Jungle Cruise

Jungle Cruise (2020), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Abenteuer / Familie / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

-> Trailer anschauen

Jungle Cruise Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Im Sommer 2020 begeben sich die Hollywood-Stars Emily Blunt („Mary Poppins‘ Rückkehr“, „A Quiet Place“) und Dwayne Johnson („Jumanji – Willkommen im Dschungel“, „Fast&Furious: Hobbs und Shaw“) auf eine halsbrecherische Amazonas-Flussfahrt, mit dem Ziel, einen sagenhaften Baum mit außergewöhnlichen Heilkräften zu finden.

Emily Blunt, Dwayne Johnson und Jesse Plemons | mehr Cast & Crew


Jungle Cruise - Trailer




Filmkritik Jungle Cruise

Filmwertung: | 4/10


So, jetzt passen mal alle auf, die sonst immer behaupten, dass das Blockbuster-Kino nichts Originelles zu bieten hat. Denn jetzt hatte Disney mal eine ganz frische Idee. Wir machen eine Themenparkattraktion zum Film. Schon wieder.

„Jungle Cruise“ wurde scheinbar komplett nach dem Motto „schon wieder“ abgedreht. Die Story besteht aus einer Mischung aus quasi jedem Abenteuer-Film, den ihr jemals gesehen hat, vor allem natürlich die „Indiana Jones“-Trilogie (angeblich gibt es ja irgendwo auch noch einen vierten Teil, wie man hört), vieles aus „Der Fluch der Karibik“ (vor allem die Untoten), dann noch eine Prise vom Highlander und fertig ist die neue Fließbandproduktion aus dem Hause Disney.

Dwayne Johnson und Emily Blunt in Jungle Cruise
Dwayne Johnson und Emily Blunt in Jungle Cruise © Disney
Die gesamte Handlung hangelt sich vorhersehbar von einem Klischee zum nächsten, tritt dabei aber rund eine Stunde auf demselben Fleck. Wo in einem besseren Film die Beziehung zwischen Held und Bösewicht aus den Aktionen und Reaktionen besteht, fahren beide Parteien eigentlich ohne sich gegenseitig groß zu beeinflussen und ohne größere Herausforderungen von A nach B. Währenddessen macht Johnsons Figur ganz viele, ganz doll schurkische Sachen, was Emily Blunts Forscherin ganz doll wütend macht. So ein Schuft, dieser Kerl! Wo das hinführt, ist uns allen wohl klar, dass der Film nicht so ganz weiß, wie er da hinkommen soll leider auch.

Doch hat der Film noch ganz viele andere „frische“ Idee. Man könnte ja einfach eine kohärente Figurenentwicklung oder das, was manch einer Persönlichkeit nennen würde damit austauschen, dass The Rock die ganze Zeit schlechte Witze erzählt. Das muss ja quasi mit jedem Mal lustiger werden. Johnson spielt sich dabei wie immer natürlich nur selber, sieht hier in seinem Kostümchen aber besonders lächerlich aus. Seine Figur hat dabei, genau wie alle anderen, letztlich nur eine Charaktereigenschaft. Als schließlich ein auf dem Papier nicht uninteressanter Twist geschieht, schafft das vermeintlich tatsächlich so etwas wie Tiefe, wirkt allerdings vollkommen unglaubwürdig und gerät letztlich erschreckend irrelevant. Der Bösewicht, natürlich ein Deutscher, der sich genau wie unsere Helden auf die Suche nach einem alles heilenden Baum im Amazonas macht, ist in seiner Eindimensionalität schon beinahe eine Farce.

Dwayne Johnson, Emily Blunt und Jack Whitehall in Jungle Cruise
Dwayne Johnson, Emily Blunt und Jack Whitehall in Jungle Cruise © Disney
Bis auf einige wenige Momente, in denen tatsächlich etwas Charm und Disney-Magie aufkommt, hat Jungle Cruise so letztlich nicht wirklich etwas zu bieten, auch weil die Optik des Films viel zu künstlich daherkommt. Der Greenscreen lässt grüßen! So ist das alles einfach schwer zu greifen. Die Figuren sind viel zu glatt, die Computereffekte stechen zu sehr heraus, die Action ist zu verschnitten. Nichts davon habe ich nicht schon woanders besser gesehen, keine ironische Brechung des Geschehens kann wirklich überraschen, clever konstruierte Setpieces fehlen vollkommen und die Exposition gerät reichlich unelegant. Jungle Cruise wirkt da immer ein wenig entrückt, auch weil die innere Logik sowieso äußerst fragwürdig daherkommt.

Bei aller angebrachter Kritik muss noch gesagt werden, dass alle, die Trailer wirklich angesprochen hat, genau das im Film auch bekommen. Für mich ist das aber eben Blockbuster-„Unterhaltung“ auf niedrigstem Niveau, für andere aber vielleicht genau das richtig zur Zeit.

Fazit:
Jungle Cruise ist wie dieser eine Mitläufer, der immer mit einem abhängen will, dann aber nur die Witze der anderen am laufenden Band wiederholt, und sich dabei richtig cool und originell fühlt. Es ist einfach nur nervig!
by Sebastian Stegbauer

Bilder © Walt Disney


Von Interesse: