Kill Your Darlings

Kill Your Darlings (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Biographie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Koch Media

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Kill Your Darlings Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein neues unglaubliches Leben beginnt für den jungen Allen Ginsberg (Daniel Radcliffe), als er 1944 an die New Yorker Columbia Universität kommt. Dort trifft er auf den faszinierenden Lucien Carr (Dane DeHaan), zu dem er sofort eine innere Verbundenheit spürt. Durch Lucien wird Allen in einen unkonventionellen Zirkel gleichgesinnter Literatur-Freunde eingeführt, die im Streben nach neuen Lebensentwürfen mit sämtlichen gesellschaftlichen Konventionen brechen. Ab sofort zieht Allen mit Lucien, Jack Kerouac (Jack Huston) und William S. Burroughs (Ben Foster) durch die Underground-Szene von Greenwich Village und lässt sich für seine Gedichte von der Spontanität und dem Chaos in seinem Leben und dem seiner Freunde inspirieren. Bald jedoch wird der kreative Rausch nicht nur durch Allens labile Mutter (Jennifer Jason Leigh) gestört, sondern auch durch Luciens älteren Verehrer David Kammerer (Michael C. Hall), der Lucien mehr und mehr unter Druck setzt. Nichts davon lässt allerdings ahnen, dass schließlich ein Mord zur Bewährungsprobe für die Freunde werden wird.

Daniel Radcliffe, Ben Foster und Jack Huston | mehr Cast & Crew


Kill Your Darlings - Trailer


Kill Your Darlings - deutscher Kinotrailer


DVD und Blu-ray | Kill Your Darlings

Blu-ray
Kill Your Darlings - Junge Wilde Kill Your Darlings - Junge Wilde
Blu-ray Start:
22.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Kill Your Darlings - Junge Wilde Kill Your Darlings - Junge Wilde
DVD Start:
22.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 99 min.

Filmkritik Kill Your Darlings

Filmwertung: | 8/10


In den 1950er Jahren gestalten die Autoren der Beat Generation ihr Leben mit Exzessen und großer Experimentierfreude. Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Jack Kerouac gehören zu den bekanntesten Autoren der jungen Generationen, aus denen vielversprechende Autorenwerke hervorgingen., die mit ihren Werken „Howl“, „Unterwegs – On the Road“ und „Naked Lunch“ weltberühmt wurden und den Aufbruch in eine neue Ära prägten. Nur Lucien Carr, der die anderen drei Autoren erst miteinander bekannt machte, scheint schon längst in Vergessenheit geraten zu sein.
Regisseur John Krokidas widmet sein Leinwanddebüt diesen jungen Wilden und wagt einen Blick in die Geburtsstunde der Beat-Kultur. Gleichzeitig fokussiert er das Coming-Out in einer kleinen Schwulenbewegung, die einen dramatischen Todesfall nach sich zieht. Durch das vorweggenommene Finale wird der Zuschauer schon früh Zeuge eines blutigen Mordfalls und der daraus resultierenden Gefängnisstrafe von Carr. Erst im Rückblick erfährt man die Geschichte des stillen Allen Ginsberg (Daniel Radcliffe), der 1944 zum Studium an die Columbia University zieht und dort auf den rebellischen Lucien Carr (Dane DeHaan) trifft. Vom dem Rausch der neuen Erlebnisse leitend und vor allem inspirierend, lässt sich der Zuschauer zusammen mit Ginsberg in eine unbekannte Welt der Drogen- und Alkoholexzesse entführen, in der Diskussionen über die Literatur als Lebensnotwendigkeit geführt werden. Der Aufbruch in ein neues Leben scheint unausweichlich, was durch die dynamischen Bilder von Reed Morano spürbar wird.

Während Verfilmungen wie „Howl“ und „Naked Lunch“ mehr dem Werk als dem Künstler geschuldet sind, versucht Krokidas sein Drama „Kill your Darlings“ als wirksames Biopic zu inszenieren. Somit beruht das Drehbuch von Austin Bunn, an dem auch Krokidas mitgearbeitet hat, auf der Grundlage biografischer Tatsachen. Die Geschichte fängt die äußert lebhaften Studienzeiten der Beat-Autoren in der New Yorker Boheme-Szene ein. Getragen von dialoglastigen Szenen, die sich auf die Literatur und Poesie der Zeit orientieren und diese in Frage stellen, eröffnet sich eine intellektuelle Tiefe, die durch ihre Darsteller ausgelebt wird. Die vielschichtig angelegten Figuren sind jede für sich prägnant charakterisiert, doch ihr Zusammenspiel wirkt mitunter etwas holprig. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Kamera immer mal wieder in die privaten Erlebnisse der einzelnen Autoren schwenkt und dem Zuschauer Momentaufnahmen ihrer Persönlichkeiten zuweist. Nur wer sich genaustens konzentriert, kann die Figuren und ihre jeweiligen Erfahrungen auseinanderhalten.
Neben dem sichtlich gereiften „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe ist Dane DeHaan der große Star des Films. Schon nach „Chronicle“ war zu erahnen, dass der Darsteller das Zeug zu großen Persönlichkeiten vermag. Und dies stellt er gekonnt mit seiner gebrochenen Figur Lucien unter Beweis. Nach außen hin durch Stärke und Optimismus zur Coolness degradiert, verbirgt sich hinter seiner Maskerade ein verletzter Junge, dem nie die Nähe zuteil wurde, die er sich stets von seinen Mitmenschen und Liebhabern erhoffte. Mit Ben Foster („The Messanger – Die letzte Nachricht“) und Jack Huston („Nachtzug nach Lissabon“) wird die männliche Riege der jungen Wilden komplettiert, auch wenn sie nur am Rande eine Betrachtung erfahren. Ebenfalls erwähnenswert tritt Elizabeth Olsen („Oldboy“) als Kerouacs Freundin in Erscheinung.

Fazit: Ein ruhiges und dennoch packendes Thrillerdrama voller exzentrischer und euphorischer Momente, die gänzlich der intellektuellen Leistung ihrer Figuren geschuldet sind.

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Bilder © Koch Media