I Am Mother

I Am Mother (2019), Australien
FSK: 12 - Genre: Horror / Science-Fiction / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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Inhalt

Ein Teenager-Mädchen, genannt „Tochter“ (Clara Rugaard), lebt in einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker und wird von einem humanoiden Roboter namens „Mutter“ (Stimme von Rose Byrne) aufgezogen. Der Androide wurde entwickelt, um die Erde nach der Auslöschung der Menschheit neu zu besiedeln. Die besondere Beziehung zwischen den beiden wird bedroht, als unerwartet eine blutüberströmte fremde Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und völlig aufgelöst um Hilfe schreit. Die bloße Existenz dieser Fremden stellt „Tochters“ komplette Welt auf den Kopf, und nach und nach beginnt sie, ihr einziges Elternteil als potenzielle Gefahr zu betrachten. In einem atemberaubenden Finale muss sich „Tochter“ der „Mutter“ von Angesicht zu Angesicht stellen, um die Wahrheit über ihre Welt und ihre wahre Mission herauszufinden.

Clara Rugaard, Hilary Swank und Luke Hawker | mehr Cast & Crew


I Am Mother - Trailer




Filmkritik I Am Mother

Filmwertung: | 8/10


Die Menschheit wurde nach etlichen Kriegen fast komplett ausgelöscht. Das so genannte „Mutter“-Programm soll die Erde langsam wieder bevölkern, in dem es zuvor gesicherte Embryos großzieht. Der androide Roboter „Mutter“ (Stimme: Rose Byrne) startet die neue Generation mit „Tochter“ (Clara Rugaard). „Tochter“ geht es wunderbar. Sie wächst zwar alleine auf, genießt dafür aber höchste Bildung und bekommt von „Mutter“ alle sozialen und kognitiven Fähigkeiten beigebracht. Als aber auf einmal eine schwerverletzte „Frau“ (Hilary Swank) vor den Toren des Bunkers steht, kommen „Tochter“ Zweifel auf, ob sie wirklich alles von „Mutter“ glauben kann. „Mutter“ reagiert ungewöhnlich aggressiv auf die Begegnung und sperrt die „Frau“ erstmal in Isolationshaft. „Mutter“ verbietet jeglichen Kontakt zu der „Frau“, „Tochter“ schafft es trotzdem sich mit ihr zu unterhalten und erfährt schreckliche Dinge.

"Tochter" (Clara Rugaard) zeigt "Mutter" (Luke Hawker, gesprochen im Original von Rose Byrne) ihre Zuneigung © Concorde Filmverleih GmbH
„I Am Mother“ ist ein interessanter Science-Fiction Film, welcher mit seinem Setting und den wenigen Charakteren fast schon einem Theaterstück gleicht. In wenigen kurzen Schrifteinblendungen wird das grundlegende Szenario erklärt und der Film startet direkt mit dem Etablieren der „Mutter“. Dieser technologisierten Roboter versucht die Erde wieder zu bevölkern, in dem sie anfängt, einzelne Embryonen großzuziehen. Der Anfang macht dabei „Tochter“. Der Film erzählt ihre komplette Kindheit bis zur Teenager-Zeit und es ist interessant zuzuschauen, wie ein Roboter versucht einem Menschen menschliche Züge und Motive zu erklären. „Mutter“ setzt dabei viel auf Bildung, damit die Fehler aus der Vergangenheit nicht nochmal passieren und eine Generation geschaffen wird, die es würdig ist die Erde zu bevölkern. Als dann aber plötzlich die „Frau“ vor den Toren des Bunkers steht, gerät „Tochters“ Weltanschauung ins Wanken. Anscheinend leben ja doch noch Menschen da draußen, die so sieht die unbekannte „Frau“ jedenfalls aus, sich im Krieg befinden. Da „Mutter“ ihr aber jeglichen Kontakt verbietet, muss sie sich nachts, während „Mutter“ auflädt, in die Zelle der „Frau“ schleichen und erfährt dort so einige schreckliche Dinge.

Die fremde Frau (Hilary Swank) fühlt sich sichtlich unwohl in den Händen des Androiden
Die fremde Frau (Hilary Swank) fühlt sich sichtlich unwohl in den Händen des Androiden "Mutter" (Luke Hawker, gesprochen im Original von Rose Byrne) © Concorde Filmverleih GmbH
Der Film schafft es durch viele interessante Dialoge und das Streuen von einzeln Hinweisen eine Welt zu etablieren, von der man einfach mehr erfahren möchte. Diese Welt wird aber vorerst nicht gezeigt, sodass sich der Zuschauer und die „Tochter“ nur in den Gedanken diese Welt ausmalen können. Der Film spielt aber genau damit, denn noch nicht einmal von den Charakteren lässt sich die Welt so richtig ergreifen, da sie alle durch ihren Namen komplett anonymisiert sind. Durch die Enge und Beklommenheit des Bunkers hat kein Charakter so wirklich Platz sich zu entfalten, was überhaupt nicht schlimm ist, denn wirkliche Entfaltung und Erweiterung des eigenen Horizontes wird von „Mutter“ stets untersagt, da sie fürchtet, dass sich „Tochter“ auf einen falschen Weg aufmachen könnte.

Die Teenagerin
Die Teenagerin "Tochter" (Clara Rugaard) stellt Nachforschungen an © Concorde Filmverleih GmbH
Für den Regisseur Grant Sputore ist „I Am Mother“ sein Debütfilm. Er hat sich absichtlich auf wenige Charaktere fokussiert, um der Dystopie mehr Kraft zu geben. Rose Byrne („X-Men: First Class“/„The Place“) spricht die “Mutter” und gerade in Interaktion mit dem Schauspiel-Neuling Clara Rugaard ist eine wunderbare Synergie entstanden. Die teilweise antagonistische Rolle nimmt Hilary Swank („Boys Don´t Cry“/„Million Dollar Baby“) rundet die kleine Ansammlung an Charakteren perfekt ab.


Fazit:
„I Am Mother“ schafft es mit guten Dialogen und wenigen anonymisierten Charakteren von einer Welt zu erzählen, welche augenscheinlich komplett verloren ist. Der Film schafft es aber mit nur drei Charakteren in einem Kammerspiel zu erläutern, weshalb vielleicht doch nicht alles so ist, wie es scheint. Insgesamt ein clever erzählter Science-Fiction Film, welcher sogar Potenzial für eine ganze Reihe oder Serie bietet.
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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH