Joy - Alles außer gewöhnlich

Joy (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Drama / Biographie
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Joy - Alles außer gewöhnlich Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

JOY – ALLES AUßER GEWÖHNLICH ist die aufregende, über vier Generationen erzählte Familiengeschichte des Mädchens Joy, die zur Frau wird, ein Geschäftsimperium aufbaut und als Matriarchin eigenständig leitet. In dieser intensiven, hochemotionalen und vor allem sehr menschlichen Komödie zeichnen Verrat, Vertrauensmissbrauch, der Verlust von Unschuld und verletzte Liebe Joys Lebensweg zum wahren Familienoberhaupt und zur Chefin ihres Unternehmens, mit dem sie sich in einer gnadenlosen Geschäftswelt erfolgreich behauptet. Während Joys innere Stärke und wilde Vorstellungskraft sie durch schwere Zeiten tragen, werden Verbündete zu Kontrahenten und Gegner zu Verbündeten – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie.

Oscar®-Preisträgerin Jennifer Lawrence spielt die Hauptrolle und ist an der Seite von Robert De Niro, Bradley Cooper, Edgar Ramirez, Isabella Rossellini, Diane Ladd und Virginia Madsen zu sehen.


Jennifer Lawrence, Robert De Niro und Bradley Cooper | mehr Cast & Crew


Joy - Alles außer gewöhnlich - Trailer




DVD und Blu-ray | Joy - Alles außer gewöhnlich

Blu-ray
Joy - Alles außer gewöhnlich Joy - Alles außer gewöhnlich
Blu-ray Start:
12.05.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

zur Blu-ray Kritik
Joy - Alles außer gewöhnlich (4K Ultra HD) Joy - Alles außer gewöhnlich (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
12.05.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.
DVD
Joy - Alles außer gewöhnlich Joy - Alles außer gewöhnlich
DVD Start:
12.05.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

Filmkritik Joy - Alles außer gewöhnlich

Filmwertung: | 8/10


Ein Wischmop, den man auswringen kann, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Mit dieser Erfindung verdiente die amerikanische Unternehmerin Joy Mangano Anfang der 90er Jahre Millionen und avancierte zu einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen der USA. Man könnte nun glauben, dass dieses Thema sich nicht unbedingt für einen interessanten Film eignet. Joy - Alles außer gewöhnlich SzenenbildDoch kein geringerer als David O. Russell, dessen letzten drei Filme (The Fighter, Silver Linings und American Hustle) insgesamt 25 Oscarnominierungen hatten – 5 Nominierungen für O. Russell persönlich – hat diese Geschichte verfilmt und es ist ihm wieder gelungen einen erfrischenden, interessanten und witzigen Film zu inszenieren.

Die Ausgangssituation könnte nicht problematischer sein. Joy – Filmtitel, Name der Hauptdarstellerin und großartig verkörpert von Jennifer Lawrence – hat drei Kinder, ist geschieden und lebt bei ihrer Mutter, die ebenfalls geschieden ist. Zudem wohnt ihr Ex-Ehemann im Keller, zu dem sie jedoch weiterhin einen sehr freundschaftlichen Umgang pflegt. Doch als ob das alles nicht genug wäre, zieht auch noch ihr Vater Rudy – gespielt vom zweifachen Oscargewinner Robert de Niro – der seine 2. Scheidung hinter sich hat in das Haus ein. Dabei teilt er sich den Keller mit Joys Ex. Für den Zuschauer liefert diese dysfunktionale Familie eine Reihe an witzigen und skurrilen Dialogen. Die ca. ersten 40 Minuten haben einige Lacher zu bieten und unterhalten durchgehend. Der Witz ist dabei äußerst subtil. Slapstick oder Gags, die unter die Gürtellinie gehen, findet man wie auch in den vorherigen Filmen von David O. Russell nicht. Die Golden Globe Nominierung als beste Komödie geht grundsätzlich völlig in Ordnung und kam bei diesem Regisseur und dieser Besetzung alles andere als überraschend.

In der zweiten Hälfte, der die unternehmerischen Erfolge und Misserfolge thematisiert, schraubt O. Russell die Menge an Witz nach unten und der Film bekommt eine seriöse und sublime Note. Das Drehbuch ist dabei äußerst klug geschrieben. Es ist keine vorhersehbare 0815 – Erfolgsstory. Darlehen, Patent, Produktion, Vermarktung – all dies sind Elemente, die bei einer Erfindung und Unternehmensgründung eine Rolle spielen und die in den Film schön verpackt wurden, ohne den Zuschauer zu langweilen. Joy - Alles außer gewöhnlich SzenenbildDer Film vermeidet jegliche Klischees und besticht mit einer bodenständigen und glaubhaften Inszenierung. Das macht Joy dennoch nicht zu einem unglaublich großartigen Film macht, der einen vom Hocker reißt. Hier fehlen in vielen Teilen des Films die cleveren, feinen und spannenden Dialoge, die David O. Russell Filme auszeichnen. Was Szenenbild und Ausstattung angeht, ist der Film ebenfalls etwas sparsam. Während man in American Hustle ein wirkliches 70er Jahre Feeling bekam, spürt der Zuschauer bei Joy nicht, dass die Handlung zu Beginn der 90er Jahre spielt. Losgelöst von der eigentlichen Kernhandlung, gibt es darüber hinaus äußerst intelligente Kritik an das Fernsehgeschäft und besonders an deren produzierten Seifenopern, welche seit Jahrzehnten ununterbrochen im Fernsehen laufen. Diese ist in einem wirklich schönen Running Gag eingebaut, der toll gelungen ist und man dabei als Zuschauer schwer aus dem Grinsen rauskommt.

Zur Besetzung gibt es kaum Kritik. David O. Russell geht nach dem Motto „never change a winning team“ und setzt hier wieder zum 3. Mal infolge auf Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Zur Bradley Coopers Figur wird, um spoilerfrei zu bleiben, nicht näher eingegangen. Seine schauspielerische Leistung ist grundsolide und tadellos, jedoch hätte man seine Figur, die keine besondere Tiefe und tiefgreifende Charakterzeichnung besitzt, mit anderen Schauspieler definitiv auch besetzen können. Doch David O. Russell ging auf Nummer sicher und setzte bei der Besetzung auf vertraute Kollegen. Es ist jedoch kein großes Ensemble, das groß aufspielt, wie in seinen vorherigen Filmen. Zwar ist Robert De Niro als zynischer, zweifach geschiedener Vater, der kein Blatt vor den Mund nimmt, mehr als amüsant, doch hier sticht nur eine Person wirklich heraus und dies ist Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence.

Jennifer Lawrence ist auf einem unglaublichen Erfolgstrip, der unaufhaltsam vorangeht. Joy - Alles außer gewöhnlich SzenenbildMit 20 Jahren wurde sie für den Independent-Film Winter‘s Bone für einen Oscar nominiert. 5 Jahre später gehört sie mit einem Oscar, 2 Nominierungen, 2 Golden Globes, großen Erfolgen in Filmreihen wie X-Men und den Tribute von Panem-Filmen, zu den gefragtesten und erfolgreichsten Frauen Hollywoods. In Joy beweist sie wieder einmal, warum dies der Fall ist. Ob Joy lacht, sich streitet, jemanden droht, in Tränen ausbricht, Überzeugungsarbeit leisten muss oder um jemanden trauert. Lawrence überzeugt in jeder Sekunde und spielt mit einer unglaublichen Intensität und Natürlichkeit ihre Rolle. Joy ist eine hilfsbereite und starke Frau mit einem hohen Ehrgeiz, großem Engagement, aber auch einer verletzlichen sensiblen Seite. Jennifer Lawrence bringt diese Attribute gekonnt auf die Leinwand. Dabei zeigt sie hier ein unglaubliches mimisches und gestisches Ausdrucksvermögen, das auch die Hollywood Foreign Press Association überzeugte, welche Jennifer Lawrence für einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in der Comedy-Sparte nominierte – ihre insgesamt 4. Nominierung. Eine Oscar-Nominierung ist trotz der hohen Konkurrenz, vor allem im Drama-Genre, durchaus realistisch. Der Film selbst ist mit einigen wenigen Schwächen ein wirklich sehenswerter und interessanter Film geworden. Die Raffinesse im Drehbuch, welche vorherige Filme von David O. Russell auszeichnete, fehlt hier, weswegen Joy nicht in der gleichen Liga wie ein The Fighter oder American Hustle spielt, jedoch sehr empfehlenswert geworden ist. Allein für Jennifer Lawrence lohnt sich ein Kauf der Kinokarte.


Fazit:
Eine rundum gelungene und tolle Tragik-Komödie, mit zahlreichen witzigen Momenten und durchaus tristen und ernsteren Szenen. Gepaart mit einer starken Hauptdarstellerin, welche die Handlung über die Lauflänge von 2 Stunden bravourös auf ihren Schultern trägt und einem mit kleinen Schwächen trotzdem überzeugenden Drehbuch, ist Joy ein wirklich empfehlenswerter Streifen geworden.
by

Bilder © 20th Century Fox