Jack und das Kuckucksuhrherz

Jack et la mécanique du coeur (2013), Frankreich / Belgien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Animation / Fantasy / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

Jack und das Kuckucksuhrherz Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Am kältesten Tag, den Schottland je sah, kommt der kleine Jack mit gefrorenem Herzen zur Welt. Seine Hebamme Madeleine ersetzt den Eisklumpen kurzentschlossen durch eine Kuckucksuhr und ticktack, bummbumm: Jack kann leben. Drei wichtige Regeln gilt es jedoch fortan für Jack zu beherzigen: niemals an den Zeigern drehen, niemals in Rage geraten und sich niemals verlieben, denn sonst spielt das Uhrwerk verrückt und das kann den Tod für Jack bedeuten.
Doch wie schafft man es, sich niemals zu verlieben? Und so kommt es wie es kommen muss: Jack trifft auf die bezaubernde Sängerin Acacia, singt mir ihr ein Liebeslied und bumm: sein Kuckucksuhrherz dreht durch. Kurz darauf kommt er wieder zu sich, aber die Schönheit ist verschwunden. Die Suche nach seiner Angebeteten führt den Jungen zusammen mit dem faszinierenden George Méliès durch ganz Europa, bis er sie schließlich auf einem Rummelplatz bei Sevilla findet. Dort setzt Jack alles dran, das Herz seiner Geliebten für sich zu gewinnen.




DVD und Blu-ray | Jack und das Kuckucksuhrherz

Blu-ray
Jack und das Kuckucksuhrherz Jack und das Kuckucksuhrherz
Blu-ray Start:
07.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 93 min.
DVD
Jack und das Kuckucksuhrherz Jack und das Kuckucksuhrherz
DVD Start:
07.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 89 min.

Filmkritik Jack und das Kuckucksuhrherz

Filmwertung: | 8/10


Die Liebe ist das stärkste Gefühl von allen, das mit dem Berühren des Herzens zum Leben erweckt wird. Liebende im stetigen Kampf zwischen Hoffnung und Angst sowie zwischen Glück und Schmerz verlieren sich in der Leidenschaft, von der poetische Geschichten erzählen.
Basierend auf dem Kultbuch „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu (Sänger der Band Dionysos), der sich von einem Besuch der Stadt Edinburgh inspirieren ließ, berichtet von einer solchen poetischen Liebschaft: Im 19. Jahrhunderts droht Schottland zu erfrieren. Als der kleine Jack in einer kalten Winternacht zur Welt kommt, in der sogar Vögel erfroren vom Himmel fallen, ist ihm ein kurzes Leben prophezeit. Doch Hebamme Madeleine rettet dem Baby das Leben und ersetzt das kleine, zu einem Eisklumpen gefrorene Herz, durch eine winzige Kuckucksuhr. Der Eingriff der beherzten Frau trägt Früchte, doch nur, solange Jack festgesetzte Regeln befolgt. Er darf nie die Zeiger seiner Uhr berühren, niemals in Rage geraten oder sich verlieben. Die Jahre vergehen und Jack wächst zu einem jungen Mann heran, der das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen erleben will. Er setzt sich über die Vernunft der Regeln hinweg und verliert sein Herz, was schwere Folgen nach sich zieht.
Malzieu thematisiert in seiner zauberhaften Geschichte die Liebe in all ihren Facetten. Jack lernt nicht nur die Liebe seiner leiblichen Mutter, seiner Ersatzmutter Madeleine und die seiner sonderbaren Familie kennen, sondern auch die Liebe der Sängerin Acacia. Das einst sorgenfreie Leben von Jack gerät mit dem Beginn der Pubertät ins Straucheln, was Elemente einer klassischen Coming-of-Age-Geschichte erkennen lässt. Die Leidenschaft, die Acacia in Jack zum Leben erweckt, zwingt in zum Aufbruch. Er entflieht seiner aufgezwungenen Isolation und begibt sich in die Anhängigkeit seiner Mitmenschen. Gepeinigt aufgrund seiner Behinderung, lernt der Junge, seine Schwäche in seine größte Stärke zu verwandeln. Doch bleibt er sein Leben lang ein Außenseiter, der seine wahre Identität nur seinen engsten Vertrauten offenbart. Neben der Teenagerproblematik, die sich mit dem Prozess des Erwachsenwerdens in Gang setzt, orientiert sich der Film zudem an historischen Schauplätzen und Ereignissen: Nachdem Jack auf seiner Reise dem legendären Mörder Jack The Ripper entkommen ist, macht er die Bekanntschaft mit George Méliès, der im Film eine ausführliche Porträtierung erfährt. Anschaulich bringt der Illusionist seinen Bildern das Laufen bei. Die Hommage an die Stummfilmära erlebt ihren Höhepunkt mit der Einbindung des Films „Die Reise zum Mond“ ("Le Voyage dans la Lune"), den Méliès im Jahre 1902 als Anlehnung an Jules Vernes gleichnamigen Roman inszenierte.
Produzentin Virgine Besson-Silla und ihr Ehemann Luc Besson präsentieren die außergewöhnliche Liebesgeschichte in einem prägnanten Stil, den man sonst nur von Erfolgsfilmemacher Tim Burton („Alice im Wunderland“) kennt. Die stilistischen Figuren und ihre durch Blicke und Gesten unmissverständlich zum Ausdruck gebrachten Emotionen, werden durch die Musik von Malzieu untermalt. Dank Grafikdesignerin Nicolette Ceccoli und Produktionsmanager Jean Baptiste Lére faszinieren die Figuren durch ihr unkonventionelles Aussehen. Die dürren Körper mit den großen Köpfen und den fotorealistischen Augen liefern Schönheit und Monstrosität in einem. Auf magische Weise vereinen sich die liebevoll gezeichneten Figuren des 19. Jahrhunderts mit faszinierenden Steampunk-Elementen zu einem ungewöhnlichen Märchen, das den Zuschauer gefangen nimmt. Das Hauptthema Toleranz wird allgegenwärtig aufgegriffen und regt zum Nachdenken an, während die verträumten Kulissen und die porzellanartigen Figuren für eine melancholische Grundstimmung sorgen.
Im Februar diesen Jahres feierte „Jack und das Kuckucksuhrherz“ seinen erfolgreichen Festival-Auftritt auf der Berlinale und begeisterte mehr als 500.000 Besucher mit der rührenden Geschichte über Ängste, Verluste und die Suche nach der eigenen Identität. Wer sich von der Kombination von Fantasie und Realität verzaubern lassen will, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Fazit: „Jack und das Kuckucksuhrherz“ ist ein zauberhafter Film über eine unvorstellbare Liebe und die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Herz aus Eis von einer Kuckucksuhr ersetzt wird. Melancholisch, romantisch und emotional begeistert der Film den Kinobesucher mit seiner traumhaft-düsteren Atmosphäre und seinen surrealen Details.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Universum Film


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