In meinem Himmel

The Lovely Bones (2009), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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In meinem Himmel Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Die 14-jährige Susie (Saoirse Ronan) lebt in einem Vorort in Pennsylvania. Nach ihrem Tod beobachtet sie aus dem Jenseits, wie ihre Familie mit dem Verlust umzugehen lernt. Susie war von einem Nachbarn vergewaltigt und ermordet worden, ihre Leiche bleibt jedoch für immer verschwunden. Die Polizei kann nur erahnen, was mit ihr geschehen ist, und auch die Eltern müssen schließlich erkennen, dass sie ihre Tochter für immer verloren haben. Doch wie ist es zu erklären, dass Susies kleiner Bruder Buckley meint, seine Schwester gesehen zu haben? Und wieso ist sich ihr Vater so sicher, ihre Anwesenheit zu spüren?

Saoirse Ronan, Mark Wahlberg und Rachel Weisz | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | In meinem Himmel

Blu-ray
In meinem Himmel (Special Edition) In meinem Himmel (Special Edition)
Blu-ray Start:
19.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.
In meinem Himmel In meinem Himmel
Blu-ray Start:
05.05.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.
DVD
In meinem Himmel In meinem Himmel
DVD Start:
19.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 130 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik In meinem Himmel

Filmwertung: | 7/10


Mit vorsichtigen Schritten macht sich die 14-jährige Susie Salmon (überzeugend: Saoirse Ronan) auf den Weg in die Erwachsenenwelt, als ihr kurzes Leben am 06.12.1973 ein jähes Ende findet.

Vielleicht ist ihr gewaltsamer Tod daran Schuld, dass sich das einst so fröhliche und aufgeweckte Mädchen nicht von ihrem irdischen Dasein lösen kann, vielleicht weil ihre Leiche nicht gefunden wird - oder einfach nur ihre unstillbare Sehnsucht nach dem Leben und ihrer Familie. Jedenfalls klammert sich Susie an ihre Erinnerungen und strandet in einem Reich zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, dass sie selbst als „The In-Between“ bezeichnet. Von diesem mystischen Ort aus beobachtet und kommentiert Susie das Geschehen Daheim – und versucht, darauf einzuwirken. Sie fühlt die tiefe Traurigkeit ihrer Familie, die das unfassbare Verbrechen nicht akzeptieren kann und beinahe daran zerbricht. Und sie muss mit ansehen wie ihr Mörder, der unscheinbare Nachbar George Harvey (Stanley Tucci), mit seiner grausamen Tat unbehelligt davon zu kommen scheint. Susies Gefühle, die zwischen Trauer, Hass und Hoffnung schwanken, beeinflussen auch ihre Umgebung. In prächtigen Bildern und mit zurückhaltenden, doch strahlenden Farben werden ihre unterschiedlichen Stimmungen in Szene gesetzt. Doch hier werden zu sehr die schönen Momente herausgestellt, in denen Susie glücklich und unbeschwert durch ihre selbstgestaltete Welt läuft. Die wenigen dunklen Augenblicke, in denen Susie von Angst und Verzweiflung geplagt wird, werden leichtfertig untertrieben. Geschunden und ermordet, aber als Belohnung winkt eine schönere Welt? Diese bedenkliche Aussage drückt sich einem förmlich auf.

Im Diesseits lässt Jack Salmon (eindrucksvoll: Mark Wahlberg) nichts unversucht, den vermeintlichen Mörder seiner Tochter, den er in der Nachbarschaft vermutet, aufzuspüren. Dabei steht die menschliche Komponente stets im Vordergrund. Susie verfolgt die aussichtslosen Bemühungen ihres geliebten Vaters und lenkt dessen Aufmerksamkeit durch ihre sphärenhafte Präsenz auf den allein lebenden Mr. Harvey. Harvey ist der Inbegriff eines Kinderschänders. Auch, wenn nicht von Anfang an klar wäre, dass der Puppenhaus bauende Mann mit den geifernden Blicken und dem spärlichen, fettigen Haar der Täter ist: es steht ihm praktisch auf der Stirn geschrieben. Sieht so ein Vergewaltiger und Mörder aus? In unserer Fantasie ist das wahrscheinlich, im Film nennt man das Klischee. Und auch das bewährte Spiel von Stanley Tucci kann daran nichts ändern. Die Trauer von Susies Mutter Abigail ist durch Rachel Weisz’ zurückhaltender Darstellung glaubwürdig. Auf der anderen Seite wird gerade dadurch die familiäre Auseinandersetzung mit dem Tod leider gebremst. In der Nebenrolle als Susies Großmutter glänzt Susan Sarandon. Ihre Energie geladenen Auftritte mögen sich aber nicht so recht in das Ganze einfügen.

Letztendlich erkennt Susie, dass sie durch die Nähe zu ihrer Familie in ihrem Schmerz und ihrer Wut gefangen ist. Nur, wenn sie die irdische Welt loslässt, kann sie die Zwischenwelt verlassen und wird wirklich frei sein. Sie wagt diesen ungewissen Schritt und ermöglicht somit auch ihrer Familie, das schreckliche Geschehen zu verarbeiten.

Trotz des guten filmischen Handwerks und fantasiereicher Bilder gelingt es nur bedingt, Susies Gefühle und Zerrissenheit, mit der sie sich in der Zwischenwelt auseinandersetzen muss, auf den Zuschauer zu übertragen. Obwohl zwischen der irdischen Welt und Susies Reich optische Verbindungen bestehen, tut sich der Film schwer, einen Rhythmus zu finden. Seine Sicht und Ausgestaltung bezüglich einer möglichen Existenz nach dem Tode und der Verbundenheit mit dem Irdischen, ist wiederum interessant umgesetzt und wird von seinen Protagonisten authentisch dargestellt - und dies macht den Film dennoch ansehenswert.

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Bilder © Paramount Pictures Germany