Green Room

Green Room (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 18 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Green Room Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein absolutes Worst-Case-Szenario: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband „Ain't Rights“ gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker (Patrick Stewart), befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber (Imogen Poots) im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks. Als der Bodycount steigt, müssen sich die Überlebenden etwas einfallen lassen, um dem grausamen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende zu bereiten...

Patrick Stewart, Imogen Poots und Anton Yelchin | mehr Cast & Crew


Green Room - Trailer




DVD und Blu-ray | Green Room

Blu-ray
Green Room Green Room
Blu-ray Start:
07.10.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Green Room Green Room
DVD Start:
07.10.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik Green Room

Filmwertung: | 8/10


Ein Auftritt in einem Schuppen voller rechtsextremer Skinheads abgelegen irgendwo in der Pampa – es gibt durchaus angenehmere Orte für die noch junge, aber recht erfolglose Punkband „Ain’t Rights“. Man will nach diesem Gig einfach nur noch das Geld bekommen und abhauen. Doch unglücklicherweise werden die Bandmitglieder Zeugen eines brutalen Mords im Backstage-Raum. Green Room SzenenbildDie Betreiber des Lokals, eine Nazi-Bande angeführt von Darcy Banker (Patrick Stewart), lassen die jungen Musiker nicht so einfach gehen, sondern haben nur ein Ziel im Auge: Die Ermordung jedes einzelnen Zeugen. Die Gegenseite hat ebenfalls nur ein Ziel im Visier: Lebend aus dem Gebäude zu entkommen. Daraus ergibt sich eine sehr spannende Ausgangssituation. So bleibt lediglich die Frage offen, ob dieser Horror-Thriller die Geschichte gut umsetzen kann.

Und Green Room ist in der Tat ein packender Horror-Thriller, der sicherlich nichts für schwache Nerven ist. Auch besonders sensible und zart-besaitete Kinobesucher werden diesen Film nicht so einfach verdauen können. Denn Green Room ist nicht nur hochdramatisch und bis zum Schluss spannend, sondern zeichnet sich durch eine kompromisslose Visualisierung von Gewaltszenen aus, die an die Nieren gehen können. Der Film ist gewiss kein Splatter-Film, wo unnötig literweise Blut durch das Szenenbild spritzt oder Körperteile abfallen. Die Gewalt ist wohl dosiert, aber äußerst effizient im Film gezeigt. Denn ein einfacher Kopfschuss oder tiefe Schnittwunden am Unterarm sind zwar nicht das brutalste was das Kino bisher bot, doch wirken sie hier sehr realistisch, wobei die Kamera stets sehr direkt auf jene Dinge drauf hält. Green Room hat darüber hinaus definitiv mehr zu bieten als nur gut inszenierte Gewalt.

Green Room Szenenbild Die Geschichte ist in erster Linie recht schnell erzählt. Dabei spielt sich überwiegend alles in dem Backstage-Raum ab, in dem sich die Bandmitglieder vor den Rechtsextremisten verbarrikadieren. Doch die Inszenierung ist wahrlich auf sehr hohem Niveau. Denn das Erzähltempo ist äußerst rasant, es gibt ab dem Zeitpunkt des Mords im weiteren Handlungsverlauf kaum Ruhephasen und die Intensität stets auf einem hohen Level. Mit schnellen Schnitten werden in diesem Chaos Hektik und Dramatik stark kreiert, ohne dass es unübersichtlich wird. Das Bild ist dabei meist dunkel und hat triste Farben, welche die düstere und beklemmende Atmosphäre gut untermalen. Dabei blickt man als Zuschauer gebannt auf die Leinwand und fiebert mit den jungen Musikern mit. Der Film weiß den Zuschauer zu fesseln, denn die ganze Inszenierung bleibt recht bodenständig und ufert nicht in übertriebene Szenarien aus. Es ist ein schlichter Überlebenskampf, bei dem der Zuschauer mit den Akteuren mitleidet und die Bedrohung im Kinositz spüren kann. Green Room ist ein Horror-Thriller, der auch besonders knackig geworden ist. Mit 94 Minuten inklusive Abspann hat der Film eine recht kurze Laufzeit, doch zu kurz ist das Ganze nicht geraten. Der Film konzentriert sich über die gesamte Laufzeit auf die eine Problematik, ist stellenweise ein unheimliches Kammerspiel und weist keinerlei Längen auf.

Green Room Szenenbild Schauspielerisch glänzt insbesondere Imogen Poots. Die hübsche Britin schlüpft in einer für sie äußerst untypischen Rolle. Als freche Punk-Göre, die mit der Musikband ebenfalls in einem Boot hockt, sieht sie nicht nur optisch gänzlich anders aus, sondern überzeugt mit einem losen Mundwerk, die erbarmungslos und brutal zu Werke gehen kann. Für den einen oder anderen Schmunzel-Moment sorgt sie ebenfalls. Patrick Stewart, bekannt als Professor X aus der X-Men Reihe und aus der Serie Raumschiff Enterprise, spielt den Antagonisten. Es ist letztlich sehr beeindruckend wie zurückhaltend er spielt, aber dennoch mit seinem Blick und seinem Gang eine furchterregende Ausstrahlung besitzt. Eine starke Performance, doch sein Charakter verliert in der zweiten Hälfte etwas an Bedeutung. So agiert er als Bösewicht im weiteren Geschehen zu passiv. Darüber hinaus hätte man sich evtl. die eine oder andere Überraschung oder kleinen Twist gewünscht. Doch unter dem Strich bleibt Green Room ein starker Film.


Fazit:
Mit der nötigen Brutalität atmosphärisch äußerst dicht inszeniert, überzeugt Green Room durch seine guten Darsteller als sehr spannungsgeladener und packender Horror-Thriller, der ein kurzweiliges und äußerst intensives Kinoerlebnis gewährt.
by

Bilder © Universum Film