Kong: Skull Island

Kong: Skull Island (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Kong: Skull Island Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Im Film wird ein sehr vielfältiges Wissenschaftlerteam zusammengestellt, das sich auf eine unerforschte Pazifikinsel wagt: Die Insel birgt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren, weil die Entdecker nicht ahnen, dass sie in das Revier des mythischen Kong eindringen.

Brie Larson, Samuel L. Jackson und Tom Hiddleston | mehr Cast & Crew


Kong: Skull Island - Trailer




DVD und Blu-ray | Kong: Skull Island

Blu-ray
Kong: Skull Island Kong: Skull Island
Blu-ray Start:
03.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.
Kong: Skull Island (3D Blu-ray) Kong: Skull Island (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
03.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.
Kong: Skull Island (4K Ultra HD) Kong: Skull Island (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
03.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.
DVD
Kong: Skull Island Kong: Skull Island
DVD Start:
03.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

Filmkritik Kong: Skull Island

Filmwertung: | 5/10


Als King Kong 1933 das erste Mal auf der Leinwand das Empire State Building erklomm, schrieb er damit Filmgeschichte und hob das Maß dafür, was mit dem Medium Film möglich war, um ein Vielfaches an. Doch selbst dieser Status hat den Klassiker nicht davor bewahrt, der Gelddruckmaschine Hollywoods als Brennmaterial zu dienen. Noch im selben Jahr der Veröffentlichung des Originals folgte mit „King Kongs Sohn“ schon so etwas Ähnliches wie eine Fortsetzung und es sollte noch so viel mehr kommen. Kong: Skull Island SzenenbildDie Leute wollten Kong und sie bekamen Kong. Mit einigen Remakes und anderen Adaptionen der Grundidee ist King Kong schon lange kein unberührtes Heiligtum mehr, sondern kann vielmehr als Zeitzeugnis dafür gesehen werden, welchen Weg die Filmindustrie mit jeder neuen Interpretation geht. Doch noch nie war das Ergebnis so erschreckend, wie bei Warners neustem Versuch mit Disneys Marvel-Formel Geld zu verdienen.

Eigentlich kann man Warner keinen Vorwurf dafür machen mit ihren Namensrechten und einer Neuverfilmung des Stoffes ein bisschen Geld verdienen zu wollen. Peter Jacksons Version des Riesenaffens lief schon vor gut zwölf Jahren über die Leinwände und die Zeit schien richtig um mit etwas Nostalgie die Zuschauer in die Kinos zu locken. Zwar wäre das nicht die ambitionierteste Motivation gewesen, um Kong erneut von einem Hochhaus runterschiessen zu lassen, doch wäre sie nachvollziehbar gewesen. Was das Filmstudio stattdessen versucht, scheint nüchtern betrachtet geradezu lächerlich zu sein. Mit all den Lizenzen die Warner Bros. aufbringen kann, will das Unternehmen nun einen neuen Konkurrenten für Disneys Marvel-Universum kreieren und greift dabei auf Godzilla, King Kong & Co. zurück. Somit heißt es nun willkommen zum „Monsterverse“ oder irgendetwas in der Richtung.

Kong: Skull Island Szenenbild Da wir es nun nicht mehr mit einem eigenständigen Film zu tun haben, sondern mit der Anfangsphase eines Franchises, muss sich jeder Zuschauer bewusst sein, dass es sich bei „Kong: Skull Island“ um eine Origin-Story handelt. Deshalb, und das sollte eigentlich etwas Erfreuliches sein, bekommt man es hier nicht zum gefühlt zwanzigsten Mal mit der Geschichte zu tun, wie eine Filmcrew auf eine exotische Insel kommt, wo ein Riesenaffe lebt, der sich in eine Frau verliebt, gefangen genommen wird und am Ende gegen Flugzeuge kämpft. Stattdessen servieren die Drehbuchautoren die wahnsinnig tiefgreifende und vielschichtige Handlung, um eine Filmcrew die auf eine Insel kommt, von der sie wieder runter will. Ach und Kong ist auch da und kämpft gegen Echsen. Echsen mit zwei Beinen. Ohne Arme. Wahnsinnig spannend.

Doch da diese Kampfsequenzen definitiv den Fokus des Films darstellen und demzufolge dort etwas mehr Geld reingeflossen ist, fühlen sich einige Kämpfe auch echt wuchtig an. Wenn Kong zuschlägt sieht das auch echt wie ein Schlag aus und man spürt die Kinetik des Geschehens. Diese Sequenzen und die Arbeit des Kameramanns, der von Zeit zu Zeit, unter der Zuhilfenahme von CGI, ein paar echt gute Bilder erschafft, die sich thematisch ähnlich wie der gesamte Film an Vietnamepen, wie beispielsweise „Apocalypse Now“, orientiert, sind die eigentlichen Highlights des Films. Dank Nostalgie, Hommage und Adrenalin funktionieren diese Aspekte des Gesamteindrucks und entschädigen für die dünne Handlung und die ebenso dünnen Charaktere.

Kong: Skull Island Szenenbild Es ist und wird wahrscheinlich immer ein Rätsel bleiben, was sich die insgesamt drei Drehbuchautoren bloß bei diesem Skript gedacht haben. Denn ihre unglaubliche komplexe Geschichte wird von unglaublich komplexen Charaktere durchlebt. Da haben wir zum Beispiel den Jäger, der unglaublich gut im Jagen ist, oder die Fotografin, die unglaublich gut im Fotografieren von Sachen ist, oder vier Forscher, von denen zwei nett und zwei nicht so nett sind. Der einzige Versuch über diese Eindimensionalität der Protagonisten und Handlungsträger hinwegzutäuschen ist die dauerhafte Nutzung von Selbstironie, die einfach nur im Film ist, weil es bei Marvel funktioniert hat. Allein zwei Figuren machen den Anschein, dass wenigstens ein bisschen Arbeit in ihre Ausarbeitung gesteckt wurde. John C. Reilly und Samuel L. Jackson sind die einzigen beiden Schauspieler, die nicht ganz so stark unter den Schwächen des Drehbuchs zu leiden haben, da sie etwas bekommen mit dem Sie arbeiten können. Reilly profitiert zum Beispiel dadurch, dass er allein eine Hintergrundgeschichte bekommt und der Humor, deshalb bei ihm funktioniert, wohingegen Jackson einen inneren Konflikt in sich trägt, der seinem Charakter Tiefe verleiht. Alle anderen Darsteller fungieren als leere Fassaden von Figuren, die einfach nur dazu da sind den Text aufzusagen und die Handlung voranzutreiben. Eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, dass der Cast solche Größen, wie Tom Hiddleston, Oscar-Preisträgerin Brie Larson und John Goodman enthält.

Als letzter Negativpunkt ist wohl noch das Regiedilemma zu erwähnen. Kong: Skull Island SzenenbildDenn mit Jordan Vogt-Roberts hat sich ein großes Studio mal wieder einen Indie-Regisseur geschnappt, dem nach einem Erfolg gleich wieder ein Millionenprojekt aufgeschwatzt wurde. Verständlicherweise überfordert und immer Bedacht, die Forderungen der Bosse einzuhalten, hat Roberts wahrscheinlich seine Visionen zurückgestellt um auf die Forderungen der Produzenten einzugehen und das Resultat ist, wie so oft ein unausgereifter Film, dessen Tonalität einfach nicht einheitlich ist. So wirkt es oft als ob die Geschichte nicht entscheiden könne, welchen Pfad sie jetzt gehen soll. Entweder den humoristisch, selbstironischen oder den realistisch, ernsten. Was bleibt ist ein Misch-Masch, der versucht beides zu sein und auch bei beidem versagt.


Fazit:
Wer unbedingt sehen will, wie King Kong motivationslos auf Helikopter und zweibeinige Riesenechsen eindrischt oder bei der Geburtsstunde eines weiteren Franchises dabei sein möchte, den soll nichts zuhause halten, denn dann ist das der Film für dich. Schöne Bilder liefern sich einen Kampf mit dummen Charakteren in einer dummen Geschichte, während im Hintergrund die adaptierte Marvel-Formel durchgekaut wird.
by

Bilder © Warner Bros.