Killer's Bodyguard

The Hitman's Bodyguard (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Inhalt

Der weltbeste Bodyguard (Ryan Reynolds) wird engagiert, um ausgerechnet das Leben seines Erzfeindes zu schützen – eines weltweit berüchtigten Killers (Samuel L. Jackson). Der unaufhaltsame Bodyguard und der manipulative Auftragsmörder versuchen seit Jahren sich gegenseitig auszuschalten, und müssen nun die nächsten total abgefahrenen 24 Stunden gemeinsam durchstehen. Bei ihrer unfassbar toughen Reise von England nach Den Haag müssen sie Highspeed-Autorennen und absurde Bootsverfolgungsjagden meistern und sich dem gnadenlosen osteuropäischen Diktator (Gary Oldman), der Blut sehen will, entgegenstellen. Salma Hayek rundet das Chaos als Jacksons nicht minder berüchtigte Ehefrau ab.

Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Salma Hayek | mehr Cast & Crew


Killer's Bodyguard - Trailer




Filmkritik Killer's Bodyguard

Filmwertung: | 4/10


Die Marketing-Kampagne für „Killer’s Bodyguard“, bei der eines der offiziellen Poster Ryan Reynolds zeigt, wie er einen bedröppelt aussehenden Samuel L. Jackson als Reminiszenz auf den 90er Jahre-Costner/Houston-Megahit „Bodyguard“ auf Händen trägt, ließ noch auf einen selbstironischen und möglicherweise sogar geistreichen Film schließen. Das finale Produkt von „The Expandables 3“-Regisseur Patrick Hughes löst dieses Versprechen leider nicht ein und liefert einen ziemlich plumpen, gehaltverherrlichenden und gesichtslosen Film, der nie so richtig zu wissen scheint, was er genau sein will. Killer's Bodyguard Szenenbild

Potential war hier, dafür sorgt alleine schon mal die Besetzung, die von dem nach „Deadpool“ wiedererstarkten Ryan Reynolds und dem allgegenwärtigen Samuel L. Jackson angeführt wird. Hinzu stoßen solch renommierte Akteure wie Gary Oldman, Richard E. Grant oder Salma Hayek, die zweifelsohne die Erwartungshaltung anheben. Was besagte Darsteller neben ihrem Gehaltsscheck dazu bewogen hat, nach Lektüre dieses stumpfsinnigen und erzwungen vulgären Drehbuchs ihre Mitwirkung zuzusichern, sei dahingestellt. „Killer’s Bodyguard“ mag sogar seine Momente haben, was größtenteils dem recht amüsanten und gut aufgelegten Zusammenspiel zwischen Reynolds und Jackson geschuldet ist, am Ende steht hier aber ein überlanger und teilweise die Intelligenz des Zuschauers beleidigender Mix aus halbgarem Actionthriller und Buddykomödie. Deutlich bessere Vorbilder wie „Midnight Run“ erreicht dieser zynische und herzlose Film nicht.

Michael Bryce (Ryan Reynolds) lebt seinen Traum: Er arbeitet als renommierter Bodyguard mit eigenem florierenden Unternehmen, was ihm ein Luxusleben mit teurem Auto, schicker Villa und seiner wunderschönen Frau Amelia (Élodie Yung) beschert. Seine Kunden vertrauen ihm bedenkenlos ihr Leben an, bis es zu einem Vorfall kommt, bei dem sein Auftraggeber einem Attentat zum Opfer fällt. Zwei Jahre später liegen seine Karriere und auch sein Leben mehr oder weniger in Ruinen, auch wenn er noch eher lustlos den einen oder anderen Auftrag annimmt. Alles nimmt jedoch eine Wendung, als er von seiner für Interpol arbeitenden Exfreundin Amelia in einer Notsituation zur Hilfe gerufen wird: Killer's Bodyguard SzenenbildIhre Zielperson, der berüchtigte Profikiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) soll von England nach Den Haag zum Internationalen Gerichtshof gebracht werden, wo er gegen den rücksichtslosen diktatorischen weißrussischen Präsidenten Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen soll. Doch der Transport wird von Dukhocichs Handlangern erwartungsgemäß angegriffen, nur Amelia und Darius überleben den bleihaltigen und explosiven Anschlag. In einem Safe House untergebracht, stößt Michael hinzu, ohne jedoch zu wissen, dass es sich bei der zu beschützenden Person um seinen Erzfeind Darius handelt. Die beiden Kontrahenten sind schließlich dazu gezwungen auf dem Weg nach Den Haag zusammenzuarbeiten, um zu überleben.

Eigentlich hat „Killer’s Bodyguard“ durchaus das Potential an Klassiker wie besagten „Midnight Run“ oder „Nur 48 Stunden“ anzuknüpfen, jedoch mangelt es dem Film an jedem Feingefühl oder Inspiration. Man wird hier von Beginn an mit einem nicht enden wollenden und schnell regelrecht betäubenden Dauerfeuer an „Motherf….er“ bombardiert, das in den Augen der Beteiligten wohl stellvertretend für gelungenen Humor steht. Das Schlimme ist, dass die deutsche Synchronfassung sich nicht mal bemüht, einen sinnvollen Ersatzbegriff zu finden, wodurch sich dieser Film schnell einfach schrecklich plump und ermüdend anfühlt. Reynolds und Jackson geben eine ganz nette Buddy-Konstellation, die sich mit zu erwartender Vorhersehbarkeit abspielt. Killer's Bodyguard SzenenbildHier kommt es zu zahlreichen in die Länge gezogenen Schlagabtäuschen, sowohl verbaler als auch physischer Natur, die mal ganz gelungen, aber allermeistens eher billig ausfallen und dem Film auch Tempo rauben. Natürliche Chemie kann man den Beiden aber attestieren, auch wenn sie kaum gegen das schwache Drehbuch ankommen.

Hughes begegnet den hier gebotenen Genrekonventionen ohne den nötigen Esprit und Einfallsreichtum, um hier jemals etwas zu bieten, was man nicht schon zigmal besser gesehen hat. Mit Gewalt geht der Film lässig und konsequenzlos um, Menschenleben sind hier nichts wert, wodurch schnell der Eindruck von plumper und von ähnlichen Genrevertretern gewohnt menschenverachtender Gewaltverherrlichung entsteht. Action inszeniert Hughes mit zeitgemäßer Hektik in Form von schnellen Bewegungen und hektischen Schnitten, ohne eine eigene wirkungsvolle Bildsprache zu finden. Besser wird es dann im dritten Akt, wenn es zu einer zugegebenermaßen spektakulären Verfolgungsjagd auf den engen Straßen und den Kanälen Amsterdams kommt. Hier macht der Film zum ersten Mal richtig Spaß und entwickelt spürbare Energie, die sich auch in weiteren gelungenen, zunehmend eskalierenden Actionmomenten wiederfindet, bei denen Reynolds gegen gesichtslose Schergen kämpft und von diversen Küchenutensilien und Handwerksartikeln kreativ Gebrauch macht. Auch hier ist es nicht so, als hätte man nicht schon ähnliches besser gesehen, dennoch kann man Hughes hier nicht absprechen, dass er ein solides Händchen für kreative handgemachte Action hat.

Killer's Bodyguard Szenenbild Dennoch, auch diese Momente retten „Killer’s Bodyguard“ kaum. Dass man sich immer wieder fragen muss, wie solche Profis wie Michael und besonders Darius im Angesicht ihres oft erschreckend dämlichen Verhaltens überhaupt so weit lebendig gebracht haben, spricht auch nicht für den Film. Die Tatsache, dass so renommierte Darsteller wie Gary Oldman (der zum x-ten Mal den stereotypen Bösewicht spielen darf) oder Richard E. Grant (der in einem Minipart verschwendet wird) hier kaum gewinnbringend genutzt werden, ist noch trauriger. Hinzu kommt die Disharmonie zwischen lockerem Wegwerfhumor und dem bierernsten politischen Element, bei dem Gary Oldman wirkt, als käme er aus einem anderen Film. Manch einer mag hier sogar seinen Spaß finden, am Ende kann man hier aber leider nur mit den Schultern zucken.


Fazit:
„Killer’s Bodyguard“ ist eine zynische, plumpe und gewaltverherrlichende Buddykomödie, die versucht an Klassiker des 80er Jahre Actionkinos anzuschließen, aber letztlich einfach nur ermüdend, einfallslos und vorhersehbar daherkommt. Lediglich die gute Chemie zwischen Reynolds und Jackson rettet den Film ein wenig, aber auch diese beiden Darsteller haben deutlich besseres Material verdient.
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Bilder © 20th Century Fox