu kommen? Ich weiß es nicht. Für mich scheint der Film annähernd bereits eine Freude zum Tanz voraussetzen. Man versteht bestimmte Dimensionen dann wohl besser.

Le Grand Bal: Schwungvoller Tanz
Le Grand Bal: Schwungvoller Tanz © Arsenal Filmverleih
Doch zeigt sich auch, beispielsweise an den Gesprächen der geübten Tänzer, den Mangel an Interesse gegenüber Anfängern, auch wenn es nicht auf diese Weise vom Filmemacher gezielt übermittelt wird. Aber vielleicht ist gerade das das Ziel von Carton gewesen. Sie schafft es immerhin eine weitgehend neutrale Off - Stimme zu kreieren, die mit dem Film das Festival stets an verschiedenen Orten begleitet, stets distanziert, ruhig, mit wenig und klaren Worten und dabei in keiner Weise raumeinnehmend.


Fazit:
Insgesamt lässt sich der Film gut ansehen, auch wenn er mehr Werbung als Dokumentation zeigt. Weniger Kitsch, weniger Poesie zusammen mit Tanz würde wohl das tragende Element des Filmes die Idee, die ich lese, nämlich die Entführung in eine andere schönere harmonischere Welt, besser darstellen. Doch die Idee bleibt schön, auch die Umsetzung ist im Ganzen und Allgemeinen schön.
Und vielleicht, wenn wir nach dem Film alle mehr zu tanzen beginnen, den Tanz als neue Kommunikation sehen, vielleicht verstehen wir den Film besser, auf eine andere Ebene. Vielleicht sagt er dann noch mehr aus.
by

Bilder © Arsenal


Cast und Crew

Regisseur:
Laetitia Carton

Produzent:
Jean-Marie Gigon

Drehbuch:
Laetitia Carton

Kamera:
Karine Aulnette, Prisca Bourgoin