J. Edgar

J. Edgar (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Biographie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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J. Edgar Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Fast 50 Jahre lang war J. Edgar Hoover der Chef des Federal Bureau of Investigation – so stieg er zum mächtigsten Mann in Amerika auf. Um sein Land zu schützen, schreckte er vor nichts zurück. Er überlebte die Regierungen von acht Präsidenten und drei Kriege, er kämpfte gegen reale und eingebildete Bedrohungen, wobei er die Gesetze oft recht eigenwillig auslegte, um den Schutz seiner Landsleute zu gewährleisten. Seine Methoden waren ebenso heroisch wie skrupellos, und all das diente nur dem einen Ziel, das er nie erreichte: Er wollte von der Welt bewundert werden.

Leonardo DiCaprio, Josh Hamilton und Geoff Pierson | mehr Cast & Crew


J. Edgar - Trailer




DVD und Blu-ray | J. Edgar

Blu-ray
J. Edgar J. Edgar
Blu-ray Start:
25.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 136 min.
DVD
J. Edgar J. Edgar
DVD Start:
25.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 131 min.

Filmkritik J. Edgar

Filmwertung: | 6/10


In diesem Jahr wird der FBI-Begründer J. Edgar Hoover seit 40 Jahren tot sein. Hoover war und ist bis heute eine umstrittene Persönlichkeit in den Vereinigten Staaten. Passend zu Hoovers Todestag erscheint am 19. Januar ein Spielfilm über Hoovers Leben und sein Wirken beim FBI. Produzent und Regisseur Clint Eastwood (MILLION DOLLAR BABY) bringt den geheimnisvollen FBI-Direktor, der von Leonardo DiCaprio (INCEPTION) gespielt wird, auf die Leinwände.

J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) ist alt und müde. Einem Mitarbeiter des FBI erzählt Hoover die Geschichte der Gründung seines Geheimdienstes. Er erzählt von seinem eigenen Lebenswerk. Hoover berichtet von den bolschewistischen Invasionen, von der Entführung des Lindbergh-Babys und dem Gangster John Dillinger. Bei seinen Unternehmungen wurde er stets von seinen engsten Mitarbeitern Clyde Tolson (Armie Hammer) und Helen Gandy (Naomi Watts) begleitet. Ihre Treue galt ihm über seinen Tod hinaus.

Produzent Eastwood versucht für J. EDGAR den golden Pfad der Mitte zu finden. Hoover war zeit seines Lebens ein Spezialist für Geheimnisse, ein Experte im Verschleiern und Fallenstellen. Das galt nicht nur für seine Arbeit beim FBI, auch sein Privatleben wirft bis heute Fragen auf: Zum Beispiel über seine tatsächliche und nicht nur vorgetragene Einstellung zu Liebe und Sex. Seine enge berufliche, aber vor allem auch private Verbundenheit zu seinem Mitarbeiter Clyde Tolson, kombiniert mit seinem ehe- und kinderlosen Leben, lassen Spekulationen zu: War J. Edgar Hoover schwul?

Diese Frage nimmt Eastwood auf und gibt eine Antwort, die dennoch keine Antwort ist. Er stellt eine enge Bindung dar, auch die Worte „ich liebe Dich“ fallen in einem aufgewühlten Moment und doch lässt Eastwood bewusst eine weitergehende emotionale oder gar körperliche Beziehung aus. Er versucht stets einen Kompromiss zu finden zwischen den teilweise sehr unterschiedlichen Meinungen über Hoover. Das gilt freilich auch für sein Wirken als FBI-Chef.

Und so werden Hoovers Gegner wohl meinen, dass die FBI-Legende zu positiv und Hoovers Anhänger werden wohl meinen, dass ihr Volksheld zu negativ dargestellt würde. Ein Indiz für ein gutes Werk? Nun ja, J. EDGAR bleibt ein Spielfilm, der dokumentarischen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Ein interessanter und vor allem aufwendig produzierter Spielfilm ist J. EDGAR jedoch in jedem Fall. Im Film werden sechs Jahrzehnte der US-Geschichte gezeigt – von den 1920´er Jahren bis zu den 1970´er Jahren. Eine Herkulesaufgabe für die Filmemacher, die sie erfolgreich bewältigt haben. Eine Herkulesaufgabe wohl auch für die Schauspieler. Vor allem Leonardo DiCaprio hat für seine Verwandlung zum fast 80 Jahre alten Hoover einige Qualen in der Maske durchleben müssen. Umso erfreulicher für alle Beteiligten, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann.

J. EDGAR wirft einen interessanten Blick auf einen Patrioten, der zweifellos Großes geleistet hat. Er zeigt aber auch, wie schwer es sein kann, „gut“ und „böse“ voneinander abzugrenzen und dass andauernde Angst leicht zur Paranoia führen kann.

Fazit: J. EDGAR ist ein anspruchsvoller Spielfilm. Begeisterung wird er in Deutschland wohl eher weniger auslösen. Empfehlenswert ist er vor allem für jene, die sich für die jüngere US-Geschichte interessieren.
by Ramon Weilinger

Bilder © Warner Bros.