Kindeswohl

The Children Act (2017), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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Inhalt

Fiona Maye (Emma Thompson) ist eine erfahrene Familienrichterin in London. Ausgerechnet in einer Phase, in der ihre Ehe mit Jack (Stanley Tucci) in einer tiefen Krise steckt, wird ihr ein eiliger Fall übertragen, bei dem es um Leben und Tod geht: Der 17-jährige Adam (Fionn Whitehead) hat Leukämie, doch als Zeugen Jehovas lehnen er und seine Eltern die lebensrettende Bluttransfusion ab. Fiona muss entscheiden, ob das Krankenhaus den Minderjährigen gegen seinen Willen und den seiner Eltern behandeln darf. Die Auseinandersetzung mit dem intelligenten Jungen führt Fiona zu einer Entscheidung, die auch ihr eigenes Leben verändern wird.

Emma Thompson, Stanley Tucci und Fionn Whitehead | mehr Cast & Crew


Kindeswohl - Trailer




Filmkritik Kindeswohl

Filmwertung: | 7/10


Die britische Richterin Fiona Maye (Emma Thompson) macht wirklich alles für ihren Job und gilt dabei als wohl beste Richterin Englands. Doch als die Beziehung zu ihrem Mann Jack nicht in einer größeren Krise stecken könnte, stößt sie auf den 17 Jährigen Adam. Dieser hat Leukämie und wird sehr bald sterben. Nur mit einer Bluttransfursion kann er noch gerettet werden. Doch er und seine Eltern sind Zeugen Jehovas und lehnen jegliche Art von Lebensrettung anderer Menschen ab. Sie tun nur das was Gott getan hätte und eine Blut-/Organspende eines anderen Menschens gehört nicht dazu. Adams Eltern sind der Meinung ihr Sohn sollte wegen ihrem Glauben nicht gerettet werden, doch Fiona merkt dass er noch Leben möchte und tut alles um die drei umzustimmen. Jedoch sind ihre Versuche vergebens. Irgendwann kommt sie an den Punkt wo sie hinterfragen muss ob sie sich bei einem Minderjährigen gegen seinen und den Willen seiner Eltern stellen und ihn zwingen kann zu leben. Ihre Entscheidung verändert jedoch nicht nur Adams Leben, sondern auch ihres und die Beziehung zu ihrem Mann Jack.

Familienrichterin Fiona Maye (Emma Thompson) im Zwiespalt
Familienrichterin Fiona Maye (Emma Thompson) im Zwiespalt © Concorde Filmverleih GmbH
Nach dem Buch des preisgekrönten Schriftstellers Ian McEwan kommt nun der gleichnahmige Film in die Kinos. Ganze 4 Jahre mussten die Fans drauf warten (Seit dem 02.09.2014) und freuen sich jetzt umso mehr, dass das Buch endlich eine Verfilmung erhalten hat. Ian selbst schrieb sogar das Drehbuch und kennt sich damit wohl am besten mit der Geschichte aus. Neben Emma Thompson (Saving Mr. Banks), die diesen Film wirklich wunderbar auf ihren Schultern tragen kann und perfekt in diese Rolle der Fiona Maye passt, können auch Stanley Tucci (Die Tribute von Panem) als Jack und Fionn Whitehead (Dunkirk) überzeugen. Die Kamera ist so wie man sie von einem solchen Drama gewohnt ist, sehr trocken. Musik gibt es hier zudem keine die hervorsticht.

Das wohl beste am Film sind seine ehrlichen und tiefgehenden Gespräche der Figuren. Es ist schwer sich dabei auf eine Seite zu stellen und man kann sich danach super darüber austauschen und philosophieren. Es sind Themen die die Mehrheit unserer heutigen Gesellschaft nicht so wirklich mitbekommt bzw. die sie nicht so wirklich beschäftigen. Was einen Zeugen Jehova ausmacht wissen nur wenige und ich hätte z.B. nicht gedacht, dass sie durch ihren Glauben keine Blut- und Organspenden durchziehen können. Ich habe mich für den Film sehr mit dieser Glaubensrichtung beschäftigt und viel dazu gelernt. Der Film löst es also aus, dass man sich danach mehr mit diesen Menschen auseinandersetzen. Zudem zeigt der Film wie wichtig ein bedachtes Leben ist und dass man die Zeit die man hier auf Erde verbringen darf genießen und dankbar dafür sein sollte. Doch man (wie es auch hier in Adams Fall gezeigt wird) wenn man weiß, dass man nicht mehr lange auf dieser Welt sein wird, nicht Teile des Lebens bereuhen sollte, sondern allem bis zur letzten Sekunde seinen Wert zu schenken.

Richterin Fiona Maye (Emma Thompson) mit ihrem Ehemann Jack Maye (Stanely Tucci)
Richterin Fiona Maye (Emma Thompson) mit ihrem Ehemann Jack Maye (Stanely Tucci) © Concorde Filmverleih GmbH
Doch der Film hat drei Kritikpunkte die mir sehr stark aufgefallen sind. Zum einen ist er teilweise sehr vorhersehbar und man ahnt schnell wie sich der Film entwickeln wird. Er plätschert etwas zu sehr vor sich hin und hat so manchen Hänger. 10-15 Minuten kürzer hätte ihm gut getan. Das größte Problem, in meinen Augen, war ab einem bestimmten Punkt wirklich Adam. Irgendwann wird er nämlich nur noch anstrengend und ich konnte ihn des öfteren nicht komplett nachvollziehen.


Fazit:
Wer ein gutgeschriebenes Drama sehen möchte, mit einer Thematik die man sonst nicht so oft in zu sehen bekommt, wo besonders Emma Thompson und Stanley Tucci eine super Rolle spielen und wo man sich super drüber austauschen und philosophieren kann, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Wer allerdings mit der Grundthematik und dem Trailer nichts anfangen konnte, der wird auch hier nicht wirklich überrascht werden. Es ist kein Film für die breite Masse. Doch wem alles davon zusagt und wer vielleicht auch das Buch gelesen hat, der wird hier sehr positiv das Kino verlassen bzw. den Fernseher ausmachen.
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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH