Irrational Man

Irrational Man (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Mysterie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Irrational Man Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der Philosophieprofessor Abe Lucas ist emotional auf einem Tiefpunkt angekommen: Absolut nichts scheint ihm mehr sinnvoll zu sein – von der Lebensfreude ganz zu schweigen.
Als Abe seine Dozententätigkeit an einem Kleinstadt-College aufnimmt, lässt er sich bald darauf mit zwei Frauen ein: Die einsame Professorin Rita Richards erwartet von Abe, dass er sie aus ihrer unglücklichen Ehe rettet, und seine beste Studentin Jill Pollard wird bald zu seiner engsten Vertrauten.
Durch einen reinen Zufall verändert sich für Abe und Jill alles, als sie das Gespräch eines Fremden belauschen, das sie nicht mehr loslässt.
Sobald Abe einen wichtigen Entschluss gefasst hat, gelingt es ihm auch, das Dasein erneut in vollen Zügen zu genießen. Doch seine Entscheidung löst eine Kettenreaktion aus, die auf sein Leben ebenso wie auf Jill und Rita weitreichende Auswirkungen haben wird.


Joaquin Phoenix, Emma Stone und Joe Stapleton | mehr Cast & Crew


Irrational Man - Trailer


Irrational Man - Trailer


DVD und Blu-ray | Irrational Man

Blu-ray
Irrational Man Irrational Man
Blu-ray Start:
17.03.2016
FSK: 12

zur Blu-ray Kritik
DVD
Irrational Man Irrational Man
DVD Start:
17.03.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik Irrational Man

Filmwertung: | 6/10


Manch einem Menschen scheint sein Ruf vorauszueilen. Doch das die Meinungen über einen, die sich durch verselbstständigte Äußerungen Fremder ergeben, nicht immer der Wahrheit entsprechen, zeigt Woody Allen in seinem Mysterie-Drama „Irrational Man“. Noch bevor Philosophieprofessor Abe Lucas (Joaquin Phoenix) seine Dozententätigkeit an einem Kleinstadt-College antritt, sind die Studenten und Dozenten freudig erregt. Nicht nur die bereits veröffentlichten Bücher, sondern auch die interessante Biographie des neuen Lehrkörpers ist in aller Munde. Kaum jemand ahnt, dass Abe am Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist und seinen Frust im Alkohol zu ertränken versucht. Während Kollegin Rita Richards (Paker Posey) versucht, den wortkargen Abe in eine Affäre zu locken, gewinnt Studentin Jill (Emma Stone) mit ihrer offenherzigen Art sein Vertrauen. Doch trotz des Interesses des weiblichen Geschlechts, sondert sich Abe ab. Erst, als er in einem Restaurant das Wehklagen einer Frau belauscht, die sich über einen ansässigen Richter beschwert, ist sein Lebensmut geweckt. In Abes Kopf entsteht ein Plan, mit dem er nicht nur das Leid der Frau beenden, sondern auch seinen Verdienst an der Menschheit verrichten kann. Scheinbar mühelos plant Abe das wahre Verbrechen und verrennt sich alsbald in die Konsequenzen.

Woody Allen stellt mit Joaquin Phoenix einen verschlossenen Menschen in den Fokus seiner Geschichte, der sich durch das Leid einer fremden Frau inspirieren lässt. Plötzlich gewinnt die Lebensfreude die Oberhand und verdrängt zusehends die Lethargie in Abes Alltag. Sichtlich aufgerüttelt beginnt der Philosophieprofessor ein neues Leben, gedrängt von dem Wunsch, als Märtyrer zu richten. In bewusster Manier stürzt Allen den Zuschauer gemeinsam mit der Hauptfigur in das unausweichliche Desaster. Vom Leben enttäuscht und in der Unzufriedenheit über das eigene Leben gefangen, scheint die Depression greifbar. Doch dann wittert Abe die Chance, seinem Leben neuen Sinn zu verleihen. Joaquin Phoenix erweist sich in der Rolle des ernüchterten Dozenten als gelungene Besetzung. Wortkarg, mit Bierbauch und gesenktem Blick, erträgt er das Leben, das keinerlei Überraschungen mehr bereit zu halten scheint. Doch dann erweckt ihn das Leid anderer aus seiner Starre und lässt ihm einen neuen Blickwinkel erkennen. Teils absurde Situationen spielen sich zwischen Phoenix und seiner Schauspielkollegin Emma Stone ab („Magic in the Moonlight“), die als ehrgeizige Studentin die Nähe zum erfahrenen Mann sucht. Klischeebehaftet ist vor allem die Rolle der liebeshungrigen Chemieprofessorin Rita, gespielt von Paker Posey („Inside Out“), die an der Oberflächlichkeit ihrer Darstellung zu scheitern droht.

Die Geschichte ist wenig spektakulär noch innovativ, überzeugt jedoch durch abwechslungsreiche Wendungen, die mit Charme und Witz in Szene gesetzt werden. Ähnlich wie „Magic in the Moonlight“ spielt Allen auch in „Irrational Man“ mit dem Reiz des Unbekannten, das in einem unbeobachteten Moment an die Oberfläche gelangt und das wahre Gesicht offenbart. Die zwischen Emma Stone und Joaquin Phoenix gesponnene Liebesgeschichte schwankt zwischen offenherzigem Vertrauen und surrealer Realität, die sich im Finale zu einem überraschendem, wenn auch erahnbaren Wendepunkt zuspitzt. Die Tat und die Aufklärung des Mordes werden zügig abgewiegelt, wobei philosophische Fragestellungen und intellektuelle Zitate zur Untermauerung genutzt werden.


Fazit:
Nach 46 Filmen schafft es der mittlerweile 79-jährige Drehbuchautor und Regisseur Woody Allen noch immer, dem Publikum einen unterhaltsamen Film zu präsentieren. Auch wenn „Irrational Man“ einer der schwächeren Filme von Allen ist, lohnt sich der Kinobesuch. Denn wenn Joaquin Phoenix mit Bierbauch seine depressiven Momente feiert, entlockt der Film dem routinierten Alltag seiner Figuren humorvolle Situationen.
by

Bilder © Warner Bros.