Jojo Rabbit

Jojo Rabbit (2019), Deutschland / USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Inhalt

Der Film spielt in Nazi-Deutschland und erzählt vom kleinen Jojo Betzler (Roman Griffin Davis), der dem Führer treu ergeben ist und eine imaginäre Version von ihm (gespielt von Waititi) als besten Freund hat. Der kleine Junge ist am Boden zerstört, als er herausfindet, dass seine Mutter Rosie (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen namens Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt.

Roman Griffin Davis, Scarlett Johansson und Thomasin McKenzie | mehr Cast & Crew


Jojo Rabbit - Trailer




Filmkritik Jojo Rabbit

Filmwertung: | 8/10


Jojo Betzler (Roman Griffin Davis) ist ein begeisterter Anhänger der Hitlerjugend. Sein imaginärer Freund, Adolf Hitler (Taika Waititi), ist sehr stolz auf ihn und hält selbst dann zu ihm, als eine Granate Jojo schwer verletzt. Wegen seiner Verletzung kann er nicht an die Front ziehen und muss deshalb Zuhause bleiben. Als aber auf der oberen Etage seltsame Geräusche zu hören sind, findet er heraus, dass seine Mutter Rosie (Scarlett Hohansson) ein jüdisches Mädchen versteckt. Nun muss er mit seinem Freund abwägen, was zu tun ist.

„Jojo Rabbit“ ist ein satirisches Drama, obwohl auch extrem viele komödiantische Elemente vorhanden sind. Der Film nimmt sich zu keiner Zeit zu ernst und verarbeitet die ganze Geschichte mit viel Humor. Genau da wird sich schon herausstellen, für wen der Film etwas ist. Das komplette Nazi-Deutschland, die Ideologie und die Taten werden so karikaturesk dargestellt, sodass kein bisschen Respekt vor der bedrückenden Geschichte mehr übrig ist. Wer mit dieser Art des Humors leben kann, wird beim Film unglaublich unterhalten, wer allerdings diese Art respektlos und entwürdigend findet, wird sich schwertun, den Film zu akzeptieren.

Jojo (JojoRoman Griffin Davis) läuft mit seinem imaginären besten Freund Adolf (Taika Waititi) durch den Wald
Jojo (Roman Griffin Davis) läuft mit seinem imaginären besten Freund Adolf (Taika Waititi) durch den Wald © Twentieth Century Fox
Neben all dem satirischen Humor, steht natürlich trotzdem die Handlung im Vordergrund. Diese steigert sich sehr stark von ihrer Intensität. So richtig fängt die Geschichte an, wenn Jojo auf Elsa (Thomasin McKenzie) trifft. Es ist wunderbar zu sehen, wie sich der Junge anfangs noch extrem ängstlich und aggressiv verhält, sich aber im Laufe der Geschichte ändert. Genauso interessant ist die Nebenhandlung mit Jojos Mutter. Vor allem hier bahnt sich im Laufe des Films ein Konflikt an, der sehr emotional aufgelöst wird. Der Film schafft es sehr ausgewogen eine Waage zwischen den lustigen und den ernsten Passagen zu finden. Besonders wichtig sind dabei die Charaktere, die allesamt nicht nur humoristisch handeln, sondern eben auch ernstere Töne wiedergeben. Es wird aber nie zu viel. Die Abwechslung macht diesen Film unglaublich dynamisch. Nur das Ende kommt zu abrupt und versucht zu viele Fragen auf einmal zu klären. Mit einer Laufzeit von 108 Minuten hätte sich der Film ruhig noch mehr Zeit nehmen können, um manche Entwicklungen präziser erläutern zu können.

Jojo (Roman Griffin Davis) und Elsa (Thomasin McKenzie)
Jojo (Roman Griffin Davis) und Elsa (Thomasin McKenzie) © Twentieth Century Fox
Taika Waititi („Thor: Tag der Entscheidung“/„What We Do in the Shadwos“) führt nicht nur Regie, sondern hat es sich nicht nehmen lassen, Adolf Hitler zu spielen. Da er nur ein imaginärer Freund ist, ist er ein extrem lustiger Comic Relief. Besonders hervorzuheben sind die beiden Jungdarsteller Roman Griffin Davis und Thomasin McKenzie („The King“/„Der Hobbit: Schlacht der fünf Heere“). Es ist wirklich bemerkenswert, wie man in so frühen Jahren, schon so eine schauspielerische Höchstleitung geben kann. Der Film bietet aber auch eine wunderbare Auswahl an Nebenfiguren, wie zum Beispiel Scarlett Johansson („MCU“), Sam Rockwell („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“/„Vice“), Rebel Wilson („Pitch Perfect“-Reihe), Alfie Allen („Game of Thrones“) und Stephen Merchant („Logan“). Allesamt leisten unglaubliche Arbeit und es ist wirklich beeindruckend, wie man in einem so ernsten Setting, trotzdem noch eine sehr humoristische Figur spielen kann.

Roman Griffin Davis (Jojo), Taika Waititi (Adolf), Scarlett Johansson (Rosie)
Roman Griffin Davis (Jojo), Taika Waititi (Adolf), Scarlett Johansson (Rosie) © Twentieth Century Fox
Auf der technischen Seite ist der Film ebenfalls sehr wertig. Gedreht wurde der Film von Mihai M?laimare Jr. („The Masters“/„The Hate U Give“) Er schafft es die Witze durch seine Arbeit noch pointierter darstellen zu lassen. Auch die Musik von Michael Giacchino („Spider-Man: Homecoming“/„Rogue One“) ist wunderbar. Durch einen bunten Mix von bekannten Songs und neueingespielten Stücken ist ein toller Soundtrack entstanden. Es wurde sich ebenfalls sehr viel Mühe bei den Kostümen und den Locations gegeben. Alles sieht extrem realistisch aus und verleiht dem Film etwas sehr nahbares.


Fazit:
„Jojo Rabbit“ lässt die Ideologie der Nationalsozialisten extrem lächerlich wirken. In diesem satirischen Drama werden unendlich viele Witze über Hitler und die NS-Zeit gemacht. Wer mit dieser Art von Humor nichts anfangen kann, sollte dringend die Finger von lassen. Wer aber einen sehr breitgefächerten Humor besitzt, der auch mal in die karikatureske Richtung geht, wird diesen Film lieben. Der Film bietet ein Feuerwerk an Witzen, die allesamt funktionieren. Die Handlung ist dabei aber ebenfalls sehr interessant, sodass sich alles zu einem sehr außergewöhnlichen Film zusammenfügt.
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Bilder © 20th Century Fox