Happy Deathday

Happy Deathday (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Horror / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Inhalt

Für die junge Studentin Tree verwandelt sich ihr eigener Geburtstag in einen entsetzlichen, immer wiederkehrenden Alptraum, in dem ein maskierter Unbekannter auftaucht und sie wieder und wieder umbringt. Darauf wacht Tree jeden Morgen auf, als wäre nichts passiert, um festzustellen, dass sich ihr Geburtstag haargenau wiederholt – und somit auch ihr DEATHDAY. Immer wieder aufs Neue muss Tree nun den Tag ihres Todes auf gespenstische Art und Weise durchleben und versuchen, der Bedrohung durch den mysteriösen Fremden zu entkommen.

Jessica Rothe, Israel Broussard und Ruby Modine | mehr Cast & Crew


Happy Deathday - Trailer




Filmkritik Happy Deathday

Filmwertung: | 4/10


Mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ servierte uns Hollywood 1993 eine herrliche Komödie und einen Klassiker der Filmgeschichte, dessen Nachahmer bis heute zahlreich sind. Bill Murray als zynischer Wetterfrosch, der den gleichen Tag wieder und wieder erlebt, genießt Kultstatus und brachte Millionen von Menschen zum Lachen. Die Idee der Zeitschleife ist immer noch ein äußerst beliebtes Konzept in Hollywood, welches bereits die unterschiedlichsten Genre-Filme hervorbrachte. In Source Code (2011) musste Jake Gyllenhall wieder und wieder einen Anschlag auf einen Zug vereiteln und Tom Cruise hat es in Edge of Tomorrow (2014) gleich mehrmals mit einer ganzen Alien-Invasion zu tun. Bereits 1998 hat auch Tom Tykwer mit „Lola rennt“ einen kultigen deutschen Beitrag geleistet, dessen Konzept zwar abgewandelt, im Ergebnis aber identisch war. Mit „Happy Deathday“ versucht Regisseur Christopher B. Landon (Paranormal Activity: Die Gezeichneten) nun das gleiche Konzept in eine Horror-Komödie zu übertragen. Und Komödie trifft es gut, der Humor wird groß geschrieben und bedient sich an sämtlichen Klischees amerikanischer Studentenverbindungen. Die Prämisse ist einfach: Was würdest Du tun, wenn Du jeden Abend aufs Neue ermordet wirst?

Tree (Jessica Rothe)
Tree (Jessica Rothe) © Universal Pictures International Germany
Nach einer durchzechten Partynacht inklusive Filmriss wacht Tree (Jessica Rothe) an Ihrem Geburtstag bei einem Ihrer Kommilitonen auf. Der ihr unbekannte Carter (Israel Broussard) wird keines Blickes gewürdigt und so macht Sie sich mit Kopfschmerzen auf den Rückweg in Ihr Wohnheim. Doch als am Abend ein maskierter Unbekannter auftaucht und Sie ermordet, wacht Sie wieder am gleichen Morgen bei Carter auf und erlebt den Tag erneut. Tree ist in einer Art Zeitschleife gefangen und muss den selben Tag immer und immer wieder durchleben, wobei Sie Abends erneut ermordet wird, egal was Sie versucht. Somit ist ihr Geburtstag auch gleichzeitig Ihr Todestag. Zusammen mit Carter versucht Sie fortan verzweifelt, Ihrer erneuten Ermordung zu entkommen und auch gleichzeitig die Identität Ihres Mörders aufzudecken…

Das Manipulieren des zeitlichen Ablaufs hat Autoren immer schon fasziniert und die Konstruktion einer Zeitschleife dient hervorragend dazu mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen. Dennoch ist es bei weitem keine Erfolgsgarantie. Ein Film dieser Art muss sich auch der Herausforderung stellen, einen Spannungsbogen aufzubauen, im Idealfall zu halten und dem Zuschauer trotz seines Wissensvorteiles immer noch zu überraschen. Drehbuchautor Scott Lobdell (Disturbia – Auch Killer haben Nachbarn, Paranormal Activity 2) und Regisseur Christopher B. Landon (Paranormal Activity: Die Gezeichneten) arbeiteten nach der Paranormal Activity Reihe erneut zusammen und heraus kam ein Film, der durchaus immer wieder zu überraschen weiß, aber an nahezu keiner Stelle Spannung erzeugt. Mehr als das, „Happy Deathday“ versucht es gar nicht erst. Abgesehen von den ersten beiden Aufeinandertreffen mit ihrem Mörder spielt Tree´s Sterben im Film keinerlei zentrale Rolle mehr, sondern etwas anderes tritt in den Vordergrund: Die Suche nach Ihrem Mörder.

Tree (Jessica Rothe) und Lori (Ruby Modine)
Tree (Jessica Rothe) und Lori (Ruby Modine) © Universal Pictures International Germany
Das ist per se kein schlechtes Konzept, nur wurde es mit dem ein oder anderem Augenzwinkern zu viel umgesetzt. So bietet das erste Drittel durchaus spannende Sequenzen, verliert sich anschließend aber immer mehr in Klamauk und oft haarsträubend dümmliche Szenen. Humor ist natürlich immer eine Frage des Geschmacks, in dieser Schlagzahl aber der Spannung wenig zuträglich, gerade wenn durchaus versucht wird eine ernsthafte Bedrohung in Form eines Mörders aufzubauen. Dazu kommt, dass die innere Logik des Films ihre eigenen Grenzen oftmals sehr flexibel interpretiert und man das eben Gesehene nicht allzu sehr hinterfragen sollte. Natürlich kann man jetzt anmerken, dass sich Logik und Horrorfilme grundsätzlich in den Haaren liegen. Wir wissen, dass das potentielle Opfer bei der Flucht vor seinem Peiniger immer stolpern muss. Nur besteht die Kunst der Genrekönige eben darin, dies mittels Atmosphäre und - im beste Falle – Angst beim Zuschauer zu kaschieren. In seinen schwächsten Momenten wirkt „Happy Deathday“ aber fast schon wie eine Parodie á la Scary Movie, inklusive Furz-Witzchen und dem abhandeln sämtlicher Klischees amerikanischer Teenies. Tree´s Freundinnen sind allesamt bis an die Schmerzgrenze oberflächlich, besitzen einen IQ, der in etwa ihrem BMI-Wert entspricht und im Prinzip dreht sich in Ihrem Leben alles um Sex, Aussehen und Partys. Die obligatorische Wandlung Tree´s, von der fiesen Zicke zur geläuterten und zuvorkommenden Sympathieträgerin darf natürlich auch nicht fehlen.

Tree (Jessica Rothe) und Carter (Israel Broussard)
Tree (Jessica Rothe) und Carter (Israel Broussard) © Universal Pictures International Germany
Jessica Rothe (La La Land) schafft es durchaus Ihrer Tree Profil zu verleihen und meistert auch den Spagat zwischen Arroganz, Angst und Freude sehr gut. Sie hat sichtlich Spaß bei der Sache, ist der einzige Anknüpfungspunkt für den Zuschauer und dementsprechend auch in jeder einzelnen Szene zu sehen. Neben ihr rücken die anderen Darsteller klar in die 2. Reihe. Israel Broussard´s Carter ist ein klassisches Love-interest und wird allein dadurch schon durch das Drehbuch limitiert, überzeugt aber als sympathischer Student von nebenan. Einzig Rachel Matthews zählt zu den darstellerischen schwächen des Films. Ihr Charakter Gabrielle ist für die lustigen Momente und Gags zuständig, wird von Matthews aber teilweise an der Grenze zur Karikatur gespielt. Der Score von Emmy-Award Preisträger Bear McCreary ist leider kaum der Rede wert, Musik im Film aber ohnehin kein Stilmittel.


Fazit:
„Happy Deathday“ hat ein interessantes Konzept, gute bis sehr gute Darsteller und eigentlich alle Zutaten für eine Spannende und unterhaltende Horror-Komödie, macht daraus aber viel zu wenig. Der Horror wird vom Klamauk nahezu komplett erstickt und obwohl der Film bis zum Ende hin zahlreiche falsche Fährten legt und an Wendungen nicht geizt, fühlt man sich als Zuschauer zu keinem Zeitpunkt überrascht. Der Film ist mehr Scary Movie als Scream, ohne aber dessen Dichte an Pointen zu erreichen, geschweige denn die Spannung von Wes Craven´s Klassiker. Nach der x-ten Wiederholung des Tages und den vielen unausstehlichen Charakteren würde man dem Killer irgendwann am liebsten unter die Arme greifen.
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Bilder © Universal Pictures Intl.