Jackie - Wer braucht schon eine Mutter

Jackie (2012), Niederlande / USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Schwarz-Weiss Filmverleih

Jackie - Wer braucht schon eine Mutter Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein Anruf stellt Sofies und Daans Welt auf den Kopf: Ihre Mutter Jackie liegt mit Knochenbruch in einem US-Krankenhaus und braucht Hilfe. Die holländischen Zwillingsschwestern haben Jackie nie gesehen. Für Sofie ist sie „die Eizellen-Lieferantin“, mit der sich ihre schwulen Väter ihren Kinderwunsch erfüllt haben und an die sie besser keinen Gedanken verschwendet. Für Daan aber, ist das die Chance, auf die sie schon ihr ganzes Leben gewartet hat, endlich ihre Mutter kennen zu lernen. Die Schwestern fliegen in die USA und erleben eine Überraschung die ihr Leben verändern wird.

Carice van Houten, Holly Hunter und Jelka van Houten | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Jackie - Wer braucht schon eine Mutter

DVD
Jackie - Wer braucht schon eine Mutter Jackie - Wer braucht schon eine Mutter
DVD Start:
16.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Filmkritik Jackie - Wer braucht schon eine Mutter

Filmwertung: | 5/10


In den Niederlanden erfreute sich der Film „De gelukkige huisvrouw“ (2010) großer Beliebtheit. Eyeworks Produktions, die für den Film verantwortlich waren, fragten nach dessen Erfolg bei den beiden Autorinnen Marnie Blok und Karen van Holst Peelekaan und der Regisseur Antoinette Beumer an, ob sie noch Ideen für weitere Projekte besäßen. So entwickelten sie die Idee zu „Jackie – Wer braucht schon eine Mutter“ (Originaltitel: „Jackie“, NL/USA, 2012) und besetzten eine der Hauptrollen wieder mit Carice van Houten.

Sofie (Carice van Houten) und Daan (Jelka van Houten) sind Zwillingsschwestern und bei ihren beiden schwulen Vätern aufgewachsen. Die Leihmutter haben sie nie kennen gelernt. Eines Tages erreicht sie eine Nachricht aus einer amerikanischen Klinik, dass ihre leibliche Mutter Jackie (Holly Hunter) schwere gesundheitliche Probleme hat und sich gegen jegliche Hilfe sperrt. So machen die zwei sehr unterschiedlichen Schwestern, nachdem Sofie, die Karrierefrau, sich vehement gewehrt hat, auf den Weg nach Amerika. Dort angekommen, läuft es nicht so reibungslos über die Bühne, wie Sofie es sich vorgestellt hat, da ihre Mutter sich weigert eine andere Transportmethode zu nehmen, als mit ihrem alten Wohnmobil die Reise zum weit entfernten Reha-Zentrum anzutreten. So beginnt ihr gemeinsamer Trip durch New Mexico, auf denen sich die einzelnen Protagonisten selbst und die anderen (besser) kennen lernen.

Marnie Blok, eine der beiden Drehbuchautorinnen, wollte einen Film im Stil von „Thelma & Louise“ (1991) realisieren. Hinzu kam das Wissen, dass die Hauptrolle nach „De gelukkige huisvrouw“ wieder mit Carice van Houten besetzt werden sollte. Blok wurde durch ein anderes Projekt auf deren Schwester Jelka van Houten aufmerksam. Man sah ihnen an, dass sie zwar Schwestern waren, aber trotzdem grundverschieden. So hatten die Drehbuchautorinnen bereits beim Schreiben diese beiden Darstellerinnen vor Augen. Es entstand ein Roadmovie, welches von Familie und Selbstfindung erzählt. Ziel war es eine Dramödie zu schaffen, die eine lebensnahe Geschichte erzählt und den Zuschauer berührt. Die charakterliche Entwicklung ist dabei aber leider sehr erwartbar geraten und auch die Wendungen (bis auf den Schluss) sind vorhersehbar. Ein anderes großes Manko des Films besteht darin, dass die drei Hauptfiguren durch ihre überzogene Charakterisierung (verbissene Karrierefrau (Sofie), ständig fröhliches Liebchen (Daan) und die mürrische Einzelgängerin (Jackie)) sich nicht als Sympathieträger eignen. Trotz dieser Schwächen ist den Machern ein netter Film gelungen, der zwar ab und zu ins zu Kitschige abgeleitet, aber sich jedes Mal wieder fängt. Mit seiner Optik kann der Film dagegen vollkommen überzeugen. Trotz geringem Budget und nur wenigen Drehtagen in New Mexico gelingt es den Filmemachern, die amerikanische Landschaft gut einzufangen und ein Gefühl der Gegensätzlichkeit zur städtischen Wirklichkeit der beiden Schwestern zu vermitteln. Positiv zu erwähnen ist auch, dass sie nur die niederländischen Passagen synchronisiert haben und die englischsprachigen Gespräche für eine authentischere Wirkung nur untertitelt haben.
Die Besetzung besteht vor allem aus den drei Hauptfiguren. Alle anderen Rollen sind sehr klein gehalten. In dem Sinne war es sehr wichtig, die richtigen drei Darstellerinnen dafür auszuwählen. Die beiden Schwestern waren schnell klar. Carice van Houten gilt als eine der beliebtesten Darstellerinnen Hollands und feiert mit Filmen wie „Black Book“ (2006) und „Repo Man“ (2010) auch internationale Erfolge und war für die Rolle der Sofie fest eingeplant. Die beiden Schwestern spielen ihre Rollen solide und überzeugend. Holly Hunter, welche viermal für einen Oscar nominiert wurde, als alternden wortkargen Hippie zu besetzen war ein gelungener Clou. Sie war von der Rolle selbst so begeistert, dass es nicht nötig war, sie zur Teilnahme zu überreden. Sie nahm sich der Rolle ganz an und zeigt damit wieder einmal, was für eine gute Charakterdarstellerin sie ist.

Fazit: „Jackie – Wer braucht schon eine Mutter“ ist ein konventioneller Roadmovie, auf dem sich die Protagonisten selbst finden und sich näher kommen. Er bietet somit genremäßige Unterhaltung und schafft es die Großartigkeit der Landschaft New Mexicos gut einzufangen.

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Bilder © Schwarz-Weiss Filmverleih