Kokowääh

Kokowääh (2010), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Kokowääh Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Drehbuchautor Henry (Til Schweiger) hangelt sich von einer glücklosen Liebschaft zur Nächsten und beruflich kommt er auch auf keinen grünen Zweig. Wie aus heiterem Himmel erhält er ein sensationelles Angebot: er soll als Co-Autor an einer Bestsellerverfilmung arbeiten – zusammen mit der Autorin, seiner Ex-Freundin und großen Liebe Katharina (Jasmin Gerat). Während Henry auf seine große zweite Chance hofft, taucht plötzlich die 8-jährige Magdalena (Emma Tiger Schweiger) vor seiner Wohnungstür auf und stellt sein Leben auf den Kopf. Sie soll seine Tochter aus einem vergessenen One-Night-Stand sein und Henry soll sich erst mal – solange die Kindsmutter Charlotte (Meret Becker) in den USA eine Gerichtsverhandlung hat – um Magdalena kümmern. Henry ist genauso wie Tristan (Samuel Finzi), der sich bisher für den Vater der Kleinen hielt, mit der neuen Situation überfordert.
Von jetzt auf gleich Vater werden ist nicht leicht. Erst recht, wenn man nebenher das Buch seines Lebens schreiben und die große Liebe zurückgewinnen muss…


Til Schweiger, Emma Tiger Schweiger und Jasmin Gerat | mehr Cast & Crew


Kokowääh - Trailer




DVD und Blu-ray | Kokowääh

Blu-ray
Kokowääh Kokowääh
Blu-ray Start:
19.08.2011
FSK: 6 - Laufzeit: 126 min.
DVD
Kokowääh Kokowääh
DVD Start:
19.08.2011
FSK: 6 - Laufzeit: 121 min.

Filmkritik Kokowääh

Filmwertung: | 10/10


Der Frauenschwarm und Drehbuchautor Henry vertreibt sich die Zeit mit wechselnden Bettgeschichten. Seine beruflichen Erfolge gehören der Vergangenheit an und nur durch den Einsatz seiner Agenten kann er sich über Wasser halten. Als er von seiner Ex-Freundin Katharina gebucht wird, um mit ihr gemeinsam ein Drehbuch für die Verfilmung ihres Bestsellers zu schreiben, wittert Henry eine Chance wieder als Autor im Filmgeschäft Fuss zu fassen. Doch dann steht plötzlich die achtjährige Magdalena vor seiner Tür. Sie entpuppt sich als seine Tochter und soll vorläufig bei ihm wohnen, solange sich ihre Mutter Charlotte in New York bei einem Gerichtsverfahren befindet.
Henry weigert sich dies zu glauben und bringt die Kleine zu Charlottes Ehemann, dem Kieferchirurgen Tristan. Doch dieser weigert sich, nachdem er acht Jahre lang glaubte Magdalenas leiblicher Vater zu sein, das Mädchen wieder bei sich aufzunehmen. Henry muss also in den sauren Apfel beißen und Magdalena bei sich aufnehmen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet er sich jedoch in der Vaterrolle ein und meistert den Alltag mit Hausaufgaben, Haushalt, Drehbuchschreiben und den ersten Problemen. Tristan fängt an, seine Tochter zu vermissen und sucht wieder den Kontakt zu ihr und Charlotte. Als Magdalena die Wahrheit erfährt, endet alles in einem Chaos, denn auch Katharina kommt hinter das Geheimnis des kleinen Mädchens und bricht den Kontakt zu Henry ab. Nachdem sich Tristan und Charlotte wieder versöhnt haben, kehrt Magdalena zu ihren Eltern zurück. Henrys Welt ist damit wieder hergestellt. Doch die letzten Tage und Wochen haben ihm gezeigt, dass er dieses Leben gar nicht mehr will. Entschlossen dazu, seine große Liebe und seine Tochter zurückzugewinnen, schreibt er das Drehbuch seines Lebens.

Die Frage, wie schnell ein Mann biologisch Vater werden kann, muss nicht anhand eines Filmes erläutert werden. Aber wie schnell ein Mann mit vollen Bewusstsein und mit seinem ganzen Herzen zum Vater wird, zeigt dieser Film. Plötzlich steht ein kleines Mädchen vor der Tür und behauptet die Tochter zu sein, von der man(n) bisher nichts wusste. Nachdem diese Tatsache zunächst entschieden abgelehnt wird, merkt man(n) doch schnell, wie dieses kleine Mädchen nicht nur die Wohnung, sondern auch das Herz einnimmt. Und schon ist man gefangen und möchte für dieses Kind das eigene Leben ändern, um ihm alles zu bieten. Genau dieses Gefühl hat Til Schweiger eingefangen und auf die Leinwand gebracht.

Das Kinder auch finanziell betrachtet eine sehr große Anlage sind, beweist die Rechnung, die Tristan Henry für die letzten acht Jahre vorlegt. Durch Privatschule, Tanzunterricht und jährliche Urlaube hat Magdalene ihren bisherigen Vater mehr gekostet, als Henry vermutlich in den letzten Jahren verdient hat. Glücklicherweise wird dieses Geld nie eingefordert und unabhängig davon erklärt Magdalena, dass sie beide Väter liebt. Daraus ergibt sich am Ende eine Art Patchwork-Familie wie sie heutzutage allgegenwärtig ist.

Die Urfassung von Kokowääh stammte vom Produzenten und ehemaligen Agenten Schweigers Béla Jarzyk. Das ursprüngliche Drama wurde innerhalb von fünf Monaten als Komödie umgeschrieben. Gedreht wurde der Film an 38 Drehtagen, da er innerhalb der Sommerferien der siebenjährigen Emma fertig werden musste. Außerdem durfte Emma, wegen gesetzlicher Auflagen, am Tag nur 3 Stunden bei den Dreharbeiten dabei sein. Als Lokation wurde Berlin ausgewählt und durch die bekannten Sehenswürdigkeiten als Metropole gezeigt. Sieht man Til Schweiger heute vor der Kamera, erinnert man sich an seine letzten Filme. Kaum jemand weiß heute noch, dass er damals mit einer Rolle in der „Lindenstrasse“ bekannt wurde. Er verkörpert Henry auf eine chaotisch, sympathische Art und Weise. Und der Zuschauer ist immer in der Lage gemeinsam mit seiner Rolle eine Entwicklung durchzumachen. Auch wenn es ihm noch immer problemlos gelingt in jeder Situation einen Lacher zu erzielen, so stiehlt ihm seine Tochter Emma schon heute die Show.
Jasmin Gerat spielt Katherina mit Hingabe. Sie versteht es eine Frau mit Prinzipien darzustellen, die in der Lage ist Fehler der Vergangenheit zu vergessen und kleine Taten, wie Henrys Drehbuch, als Zeichen der Liebe und Zuneigung anzuerkennen.
Der gebürtige Bulgare Samuel Finzi, der seit 2009 in der Serie „Flemming“ den Polizeipsychologen verkörpert und schon in etlichen Filmen mitwirkte, spielt den überheblichen Kieferchirurgen. Plakativ lässt er diese Fassade fallen und zeigt das Reichtum nicht vor Einsamkeit schützt. Sehr authentisch verkörpert er einen Vater, der sich mit der Tatsache abfinden muss, dass man ihm ein Kuckuckskind untergeschoben hat und das diese dennoch nicht seine Gefühle zerstören können.
Die Gastrolle von Katharina Talbach als Patientin mit Kiefersperre ist komisch und typisch Schweiger-Humor. Durch diese Art von Komik werden im Grunde eher traurige oder gespannte Situation aufgeheitert. Nur durch die Mischung von Tragik und Humor entsteht eine stimmige Handlung.

Fazit:
Ein „Schweiger“ Film der großen Klasse für die gesamte Familie. Mitgeschrieben, -produziert und gespielt von Til Schweiger. Auf dem bekannten Niveau von „Keinohrhase“ und „Zweiohrküken“ nur besser! Die Komik des Films ist besser platziert und die Ausführung durch Emma Schweiger fantasievoll, auf kindgerechte Art und Weise dargestellt. Denn wer schmunzelt nicht, wenn Emma alias Magdalena völlig trocken und unbeeindruckt, nachdem ihr Vater die Eier zerhaut, damit die Kleine nicht wieder beim Spiegeleierbraten die Küche in Flammen setzt, antwortet „na Rühreier kann ich immer noch machen!“.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Warner Bros.