Hereafter - Das Leben danach

Hereafter (2010), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Hereafter - Das Leben danach Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

In „Hereafter“ geht es um drei Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit ihrer Sterblichkeit konfrontiert werden. Matt Damon spielt den amerikanischen Arbeiter George, der eine besondere Verbindung zum Jenseits entwickelt. Auf der anderen Seite des Atlantiks wird die französische Journalistin Marie (Cécile de France) durch ein Nahtoderlebnis traumatisiert. Und als der Londoner Schuljunge Marcus (Frankie/George McLaren) den Menschen verliert, der ihm am nächsten steht, lässt ihn das Unerklärliche fast verzweifeln. Alle drei sind auf der Suche nach der Wahrheit, und als sich ihre Wege kreuzen, machen sie kraft ihres Glaubens an ein Leben nach dem Tod fundamentale Erfahrungen.

Matt Damon, Bryce Dallas Howard und Jay Mohr | mehr Cast & Crew


Hereafter - Das Leben danach - Trailer




DVD und Blu-ray | Hereafter - Das Leben danach

Blu-ray
Hereafter - Das Leben danach Hereafter - Das Leben danach
Blu-ray Start:
03.06.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 129 min.
DVD
Hereafter - Das Leben danach Hereafter - Das Leben danach
DVD Start:
03.06.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

Filmkritik Hereafter - Das Leben danach

Filmwertung: | 6/10


Kurz vor dem Ende ihres Urlaubs auf einer thailändischen Insel möchte die französische Journalistin Marie Lelay (Cécile de France) auf einem der lokalen Märkte noch die letzten Mitbringsel besorgen. Selbstzufrieden schlendert sie durch die Straßen, freundet sich mit einem einheimischen Mädchen an. Doch in eine Szenerie, die noch vor wenigen Sekunden Harmonie und Gelassenheit suggerierte, bricht plötzlich totales Chaos herein. Eine riesige Tsunami Welle rauscht über das Festland und reist alles mit sich: Häuser, Tiere, Menschen...
Clint Eastwood beginnt seinen neusten Film herafter mit einem Knall. Die spektakuläre Anfangssequenz hinterlässt Spuren beim Zuschauer und wirkt um ein vielfaches beängstigender, als jedes Weltuntergangszenario, das uns Regisseure wie Roland Emmerich oder Michael Bay in den letzten Jahren um die Ohren gehauen haben. Nach besagter Sequenz nimmt der Film allerdings den eher zu erwartenden ruhigen Ton an. Völlig unaufgeregt und klassisch inszeniert Eastwood seinen aus drei Geschichten bestehenden Episodenfilm, bei dem die Fäden am Ende genretypisch wie von Geisterhand zusammenlaufen. Die Frage danach, ob es eben jene Geister gibt, ob die Verstorbenen in einem uns unerreichbaren Jenseits weiter existieren, ist der thematische Schwerpunkt von hereafter, der die einzelnen Episoden miteinander verbindet. Zurück in Frankreich versucht Marie ihre Nahtoderfahrung mit Hilfe eines Buchprojekts zu verarbeiten. Die amerikanische Episode um den sensiblen Arbeiter George Lonegan (Matt Damon) beschreibt dagegen, dass die Fähigkeit mit den Toten in Kontakt treten zu können, mehr Fluch denn Segen sein kann. In England wünscht sich der 12-jährige Marcus nichts sehnlicher als eben jene Fähigkeit zu besitzen.
Sich mit dem Tod zu beschäftigen scheint ein legitimes Anliegen für einen Regisseur zu sein, der dieses Jahr seinen 81. Geburtstag feiern wird. Trotz des starken Einstiegs gelingt es Eastwood jedoch nicht gänzlich zu verhindern, dass der Film ins Kitschige abdriftet, wie so viele ihm inhaltlich ähnliche Werke. Die vom Regisseur selbst komponierte Filmmusik tut da ihr Übriges. Überzeugen kann allein die amerikanische Episode, rund um Matt Damon, die weniger klischeebehaftet und aufgesetzt als ihre europäischen Pendants daher kommt. So gehören die Szenen, in denen George trotz seiner zweifelhaften Gabe versucht ein normales Leben zu führen, (indem er beispielsweise einen Kochkurs besucht) zu den einfühlsamsten Momenten des Films, die Eastwood mit gewohnter Leichtigkeit zu inszenieren weiß. Und doch obwohl der Regisseur mit letters from iwo jima bereits bewiesen hat, dass er Geschichten auch aus den Augen fremder Kulturen überzeugend erzählen kann, wirken die Geschehnisse rund um Marie und den jungen Marcus arg konstruiert und vorhersehbar. Zu stark fühlt man den amerikanischen Blick auf diese beiden Charaktere, die so nicht recht zum Leben erwachen wollen.

Mit Hereafter liefert der Altmeister einen seiner schwächsten Filme der letzten Jahre ab. Aber keine Angst, mit seinem neuen Projekt über J. Edgar Hoover kehrt Clint Eastwood demnächst gänzlich in amerikanische Gefilde und hoffentlich zu alter Stärke zurück.
by Thomas Zimmer

Bilder © Warner Bros.