Halloween Kills

Halloween Kills (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 18 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Halloween Kills Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Eigentlich dachte Laurie Strode (Scream Queen Jamie Lee Curtis) am Ende des Sensationserfolgs Halloween (2018), sie hätte dem psychopathischen Michael Myers endlich und endgültig das Handwerk gelegt. Ein blutiger Irrtum, denn die Halloween-Nacht ist noch lange nicht vorbei ...

Halloween Kills schließt nahtlos an den ersten Teil von 2018 an und beginnt direkt nachdem Laurie Strode (Curtis), zusammen mit ihrer Tochter Karen (Judy Greer) und Enkelin Allyson (Andi Matichak), den maskierten Killer vermeintlich endgültig besiegt hat. Aber während Laurie mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, geschieht das Undenkbare: Das Monster, das ihr das Leben zur Hölle gemacht hat, befreit sich aus dem brennenden Haus. Doch Myers flieht nicht – er macht da weiter, wo er aufgehört hat …


Jamie Lee Curtis, Judy Greer und Andi Matichak | mehr Cast & Crew


Halloween Kills - Trailer




Filmkritik Halloween Kills

Filmwertung: | 5/10


Der Vorgänger hat eigentlich nur alle Klischees wiederholt, die dafür gesorgt haben, dass das Slasherkino heute nicht mehr wirklich stattfindet. Obwohl ich diesen nicht mochte, hoffte ich insgeheim, dass dieser Film mehr als Kurskorrektur diente, um nun in Halloween Kills endlich die Reihe in eine strahlende neue Zukunft zu führen. Wie naiv ich doch war.

Der neue Ableger dient als Mittelteil einer Trilogie, bevor nächstes Jahr Halloween Ends erscheinen soll. Und das merkt man ihm an. Er hat keinen wirklichen Anfang und, was mich am meisten stört, kein wirkliches Ende. Denn (Mini-Spoiler) er endet wie jeder Halloween-Film jemals geendet hat. Das macht ihn belanglos. Dass auch dazwischen kaum etwas von Mehrwert geschieht, unterstreicht dies nur.

Halloween Kills: Michael Myers
Halloween Kills: Michael Myers © Universal Pictures
Diesmal wollen die Bürger von Haddonfield Myers jagen und töten (was wir ja schon mal hatten), statt sich in ihren Häusern von ihm hinterrücks ermorden zu lassen (was natürlich trotzdem passiert). Genau wie im Vorgänger zerfasert sich die vorhersehbare Handlung aber erneut in unzähligen Nebenschauplätzen und Parallelhandlungen, von denen zu viele dem Film einfach nichts hinzufügen außer schmerzhaft unsubtiler und zahnloser Sozialkritik und die immer gleichen repetitiven Kills, die Michael Myers nun mehr seit 43 Jahren begeht.

Regisseur David Gordon Green, den ich eigentlich durchaus schätze, beweist dabei erneut, dass er für Horror einfach der falsche Mann ist. Der Film sieht zwar wertig aus, doch verlässt er sich jedes Mal auf den exakt gleichen Spannungsaufbau mit der gleichen Entladung. Da geht einer herum, die Musik verschwindet, die Tonspur wird ganz leise und mit dem obligatorischen Jumpscare taucht plötzlich Myers auf und tötet (hier brutaler als gewohnt). Das ist nicht nur faul, sondern wird auch super schnell vorhersehbar. In der Folge wirkt unser Bösewicht selbst immer weniger bedrohlich. Doch dafür gibt es auch noch andere Gründe.

Halloween Kills: Andi Matichak und Dylan Arnold
Halloween Kills: Andi Matichak und Dylan Arnold © Universal Pictures
Im ursprünglichen Halloween von John Carpenter (der sich hier auch wieder mitverantwortlich für einen tollen Score zeigt) spielte man viel mit der Urangst des Bösen, das sich im Schatten versteckt. Myers schlug hier plötzlich zu und die wenigen Tode schockierten uns. Hier mordet er einmal auf eine derart bescheuerte Weise, dass der ganze Saal bei der Pressevorführung in schallendes Gelächter ausbrach. Früher schockierte ein Tod, heute ist er witzig.

Dabei schlägt Myers auch immer weniger aus den Schatten zu (und wenn er es macht, gerät es eben zu vorhersehbar). Er wird mehr zum Action-Bösewicht als zur Horror-Ikone, er ist schon beinahe mehr Terminator. Dass er sich dabei immer noch immer im Schneckentempo fortbewegt, und jeder der sich auf einem gemütlichen Spaziergang befindet, ihn ohne Probleme abhängen könnte, lässt ihn dabei nicht gerade furchteinflößender wirken.

Halloween Kills: Jamie Lee Curtis
Halloween Kills: Jamie Lee Curtis © Universal Pictures
Zudem hält Myers inzwischen einfach viel zu viel aus. Er ist schlicht und ergreifend unbesiegbar, was der Spannung auch keinen Gefallen tut, weil wir sehen, dass er einfach nicht bezwungen werden kann. Mutig und innovativ ist dabei nur, dass sich Halloween Kills dabei tatsächlich auf eine bestimmte Interpretation von Myers versteift und diesem sogar so etwas wie eine eigene Motivation zuschreiben will. Nur ist beides eben ziemlich bescheuert. Carpenter und Co. ließen 1978 ganz bewusst vieles unbeantwortet, was den Horror, der sich in unseren Köpfen abspielt, zusätzlich verstärkte. Dass man hier aber Antworten parat hat, gibt jenem legendären Killer für mich aber letztlich den Rest.

Anfangs pflanzt man dabei mit reichlich viel Exposition und Rückblicken, die tatsächlich nicht uninteressant sind, einige potenziell mitreißende Ideen und Figurenkonstellationen, die jedoch nie erforscht werden. Alle Charaktere sind nur plot devices, existieren also nur, um die Handlung voran zu treiben ohne jedoch ein wirkliches Eigenleben zu haben. Nostalgie soll hier schon wieder Persönlichkeit ersetzen. Generell überfrachten Green und sein Team ihre Geschichte mit viel zu vielen Figuren, die mir alle nicht egaler sein könnten. Rund die Hälfte hat dabei auch nicht wirklich was zu tun. Wie immer sind sie letztlich nur die Lämmer auf dem Weg zum Schlachter. Ein altes und ärgerliches Slasher-Klischee. Dabei hilft es nur wenig, dass sich alle lediglich in starken One-Linern oder Motivationssprüchen unterhalten.

Fazit:
Der neue Halloween ist belanglos, unelegant erzählt, ohne jedweder Substanz und wie der Vorgänger ärgerlich aus der Zeit gefallen. David Gordon Green beweist sich dabei erneut als der falsche Mann für Horror. Wieso gibt es diese Filme noch immer?
by Sebastian Stegbauer

Bilder © Universal Pictures Intl.


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