Jim Knopf und die Wilde 13

Jim Knopf und die Wilde 13 (2020), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Familie / Abenteuer / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Jim Knopf und die Wilde 13 Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Neue Abenteuer warten auf Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer! Nachdem die beiden Freunde den Drachen Frau Mahlzahn besiegt haben, sinnt die Piratenbande „Die Wilde 13“ auf Rache. Mit ihren Dampfloks Emma und Molly begeben sich die Lummerländer auf eine gefährliche Reise, auf der auch Jims sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehen könnte: Er will endlich die Wahrheit über seine mysteriöse Herkunft ans Licht bringen.

Solomon Gordon, Henning Baum und Annette Frier | mehr Cast & Crew


Jim Knopf und die Wilde 13 - Trailer




Filmkritik Jim Knopf und die Wilde 13

Filmwertung: | 5/10


Vor knapp 2 Jahren wurde der erste Part einer sehr bekannten Geschichte ins Kino gebracht. Es handelte sich dabei um die Geschichte vom Jungen Jim Knopf, der schon seit vielen Jahren Jung und Alt begeistert. Stets vermittelte er wichtige Werte wie eine eigene Selbstbestimmung, den Mut und Bereitschaft für Abenteuer und das positive Denken bezüglich verschiedener Menschen. Dies sind Werte die beim Erscheinen des Buchs, genauso wie heute beim Erscheinen des Films für Kinder gleich wichtig sind und die sich auch nicht groß verändert haben, egal welche Generation mit der Figur in Berührung gekommen ist. Jim hat definitiv schon immer ein Kultstatus gehabt und so war es auch nicht groß verwunderlich, dass der erste Teil sehr erfolgreich lief und auch ein zweiter Teil schnell beschlossene Sache war. Während man sich aber bei Teil 1 mehr als 10 Jahre Zeit gelassen hat, musste Teil 2 schnell erscheinen, möglichst ohne erneute 10 Jahre drauf zu warten. Ob das gut gegangen ist oder ob man sich vielleicht doch mehr Zeit hätte lassen sollen, möchte ich euch im Folgenden beantworten.

Jim Knopf und die Wilde 13: Prinzessin Pei Pei, Lukas und Jim
Jim Knopf und die Wilde 13: Prinzessin Pei Pei, Lukas und Jim © Warner Bros.
Im Kern geht es erneut um Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, die ein friedvolles und glückliches Leben auf Lummerland verbringen. Das Leben könnte wirklich nicht schöner sein, vorallem nachdem Frau Malzahn besiegt und die Tochter des Kaisers Lissi nun wieder in Frieden leben kann, Jim hat in ihr sogar eine Freundin gefunden. Jedoch wird in Jim eine Frage immer größer und zwar die, wo er eigentlich her kommt und wie er auf der Insel geladet ist. Dort kann es ihm keiner sagen und doch merkt er, dass er schon bald eine Antwort auf eben diese Frage erhalten wird. Durch einen Auftrag verlassen die Zwei eines Tages nämlich die Insel und fahren geradewegs in ein neues Abenteuer hinein, wo er die Antwort erhalten soll. Leider fällt den beiden schnell auf, dass es eine Bande von Piraten auf Jim abgesehen hat und diese nicht vorher aufhören, bis sie ihn in die Finger bekommen...

Beim ersten Teil viel vorallem positiv auf, wie gut doch alles ausgearbeitet worden ist. Der Film war einer der teuersten deutschen Filme und auch wenn die bekannten Schauspieler zweifellos ihr Geld gekostet haben, ist wohl das meiste Geld für die Ausstattung drauf gegangen. Es hat großen Spaß gemacht darin einzutauchen und Zeit zu verbringen. Genau das funktioniert nun auch in der Fortsetzung. Es sind nämlich wieder so viele Aufbauten, wo man einfach fassungslos ist, wenn man sie sieht. Sie wirken aber nie zu 100% realistisch, sondern vermitteln viel eher das Gefühl wie früher in der Augsburger Puppenkiste. So als hätte man diese 1:1 auf die Leinwand gebracht und das ist wirklich eine klasse Idee gewesen! So kommen Kinder mit dem Film nämlich auf ihre Kosten und alle anderen können beim Schauen in Erinnerungen schwelgen. Zum Glück hat der Film darüber hinaus auch wieder so viele tolle und einzigartige Figuren, die auch die Puppenkiste früher ein Stück-weit ausgemacht hat. 

Jim Knopf und die Wilde 13: Jim und Emma
Jim Knopf und die Wilde 13: Jim und Emma © Warner Bros.
Leider funktioniert aber das Herzstück des Films nicht und Solomon Gordon tut sich erneut sehr schwer als Jim Knopf den ganzen Film zu tragen. Das Problem daran muss aber nicht unbedingt an ihm liegen, denn er ist fast der Einzige, der nicht Deutsch sondern Englisch spricht und so synchronisierert werden musste, was einfach im Gesamtprojekt etwas schwierig auffällt. Ebenso viel mir auch Rick Kavanian negativ auf. Es war zwar sehr beachtlich, wie er diese 12 Piraten gespielt und dennoch jedem eine Persönlichkeit gegeben hat, aber es ist dennoch nicht das Gleiche wie ganz normal 12 Schauspieler die Piraten spielen, was mir persönlich deutlich lieber gewesen wäre.

Außerdem hat dieser Film keine zusammenhängende Geschichte und wirkt eher wie mehrere Kurzgeschichten aneinandergereiht, was ebenfalls im Gesamten einfach nicht richtig funktionieren möchte. Es hätte nach einem so fantastischen ersten Film definitiv mehr sein dürfen und vielleicht hätte man sich doch mehr Zeit lassen können als diese 2 Jahre, denn so hat man in meinen Augen viel Potential verschenkt!

Fazit:
Nach einem fantastischen ersten Teil waren meine Erwartungen wirklich groß und ich habe gehofft, eine Fortsetzung zu erhalten, die vielleicht sogar den ersten Teil in manchen Punkten übertreffen würde, doch der Film hat spürbare die gleichen Schwächen wie fast jede Fortsetzung und verschenkt zu viel mögliches Potenzial, was wirklich schade ist.
by Peter Brauer

Bilder © Warner Bros.