Knives Out - Mord ist Familiensache

Knives Out (2019), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Krimi / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Knives Out - Mord ist Familiensache Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig)! Der lässig-elegante Kommissar beginnt seine Ermittlungen und während sich sämtliche anwesenden Gäste alles andere als kooperativ zeigen, spitzt sich die Lage zu und das Misstrauen untereinander wächst. Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen.

Daniel Craig, Chris Evans und Jamie Lee Curtis | mehr Cast & Crew


Knives Out - Mord ist Familiensache - Trailer




Filmkritik Knives Out - Mord ist Familiensache

Filmwertung: | 9/10


Das Familienoberhaupt der Familie Thrombey ist verstorben. An seinem 85. Geburtstag nahm sich Harlan Thrombey (Christopher Plummer) anscheinend das Leben. Die Wahrheit bestätigen oder dementieren soll der Meisterdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig). Das Problem ist allerdings, dass die Familie sehr groß ist und so gut wie jeder hat ein Motiv. Zwischen all den Lügen, Vorwürfen fehlenden Erinnerungen steckt des Rätsels Lösung.

Familienaufstellung v.l.n.r.: Richard (Don Johnson), Linda (Jamie Lee Curtis) und Ransom (Chris Evans) Drysdale, Großmutter Wanetta (K Callan), die Hausangestellte Marta Cabrera (Ana de Amas), Familienoberhaupt Harlan Thrombey (Christopher Plummer), Walt (Michael Shannon), Jacob (Jaeden Martell) und Donna (Riki Lindhome) Thrombey sowie Joni (Toni Collette) und Meg (Katherine Langford) Thrombey.
Familienaufstellung v.l.n.r.: Richard (Don Johnson), Linda (Jamie Lee Curtis) und Ransom (Chris Evans) Drysdale, Großmutter Wanetta (K Callan), die Hausangestellte Marta Cabrera (Ana de Amas), Familienoberhaupt Harlan Thrombey (Christopher Plummer), Walt (Michael Shannon), Jacob (Jaeden Martell) und Donna (Riki Lindhome) Thrombey sowie Joni (Toni Collette) und Meg (Katherine Langford) Thrombey. © Universum Film
„Knives Out – Mord ist Familiensache” ist der neuste Film von Rian Johnson („Looper“). Das kann entweder als Warnung oder als Qualitätsversprechen gesehen werden, denn der Autorenfilmer hat sich mit seinem letzten Film, „Star Wars: Episode 8 – Die letzten Jedi“ (2017), einige Feinde gemacht, da sein Erzählstil und Visionen bei den Blockbustern sehr ambivalent aufgenommen wurde. So merkt man auch an diesem Film die Spuren des Regisseurs und sie machen dieses Werk wirklich einzigartig. Die Geschichte ist dabei eigentlich ganz simpel. Ein Detektiv muss einen Todesfall lösen, bei dem aber noch nicht klar ist, ob es wirklich Mord war. Die ganzen Zeugen werden verhört, die Beweise gesammelt und nun muss clever kombiniert werden. Tatsächlich aber erfährt der Zuschauer schon relativ früh, wie sich die Geschichte abgespielt hat. Es ist aber dennoch interessant zu sehen, wie die Detektivarbeit funktioniert und wie sich immer weitere Facetten offenbaren. Im Laufe der Geschichte ändert sich aber der Informationsgrad für den Zuschauer und dadurch entsteht eine unglaubliche Spannung. Der Film bleibt die Zeit aber auch äußerst atmosphärisch, da die Figuren dennoch unwissend sind. Es ist spannend zu sehen, wie sich die einzelnen Figuren weiterentwickeln und sich immer weiter in Intrigen verstricken. Einige Figuren werden dabei besonders beleuchtet und es entfachen sich tolle Nebengeschichten. Ein Punkt, der allerdings wieder ambivalent aufgegriffen werden kann, ist der Humor. Der Film versucht dabei nicht permanent witzig zu sein, allerdings gibt es einige Besonderheiten bei der Handlung, bei denen viel Akzeptanz benötigt wird, weil man über Humor nur kaum diskutieren kann. Sonst sind die Dialoge aber alle toll geschrieben und fühlen sich nicht zu plakativ oder informationsgeladen an. Das Ende fühlt sich allerdings im ersten Moment ziemlich sprunghaft an. Es werden absichtlich einige Informationen weggelassen, sodass selbst der Zuschauer noch eine Überraschung erleben soll. Leider passiert das ziemlich plötzlich und es braucht erstmal einen Moment, bis alles realisiert werden kann.

Mord zum Geburtstag: v.l.n.r.: Linda Drysdale (Jamie Lee Curtis), Harlan Thrombey (Christopher Plummer), Richard Drysdale (Don Johnson) und Walt Thrombey (Michael Shannon)
Mord zum Geburtstag: v.l.n.r.: Linda Drysdale (Jamie Lee Curtis), Harlan Thrombey (Christopher Plummer), Richard Drysdale (Don Johnson) und Walt Thrombey (Michael Shannon) © Universum Film
Getragen wird die Geschichte vor allem durch ihre Figuren. Diese sind alle grandios besetzt und so finden sich neben großen Schauspielern wie Daniel Craig („James Bond“-Filme), Jamie Lee Curtis („Halloween“-Filme), Michael Shannon („The Shape of Water“), Chris Evans („MCU“-Filme) und Toni Collette („Hereditary“), auch relativ junge Schauspieler wie Ana de Armas („Blade Runner 2049“), Katherine Langford („Tote Mädchen lügen nicht“) und Jaeden Martell („Es“-Reihe“). Das Problem bei einem riesigen Star-Aufgebot ist natürlich, das ein Film, welcher 131 Minuten läuft, nicht jedem die gleiche Screen-Time geben kann. So kommt es nun mal öfters dazu, dass gewisse Figuren weniger Beachtung bekommen. Das ist allerdings verständlich und schadet der Handlung auch nur kaum.
Rian Johnsons Stammkameramann Steve Yedlin hat auch diesen Film in Bildern eingefangen und seine Arbeit ist unglaublich wertig. In vielen langen Einstellungen erzählt er die Geschichte und die Passagen, die hektischer sind, leiden zum Glück nicht an einem Schnittgewitter. Aber auch das Set sind unglaublich detailliert aus und man merkt richtig, wie viel Arbeit hinter jedem einzelnen Department steckt.


Fazit:
„Knives Out – Mord ist Familiensache” ist erneut ein ganz besonderer Film von Rian Johnson. Die Geschichte ist dabei eigentlich relativ simpel, die Umsetzung ist aber wirklich brillant. Vor allem spielt der Film mit den Erwartungen des Zuschauers und durch das Schwanken des Informationgrades bleibt der Film durchweg spannend. Es gibt allerdings ziemlich viele Figuren und der Fokus wechselt oftmals, trotzdem bleiben einige davon ziemlich unausgeschöpft und geraten schnell in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz ein äußerst sehenswerter Film.
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Bilder © Universum Film