König von Deutschland

König von Deutschland (2013), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Zorro

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König von Deutschland Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Lieblingsfarbe: Blau. Lieblingsbuch: Herr der Ringe. Lieblingsspeise: Schnitzel mit Pilzsoße. Liebste Freizeitbeschäftigung: Fußball gucken. Um 23:04 Uhr im Bett, um 6:18 Uhr klingelt der Wecker, dann 24,6 Minuten im Bad. Jeden Tag 4 Stunden fernsehen, 37 Minuten lesen und 15 Minuten mit der Partnerin unterhalten. 7 Minuten bis zum Höhepunkt.

Wir haben ihn gesucht und gefunden, er ist, als durchschnittlichster Deutscher, der... KÖNIG VON DEUTSCHLAND! Thomas Müller (OLLI DITTRICH) ist der durchschnittlichste Deutsche und führt eine ganz durchschnittliche Ehe mit Sabine (VERONICA FERRES), hat die durchschnittlichen Verständnisprobleme für seinen durchschnittlich pubertierenden Sohn Alexander (JONAS NAY) und dessen Freundin Mira (JELLA HAASE) und steckt, wie so viele, am Rande des ganz durchschnittlichen Abgrundes: Job verloren, Immobilienkredit am Hals, Ehe kriselt. Von seiner Verzweiflung fast überwältigt trifft Thomas auf den charismatischen Stefan Schmidt (WANJA MUES), der nicht nur für all seine Sorgen Verständnis und ein offenes Ohr hat, sondern Thomas kurzerhand einen neuen Job anbietet. Stefan ist unglaublich interessiert an seiner Meinung zu allem und jedem, von der Biermarke, seiner Lieblingsmusik, der Krawattenfarbe bis zu seinen politischen Ansichten. Doch eines Tages findet Thomas raus, warum er plötzlich so wichtig geworden ist – denn was der durchschnittlichste Deutsche denkt, das lenkt die Masse.


Olli Dittrich, Veronica Ferres und Wanja Mues | mehr Cast & Crew


König von Deutschland - Trailer


Knig von Deutschland - Trailer HD


DVD und Blu-ray | König von Deutschland

DVD
König von Deutschland König von Deutschland
DVD Start:
07.03.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik König von Deutschland

Filmwertung: | 6/10


Nach den Statiken zufolge ist der normale Durchschnittsbürger von Deutschland problemlos anhand seiner Gewohnheiten zu kategorisieren. Für die Meinungsumfragen werden die Bürger regelrecht am Telefon oder per Infopost bedrängt. Die moderne Marktforschung wird immer dreister, um mittels der relevanten Statistiken ihre Produkte effizient an den Käufer zu bringen. Regisseur und Drehbuchautor David Dietl, Sohn von TV-Legende Helmut Dietl, greift die teils sinnfreien Marktforschungen auf und treibt sie mit seiner Komödie „König von Deutschland“ auf die Spitze. Ursprünglich als Geschichte über die Midlife-Crisis geplant, entwickelte sich die Handlung schnell zu einer biotischen Beobachtung über den deutschen Durchschnitt und einer angedeuteten Persiflage über das Spießbürgertum.
Der deutsche Durchschnittsbürger Thomas Müller (Olli Dittrich) und seine Ehefrau Sabine (Veronica Ferres) entsprechen mit ihrem einfachen und bescheidenen Leben jeglicher Norm und damit dem gängigen Klischee des Deutschen. Selbst Sohnemann Alexander (Jonas Nay) erweist sich mit seinem pubertären Gehabe als Abziehbild der heutigen Jugend. Erst die Kündigung von Thomas setzt eine neue Lebensspirale in Gang. Doch die Bekanntschaft mit Stefan Schmidt (Wanja Mues) erweist sich als inszenierte Marktforschung im großen Stil. Nichtsahnend wird Thomas mit seiner stetigen Gutgläubigkeit als Dauer-Proband für die Politik und Werbung ausgebeutet. Doch sein Sohn erkennt schnell die auffälligen Ungereimtheiten in dem nun sauber aufpolierten Lebensstandart seines durchschnittlichen Vaters. Im Grundkonzept erinnert die Komödie an den amerikanischen Film „Truman Show“, wo ebenfalls ein durchschnittlicher Bürger als Aushängerschild der breiten Bevölkerung zur alltäglichen Erheiterung seiner Mitmenschen vorgeführt wurde. Die innovative Filmidee bietet humorvolle Facetten, die zum Nachdenken anregen. Die klar komponierten Kamerabilder von Felix Novo de Oliveira erhöhen den surrealen Effekt der Geschichte und hebt diese in Szene gesetzte Übertreibung mit jedem einzelnen Bild hervor. Leider schafft es Dietl mit seinem Kinodebüt nicht, die gewünschte Wirkung auf den Punkt zu bringen und die Quintessenz des Films als erleuchtende Erkenntnis zu verdeutlichen. Der Druck, sich der Masse anzupassen oder noch viel mehr, sich dagegen zu wehren wird nur im Ansatz betrachtet. Denn die Hauptfigur schert sich reichlich wenig um den Einfluss der Medien. Sie ist einfach wie sie ist und entspricht ausgerechnet damit dem Durchschnitt, was jedoch unter normalen Umständen gar nicht auffallen würde.
Die Bedeutung der Forscherinstitute und ihr stetiger Kampf um die Marktanteile wirkt galant durch den Kakao gezogen und offenbart dabei so manch Widersprüchlichkeit in sich. Wenn die Meinung eines Einzelnen plötzlich zur Allgemeingültigkeit etabliert wird und der gehegte Wunschtraum bereits am nächsten Tag seine Erfüllung im Konsumrausch findet, ist dies zwar amüsant, aber leider völlig unglaubwürdig. Mit der Entlarvung der perfiden Mittel der Marktforschung, geht dem Film schnell die Luft aus. Die anfängliche Überspitzung bleibt auf einem Niveau hängen und verschenkt dadurch seine Möglichkeiten, die zu einem erwarteten Eklat hätten führen können. Die kriminelle Ausbeutung von Thomas Müller bleibt nahezu konsequenzfrei, weil die Auflehnung des Normalbürgers gegen das System im geheimen Kämmerlein stattfindet.
Dank Ulknudel Olli Dittrich („Die Relativitätstheorie der Liebe“), der in seiner gewohnt innovativen Art zu überzeugen weiß, bleibt die Geschichte dennoch witzig. Veronica Ferres („Das Superweib“) hat nur eine durchschnittliche Performance zu bieten, die ihrer Rolle jedoch gerecht wird. Wanja Mues („Der Pianist“) glänzt noch am Rande als charismatisches Ekel, bleibt aber auch hinter seinen Möglichkeiten stehen.

Fazit: David Dietl nimmt mit seiner satirischen Komödie den deutschen Bürger ordentlich aufs Korn. Witzig und humorvoll, aber leider kein Überflieger.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Zorro