Heute bin ich Samba

Samba (2014), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Senator Filmverleih

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Heute bin ich Samba Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Zehn Jahre ist es her, dass Samba (OMAR SY) - nicht ganz legal - aus Senegal nach Frankreich eingereist ist. Seitdem hält er sich in Paris mit Aushilfsjobs über Wasser und versucht dabei nicht aufzufallen. Zusammen mit seinem heißblütigen „brasilianischen“ Freund Wilson (TahaR RaHIM), der aber eigentlich aus Algerien stammt, schlüpft er in die unterschiedlichsten Verkleidungen und wechselt häufig den Job, wenn wieder mal was schief geht. Dennoch hält Samba an seinem großen Traum, eines Tages als Restaurantkoch zu arbeiten, optimistisch fest. Endlich winkt ihm eine unbefristete Stelle und er wird leichtsinnig, weil er glaubt, dass eine Aufenthaltserlaubnis jetzt nur noch reine Formsache ist. Doch dann verweigern ihm die Behörden die ersehnten Papiere und er landet postwendend in Abschiebehaft. Jetzt steckt Samba richtig in der Klemme und braucht dringend Hilfe. Die erhofft er sich von der dünnhäutigen Karrierefrau Alice (Charlotte Gainsbourg), die sich nach einem Burn-Out nun ehrenamtlich im Sozialdienst engagiert. Samba ist ihr erster „Fall“ und sie macht gleich alles falsch: Obwohl ihr die Kolleginnen eingeschärft haben, immer die Distanz zu wahren, gibt sie Samba schon am ersten Tag ihre Telefonnummer.

Omar Sy, Charlotte Gainsbourg und Tahar Rahim | mehr Cast & Crew


Heute bin ich Samba - Trailer


Heute bin ich Samba - Trailer


DVD und Blu-ray | Heute bin ich Samba

Blu-ray
Heute bin ich Samba Heute bin ich Samba
Blu-ray Start:
11.09.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 119 min.
DVD
Heute bin ich Samba Heute bin ich Samba
DVD Start:
11.09.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 114 min.

Filmkritik Heute bin ich Samba

Filmwertung: | 7/10


Die beiden französischen Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache scheinen mit ihrem neuesten Film „Heute bin ich Samba“ (Originaltitel: „Samba“, Frankreich, 2014) ihrem Erfolgsrezept treu zu bleiben. Nach ihrem Sensationshit „Ziemlich beste Freunde“ (2011) wurde wieder eine der Hauptrollen mit Omar Sy, der auch ein guter Freund des Regieduos ist, als Hauptrolle besetzt. Auch behalten sie ihre feine Art von Humor bei und zeichnen ein treffsicheres Portrait der Arbeitswelt Frankreichs, welches durch die beiden scheinbar gegensätzlichen Hauptfiguren wieder ein Spiel mit Extremen liefert.

Der aus dem Senegal nach Frankreich ausgewanderte Samba (Omar Sy) arbeitet schon seit zehn Jahren in einer Küche als Tellerwäscher. Sein Traum ist es einmal selbst Koch zu werden. Seine Situation wird noch schwieriger, als er verhaftet wird und abgeschoben werden soll. In der Abschiebehaft lernt er Manu (Izïa Higelin) und Alice (Charlotte Gainsbourg) kennen, die sich beide ehrenamtlich um illegale Einwanderer kümmern. Samba wird der erste Fall Alices und schon vergisst sie die oberste Regel, keine persönliche Bindung einzugehen. Nachdem er entlassen wird und offiziell das Land verlassen soll, schlägt er sich auch mit ihrer Hilfe in unterschiedlichsten Jobs und mit diversen Identitäten durch. Ein Jahr muss vergehen, bis er den nächsten Aufenthaltsantrag stellen kann. Auf diesem anstregendem Weg lernt er den Algerier Wilson (Tahar Rahim) kennen, der das Leben so nimmt, wie es kommt und Samba hilft, in diese Welt einzufinden.

„Heute bin ich Samba“ ist das fünfte Projekt des Regisseurduos Éric Toledano & Olivier Nakache. Auch hier haben sie wieder selbst das Drehbuch geschrieben. Einen Film über illegale Einwanderer zu machen, war als Idee schon länger (noch vor der Entstehung von „Ziemlich beste Freunde“) vorhanden. Form bekamen die anfänglichen Ideen durch das Buch „Samba für Frankreich“ („Samba pour la France“ (2011)) von Delphine Coulin. Dieses wurde zum Fundament des Films, auch wenn die beiden es stark bearbeitet haben. Bei der Drehbuchentwicklung haben die Schwestern Delphine & Muriel Coulin mitgearbeitet. Vor allem der Ausbau der weiblichen Figur Alice, die im Buch so nicht vorhanden ist, lag in der Obhut der Geschwister. Sie fügten der Geschichte eine weibliche Sichtweise hinzu. Der Film ist der erste im Oeuvre von Toledano und Nakache, der sich nicht nur mit männlichen Hauptdarstellern beschäftigt und sogar eine Liebesgeschichte enthält. Trotz dieser Neuerung bleiben sie ihrer Art des Themas treu. Sie beschäftigen sich auf der einen Seite mit sozialen Themen und auf der anderen Seite mit dem Aufeinandertreffen von Extremen. In dem Film kreist alles um das Thema Arbeit. Es zeigt im Fall Sambas, dass er die Arbeit zum Überleben braucht und wie schwer es ist, seine beruflichen Träume zu verwirklichen. Mit der Figur Alice wird dargestellt, dass Arbeit einen Menschen auch zerstören kann. Beiden Protagonisten fehlt der Sinn, richtig zu leben. So entsteht durch diese Kombination eine spannende Konstellation, die viel Raum hat, sich überraschend und nicht klischeehaft zu entfalten. Bei der Inszierung wurde stets auf einen realistischen Blick Wert gelegt. Die Situation der illegalen Einwanderer wird stimmig eingefangen und auch in Ausstattung und Locations besticht der Film durch Authentizität. Den beiden Regisseuren war es trotz ihrer, in der Realität angesiedelten Geschichte wichtig, dass sie selbst keine Botschaft vermitteln, sondern vor allem unterhalten und als Nebeneffekt informieren wollen. So wechseln sich schnell ernste mit heiteren Szenen ab und auch in den schwärzesten Momenten ist immer ein Fünkchen Humor vorhanden. In diesem Sinne steht der Unterhaltungseffekt des Films im Vordergrund und er möchte keine Lösungen oder moralischen Botschaften anbieten und vermitteln. Der Humor entsteht auch größtenteils durch die Darsteller selbst, die dazu animiert wurden, zu improvisieren. Omar Sy spielt den Samba verschmitzt und nuanciert, sodass man trotz seines ständigen Witzes das traurige und ungerechte Schicksal seiner Figur wahrnimmt. Gainsbourg ist die ideale Besetzung. Ihr zierliches Wesen und ihre zaghafte Art machen die Zerbrechlichkeit der Figur Alices deutlich. Sie trägt stets denselben Mantel, der vermutlich als Panzer dienen soll, sie aber eigentlich viel kleiner wirken lässt und damit treffend ihre Empfindsamkeit beschreibt. Im Gegensatz zu der Velorenheit der beiden Hauptcharaktere, stehen die starken Persönlichkeiten der beiden Nebenrollen, die von Rahim und Higelin gespielt werden. Mit Souveränität und Witz lockern sie viele Szenen auf und geben dem Film etwas Unbeschwertes. Im Gesamten ist den Regisseuren kurzweiliges Unterhaltungskino gelungen, was den Zuschauer zum Schmunzeln bringt und im besten Fall zum nachdenken über die sozialen Probleme Frankreichs.

Fazit: Der Film „Heute bin ich Samba“ beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Klüften und scheinbar unüberwindbaren Problemen. Dabei steht nicht deren Lösung im Vordergrund, sondern der Unterhaltswert. Mit fein nuanciertem Witz macht der Film die Realität zwar deutlich (und informiert über die Missstände), jedoch bleibt stets der Humor im Vordergrund und bewegt sich so auf der Grenze zwischen Komödie und Drama.

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Bilder © Senator Filmverleih