Kill the Messenger

Kill the Messenger (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Kill the Messenger Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Es kann lebensgefährlich sein, die Wahrheit herauszufinden. Ganz besonders, wenn es dabei um Geheimdienste und ihre Verstrickung in den internationalen Drogenhandel geht.

Der Journalist Gary Webb (Jeremy Renner) hört nun einmal nicht auf solche als Ratschlag getarnte Drohungen ist einem gewaltigen Politskandal auf der Spur: US-Geheimdienste stecken mit Drogenkartellen aus Mittelamerika unter einer Decke. Sie sorgen dafür, dass Tonnen von Crack ungehindert ins Land kommen können. Mit dem Geld wird in Nicaragua der Kampf der Contra-Rebellen gegen die Regierung finanziert. Webb recherchiert auf den Straßen von Los Angeles, in Nicaragua und auf den Fluren der Macht. Seine Artikel schlagen im ganzen Land hohe Wellen. Doch damit ist Webb einen Schritt zu weit gegangen. Nun beginnt für ihn erst der eigentliche Kampf: um die Wahrheit, sein Ansehen und schließlich auch um seine Familie...


Jeremy Renner, Robert Patrick und Mary Elizabeth Winstead | mehr Cast & Crew


Kill the Messenger - Trailer


Kill the Messenger - Trailer


DVD und Blu-ray | Kill the Messenger

Blu-ray
Kill the Messenger Kill the Messenger
Blu-ray Start:
21.01.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Kill the Messenger Kill the Messenger
DVD Start:
21.01.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

Filmkritik Kill the Messenger

Filmwertung: | 8/10


Gary Webb (Jeremy Renner) arbeitet als investigativer Journalist beim Regionalblatt San Jose Mercury News. Dort geneißt er einen hohen Stellenwert. Seine Redakteurin Anna Simons (Mary Elizabeth Winstead) und sein Chef Jerry Ceppos (Oliver Platt) halten viel vom engagierten Familienvater mit guten Kontakten. Als ihm die verführerische Coral Baca (Paz Vega) eine brisante Fallakte gibt, forscht Gary nach und befragt Staatsanwalt Russell Dodson (Barry Pepper). Dieser bekommt es mit der Angst zu tun und entlässt einen wichtigen Zeugen, weshalb es keine Anklage gegen Corals Mann gibt. Sie benutzte Gary zwar, gibt ihm aber den Hinweis auf Danilo Blandon (Yul Yazquez), Kronzeuge für den Fall. Gary forscht weiter und taucht dabei tief in ein Netzwerk aus Lügen und Intrigen ab. Kann er dort wieder herausfinden und eine Story veröffentlichen, die ganz Amerika aufrüttelt?

Die Geschichte ist exzellent umgesetzt. Der Film ist von Beginn an spannend und weiß dank seiner klug vorangetriebenen Inszenierung zu überzeugen. Besonders mitreißend ist „Kill the Messenger“, weil er unterschwellig durchgehend bedrohlich ist. Das macht diesen Film zu einem fesselnden und hochinteressanten Erlebnis. Leider gibt es in der Mitte des Filmes trotz aller Qualität ein paar kleinere Längen. Diese sind aber zu verschmerzen, da es Regisseur Michael Cuesta gelingt, seinen Charakteren eine bemerkenswerte Tiefe zu geben. So kann man sich vor allem mit den Hauptfiguren, der Familie Webb und Garys Arbeitskollegen, identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen. Zudem glänzt „Kill the Messenger“ mit starken Nebencharakteren. Viele von diesen Figuren haben nur eine (kurze) Szene – und bleiben dennoch nachhaltig im Gedächtnis, da sie so unverkennbar und einzigartig geschrieben und dargestellt sind. Das liegt natürlich auch an der hervorragenden Besetzung. Filmfans werden selbst in kleinsten Nebenrollen bekannte Gesichter entdecken. Es ist auffällig und beeindruckend, welch namhafte Schauspieler verpflichtet werden konnten. In der Hauptrolle ist Jeremy Renner (Mission Impossible: Phantom Protokoll, American Hustle, Hänsel und Gretel: Hexenjäger) zu sehen, der hier die beste Leistung seiner Karriere zeigt und mit seiner vielschichtigen Performance als kluger, aber auch aufbrausender Journalist, der die Situation unterschätzt hat, begeistern kann. Als seine Frau überzeugt Rosemarie DeWitt (#Zeitgeist, Company Men, Rachels Hochzeit) mit einer gefühlsbetonten Performance. Mary Elizabeth Winstead (Stirb Langsam 4.0, Smashed, The Spectacular Now) spielt Garys Redakteurin und kann diese Rolle gut ausfüllen. Oliver Platt (Kiss the Cook, Frost/Nixon, Lucky Them) spielt den Zeitungschef und kann in diesem Part seine Qualität nachweisen. Zudem überzeugt Youngster Lucas Hedges (The Zero Theorem, Labor Day, Moonrise Kingdom) zum wiederholten Mal in einer schwierigen Rolle. In größeren Nebenrollen sind Stars wie Barry Pepper (Der Soldat James Ryan, The Green Mile, True Grit) als schmieriger Anwalt, Tim Blake Nelson (Lincoln, Der schmale Grat, Selma) als dessen Gegenpart und damit Garys Verbündeter, Yul Vazquez (Captain Phillips, Blood Ties, American Gangster) als undurchsichtiger Blandon, Michael Sheen (Masters of Sex, The Damned United, Midnight in Paris) als wissender Regierungsbeamter, Richard Schiff (Jurassic Park, Sieben, Ray) als Chef einer anderen Zeitung und Paz Vega (Grace of Monaco, Spanglish, The Spirit) als verführerische Gehilfin, die Gary auf die Spur bringt, zu sehen und zeigen allesamt gute Leistungen. Doch das war es noch nicht mit der beeindruckenden Darstellerriege. In einzelnen Sequenzen sind der unverkennbare Ray Liotta (The Place Beyond the Pines, GoodFellas, Crossing Over) in einer hervorragenden Rolle, Michael Kenneth Williams (Boardwalk Empire, 12 Years a Slave, The Purge: Anarchy) als Gangster, Robert Patrick (Terminator 2, Walk the Line, Gangster Squad) als Drogendealer und auch Andy Garcia (Der Pate III, Die Unbestechlichen, Oceans Eleven) als Gefängnisinsasse in Nicaragua zu sehen. Liotta und Garcia bleiben dank ihrer schauspielerischen Klasse und ihrer für die Geschichte wichtigen Charaktere nachhaltig im Gedächtnis haften. Außerdem sind auch noch Rhoda Griffis (Magic Mike XXL, 42 - Die wahre Geschichte einer Sportlegende, Flight), E. Roger Mitchell (Selma, Die Tribute von Panem: Catching Fire, The Equalizer) und Gil Bellows (Die Verurteilten, The Weather Man, House at the End of the Streets) in diesem prominent besetzten Film zu sehen.
Diese Besetzung trägt also ihren Teil zur packenden Atmosphäre bei. Die klug ausgesuchten, herrlichen Locations, die stimmige Musikuntermalung, die starken Kostüme, Frisuren und Make-up sowie die kernige deutsche Synchronisation verstärken diese noch. Nur die unsägliche, unruhige Ruckelkamera stört an mehreren Stellen und kostet etwas Atmosphäre. Doch auch ihr gelingt es nicht, die Brisanz des Themas, die bemerkenswert US-kritische Aufmachung und die realistische Darstellung des Journalismus ernsthaft zu beeinträchtigen.


Fazit:
Starker, wichtiger, kritischer und hinterfragender Film mit einem herausragenden Jeremy Renner, der hier seine beste Karriereleistung zeigt, herrlichen Locations und einer bis in die kleinsten Nebenrollen klug ausgesuchten Besetzung.
by

Bilder © Universal Pictures Intl.