Jurassic World: Das gefallene Königreich

Jurassic World: Fallen Kingdom (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Jurassic World: Das gefallene Königreich Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Eines der beliebtesten und erfolgreichsten Franchises aller Zeiten kehrt zurück in die Kinos – beeindruckender und furchteinflößender als je zuvor. Mit dabei sind unsere Helden: Dino-Flüsterer Owen (Chris Pratt) und Parkleiterin Claire (Bryce Dallas Howard), alte Bekannte wie Owens abgerichteter Dinosaurier Blue und eine völlig neue Spezies!

Chris Pratt, Bryce Dallas Howard und Jeff Goldblum | mehr Cast & Crew


Jurassic World: Das gefallene Königreich - Trailer




DVD und Blu-ray | Jurassic World: Das gefallene Königreich

Blu-ray
Jurassic World: Das gefallene Königreich Jurassic World: Das gefallene Königreich
Blu-ray Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
Jurassic World: Das gefallene Königreich (3D Blu-ray) Jurassic World: Das gefallene Königreich (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
Jurassic World: Das gefallene Königreich - Limited SteelBook Jurassic World: Das gefallene Königreich - Limited SteelBook
Blu-ray Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
Jurassic World: Das gefallene Königreich (4K Ultra HD) Jurassic World: Das gefallene Königreich (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
Jurassic World: Das gefallene Königreich (4K Ultra HD) (limited Steelbook) Jurassic World: Das gefallene Königreich (4K Ultra HD) (limited Steelbook)
Blu-ray Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.
DVD
Jurassic World: Das gefallene Königreich Jurassic World: Das gefallene Königreich
DVD Start:
04.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Jurassic World: Das gefallene Königreich

Filmwertung: | 6/10


Drei Jahre ist es nun her, dass der bis dahin weitestgehend unbekannte Colin Trevorrow die lange für tot geglaubte „Jurassic“-Reihe wiederbelebte und damit überraschenderweise einen der finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten erschuf. Trotz allem Erfolg war die Kritiker- und Zuschauermeinung gespalten, dennoch ist die Erwartungshaltung an die Fortsetzung denkbar groß. Trevorrow fungierte diesmal nur als Co-Drehbuchautor und Produzent, für frischen inszenatorischen Wind sorgt der Spanier Juan Antonio Bayona, der mit dem vielschichtigen Spukhausfilm „Das Waisenhaus“, dem Tsunami-Katastrophenthriller „The Impossible“ und dem außergewöhnlichen Fantasydrama „Sieben Minuten nach Mitternacht“ für Aufsehen gesorgt hat. Heraus gekommen ist ein Hybrid aus bekanntem, groß angelegtem „Jurassic“-Spektakel und klaustrophobischem Horrorfilm, der durchaus manchen interessanten Akzent setzt und gekonnt inszenierte Set Pieces präsentiert. Dennoch überrascht Teil 5 wenig und lässt eher kalt als mitzureißen.

Jurassic World: Das gefallene Königreich: Bryce Dallas Howard und Chris Pratt
Jurassic World: Das gefallene Königreich: Bryce Dallas Howard und Chris Pratt © Universal Pictures International Germany GmbH
Jurassic Park existiert schon lange nicht mehr, Jurassic World ist ebenfalls Geschichte. Das zeigt die beeindruckende nächtlich-stürmisch-verregnete Eröffnungssequenz von „Das gefallene Königreich“, bei der der vor drei Jahren noch florierende Dinosaurierpark metertief von Wasser bedeckt ist. Ein Einsatzteam im Auftrag von Multi-Millionär Benjamin Lockwood (James Cromwell), dem ehemaligen Partner von Jurassic Park-Erschaffer John Hammond, taucht dort mit Mini-U-Booten nach Dino-Knochen, um DNS zur Weiterbildung der vom Aussterben bedrohten Spezies zu extrahieren. Natürlich läuft hier nicht alles wie geplant, was Bayona atmosphärisch, aufregend und genüsslich bösartig in einer starken Sequenz inszeniert, die Lust auf mehr macht.

Die Marschrichtung ist hier von Beginn an düsterer als beim majestätisch anmutenden Hochglanz-Vorgänger, der in vielerlei Hinsicht Spielbergs Original in zynischerer Form imitierte. Der hochmoderne und vom Kapitalismusdenken getriebene Super-Vergnügungspark existiert nicht mehr, die Dinosaurier stehen kurz davor ein zweites Mal ausgerottet zu werden, da der auf Isla Nublar befindliche Vulkan kurz vorm Ausbruch steht. Die ehemals noch so arbeitsbesessene Ex-Jurassic World-Managerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) hat ihre kühle Hülle endgültig abgelegt und arbeitet mittlerweile für eine gemeinnützige Organisation zur Erhaltung der Dinosaurier. Mit ihr tritt Lockwoods rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall) in Kontakt, denn er will eine Mission nach Costa Rica schicken, um die Dinos zu evakuieren und ihren Erhalt damit zu sichern. Dafür versucht die enthusiastische Claire ihren zurückgezogen lebenden Ex-Freund und ehemaligen Raptorenflüsterer Owen Grady (Chris Pratt) für sich zu gewinnen. Owen ist zunächst erwartungsgemäß wenig begeistert von dem Vorschlag, stimmt aber schließlich zu, gerade weil er den einzigen überlebenden, von ihm großgezogenen Raptor Blue retten will.

Jurassic World: Das gefallene Königreich: Chris Pratt und T-REX
Jurassic World: Das gefallene Königreich: Chris Pratt und T-REX © Universal Pictures International Germany GmbH
Gemeinsam mit einer von Söldner Ken Wheatley (Ted Levine) angeführten Spezialeinheit reisen Owen, Claire, ihr nerdiger und ängstlicher IT-Experte Franklin Webb (Justice Smith) und die toughe Paleoveteränerin Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) nach Isla Nubar. Dort dauert es natürlich nicht lange, bis das Team von den Gefahren der Insel in Form gefräßiger Dinosaurier konfrontiert wird, aber auch der Vulkan schon langsam zu spucken beginnt.

Bayona inszeniert das spannend, atemlos und spektakulär. Hier kommt das altbekannte abenteuerliche und zum Staunen anregende Gefühl von Größe und Anmut zumindest in Ansätzen hoch, das gerade den ersten „Jurassic“-Film so ausmachte. Aber auch in Sachen Suspense-Aufbau überzeugt Bayonas Inszenierung, der die Schrauben zunehmend im Angesicht der tickenden Zeitbombe Isla Nublar anzieht. Wer Bayonas frenetisch inszenierte Tsunami-Katastrophe in „The Impossible“ gesehen hat, weiß, dass der Spanier ein Händchen für eskalierende, virtuos und präzise inszenierte Action hat. Hier kommt der Film zu seinem visuell wirklich beeindruckenden Action-Höhepunkt und braucht sich vor seinen großen Vorbildern nicht zu verstecken, auch wenn ihm der ganz große überraschende Aha-Effekt nicht gelingt. Aber das sollte man wohl beim fünften Teil einer Serie auch nicht erwarten, die sich im Laufe der Jahre kaum weiterentwickelt hat. Hier zählt hauptsächlich gut gemachtes, kurzweiliges Spektakel, was Bayona durchaus bietet.  

Jurassic World: Das gefallene Königreich: Raptorenflüsterer Owen Grady (Chris Pratt)
Jurassic World: Das gefallene Königreich: Raptorenflüsterer Owen Grady (Chris Pratt) © Universal Pictures International Germany GmbH
Umso überraschender dann aber der Schauplatz- und Stilwechsel, den der Film nach dem gigantischen Spektakel vollzieht - einer der Aspekte, in denen Teil 5 Spielbergs „Vergessene Welt“ zumindest oberflächlich ähnelt. Denn hier verlagert sich „Das gefallene Königreich“ in das abgelegene Anwesen von Benjamin Lockwood, wo wiederum Bayonas Horror-Expertise recht wirkungsvoll zur Geltung kommt. Wie jeder Film der Reihe muss natürlich auch der bislang fünfte Teil eine neue Kreatur einführen. War es in „Jurassic World“ noch der genetisch hochentwickelte Indominus Rex, haben die Wissenschaftler um den altbekannten Dr. Wu (B. D. Wong) nun mit dem Indoraptor eine Waffe in Dinosaurier-Form hochgezüchtet.  

Diese Kreatur steht im Mittelpunkt der zweiten Hälfte des Films. Bayona setzt den Indoraptor als fiese Killermaschine im Stile eines Slasherfilms ein. Hier werden perfide und klaustrophobische Suspense-Momente kreiert, bei denen Bayona immer wieder diebisches Vergnügen aus dem hochintelligenten Indoraptor rauskitzelt. Diese wilde Urgewalt von einem Biest hat nämlich eine fast schon verschmitzt heimtückische Seite, wenn es nicht gerade in rasender Geschwindigkeit wie ein tollwütiges Wesen seine Opfer attackiert. Bayona nutzt das nächtliche und mit zahlreichen Dinosaurier-Artefakten ausgestattete Setting des prunkvollen, aber unheimlichen Anwesens eindrucksvoll. Er spielt gekonnt mit Licht und Schatten und sorgt für eine konstant bedrückende Spannung, die er bis zum Schluss aufrechterhält. Die Mischung aus dem atemlos-gigantischen Spektakel der ersten Hälfte und der unbarmherzigen Suspense-Maschine der zweiten Hälfte funktioniert erstaunlich gut. 

Jurassic World: Das gefallene Königreich: Claire Dearing (Bryce Dallas Howard)
Jurassic World: Das gefallene Königreich: Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) © Universal Pictures International Germany GmbH
In visueller und atmosphärischer Hinsicht gefällt „Das gefallene Königreich“ durchweg. Die Dinosaurier erscheinen im bisher wohl insgesamt glaubwürdigsten CGI-Gewand, jedoch setzt Bayona auch vermehrt auf beeindruckend zum Leben erweckte animatronische Dinosaurier. Vor allem eine Szene mit dem altbekannten T. Rex sorgt hier für Aufsehen. Chris Pratt und Bryce Dallas Howard liefern sich erneut manch gelungenen Schlagabtausch, wodurch der Film auch für augenzwinkernde Momente sorgt. Diese bezieht Bayona aber tatsächlich auch aus perfiden Spannungsmomenten, wenn der Indoraptor als lauernder Killer inszeniert wird. 

Ärgerlich wird der Film aber in den Aspekten, die über das rein Filmische und die solide Paarung Pratt/Howard hinaus gehen. Das Verhalten der größtenteils arg eindimensionalen Figuren (vor allem der Bösewichter) ist oft enorm unsinnig, was gepaart mit plumpen Dialogen für wenig Freude sorgt. Auch die Sidekicks in Form von Claires Mitarbeitern sind nur in kleinen Dosen erträglich, vor allem Justice Smith als klischeehafter Millennial-Nerd überspannt die Geduld mit seinem quiekenden Gehabe. Thematisch bietet der Film auch nichts wirklich Neues, erneut steht natürlich Profitgier schmerzhaft stereotyper und aus weiter Entfernung erkennbarer Bösewichter im Mittelpunkt. Das ernsthafte Interesse, Dinosaurier für militärische Zwecke auszubeuten ist höchstens im ersten Moment interessant, nach kurzem Nachdenken aber völlig hanebüchen. Interessant wird es noch mit der Perspektive der Umweltschützer, denen das geschützte Weiterleben der unterschiedlichen Dino-Spezies ein großes Anliegen ist. Damit geht auch die Debatte einher, ob die Dinosaurier erhalten oder ausgerottet werden sollen, beziehungsweise ob eine Co-Existenz Mensch und Dinosaurier möglich ist. 

Jurassic World: Das gefallene Königreich: Dinosaurier
Jurassic World: Das gefallene Königreich: Dinosaurier © Universal Pictures International Germany GmbH
Emotionale Momente wirken (mit Ausnahmen) zudem gerne mal arg erzwungen, größtenteils wirkt der Film dafür auch insgesamt zu zynisch. Darüber hinaus gelingt es kaum, hier wirklich erinnerungswürdige Figuren zu erschaffen, die zum echten Mitfiebern anregen. Echte Magie über gutes Handwerk und stilsichere Inszenierung hinaus lässt „Das gefallene Königreich“ leider weitestgehend vermissen. Immerhin geht Bayona aber manches Wagnis ein und versucht der Reihe neue Seiten abzugewinnen, die nicht wie im Vorgänger auf Nostalgie und Meta-Kommentar zum Blockbusterkino anspielen. So verzichtet er fast komplett auf den Einsatz von John Williams ikonischer Musik und lässt Michael Giacchino einen leider wenig erinnerungswürdigen Score erschaffen, der mit häufig eingesetzten choralen Elementen sehr dick aufträgt. Nach „Jurassic Park“ fühlt sich der Film gerade in der zweiten Hälfte jedenfalls kaum noch an. Hier könnte der Film Fans ein wenig vor den Kopf stoßen, jedoch eröffnet „Das gefallene Königreich“ mit seinem gewagten Finale doch nochmal ganz neue Türen für die Franchise, die dann leicht Lust auf mehr machen. Dennoch: „Das gefallene Königreich“ macht zwar oft oberflächlichen Spaß,  lässt aber insgesamt eher kalt und wirkt insgesamt trotz teilweise inspirierter Inszenierung wie ein müder Aufguss. 


Fazit:
Trotz Juan Antonio Bayonas teils inspirierter und visuell ausgefeilter Regie bleibt „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ erzählerisch weitestgehend uninspiriert. Der Film bietet das erwartete Spektakel und altbekannte thematische Hintergründigkeit, dennoch lässt der fünfte Teil der „Jurassic“-Reihe den Zuschauer eher teilnahmslos zurück. 
by

Bilder © Universal Pictures Intl.