Gamer

Gamer (2009), USA
Laufzeit: - FSK: 18 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

Gamer Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Was, wenn ein Spiel grausame Wirklichkeit wird? Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall) ist Erfinder von "Slayers", einem perfiden Online-Game, in dem zum Tode Verurteilte zu realen Spielfiguren werden. In riesigen Wettkampfzonen treten sie als moderne Gladiatoren auf Leben und Tod an. Von Spielern fremdgesteuert, kämpfen sie gegen ihren Willen und ohne Kontrolle über das, was sie tun. Kable (Gerard Butler) ist unangefochtener Held der Arena. Von dem Teenager Simon kontrolliert und von Millionen von Zuschauern weltweit live verfolgt, hat er das tödliche Spiel am längsten überlebt. Doch um sein Leben und auch das seiner Frau Angie (Amber Valletta) und seiner Tochter zu retten, muss er Castles Spiel entkommen. Als die Untergrundbewegung "Humanz" zu Kable Kontakt aufnimmt, scheint es endlich einen Ausweg aus dieser Hölle zu geben...

Gerard Butler, Alison Lohman und Michael C. Hall | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Gamer

Blu-ray
Gamer Gamer
Blu-ray Start:
04.06.2010
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.
Gamer - Steelbook (Limited Edition) Gamer - Steelbook (Limited Edition)
Blu-ray Start:
08.07.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.
Gamer - Uncut (3D Blu-ray) Gamer - Uncut (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
25.04.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Gamer Gamer
DVD Start:
04.06.2010
FSK: 18 - Laufzeit: 91 min.
Gamer FSK 16 Gamer FSK 16
DVD Start:
04.06.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 83 min.

Filmkritik Gamer

Filmwertung: | 6/10


Das Ansehen und Image was der Actionfilm „Crank“ vor wenigen Jahren erreicht hat, was vom zweiten Teil wieder halb pulverisiert wurde, versuchen die Macher nun mit einem neuen Film-Universum erneut zu erschaffen. Allein der Cast lies bereits erste Hoffnungen aufkeimen, dass dieser Film zu einem echten Actionhighlight werden könnte oder haben sich die Macher etwa verspielt?

Die Hauptakteure sind Gerard Butler, besser bekannt als „Leonidas“ aus „300“ und Michael C. Hall, der Fans auf der ganzen Welt als „Dexter“ Sympathie für einen Serienmörder beibringt, und beide liefern sich in gewisser Weise ein Katz-und Maus-Spiel, aus dem nur einer lebend herauskommen kann. So spielt Michael C.Hall den machtbessessenen Milliardär „Ken Castle“, leider nicht mit seiner deutschen „Dexter“-Synchronstimme, der als Programmierer und Veranstalter des brutalen Spiels „Slayer“ dafür sorgt, dass Gerard Butler als verurteilter Strafträter „Kable“ um sein Leben kämpfen muss. Gesteuert wird Butler jedoch mittels Nanotechnologie durch einen jugendlichen Online-Spieler, der ihn wie einen Roboter benutzt um sich von einem Level zum nächsten zu bewegen, denn so sind die Regeln des Spiels.

Bei einigen Filmfans könnte an dieser Stelle ein Déjà-vu eintreten, denn eine ähnliche Story gab es bereits in dem Film „Running Man“ mit Arnold Schwarzenegger und die Faszination mittels eines Online-Spiels Menschen zu töten bzw. um ihr Leben kämpfen zu lassen, gab es bereits in dem Horrorfilm „Stay Alive“. Die Story selbst ist also schon mal nicht die originellste, was den Film „Gamer“ im direkten Vergleich mit „Crank“ schlechter dastehen lässt.
Warum man dennoch immer wieder Bezug auf diesen Film nehmen kann? Weil beide Filme durch die Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor gemacht wurden, was man auch bei „Gamer“ eindeutig an der äußerst rasanten Schnitttechnik und den aussdrucksstarken Bildern merkt. So sind weiße Gefangene auf einem grauen Sand mit einem dunklen Himmel nur eines von vielen optischen Highlights. Von der ersten Szene an kann man als „Crank“-Fan die Handschrift der Macher sehen und fühlt sich optisch in einen dritten Teil versetzt. Leider funktionieren die über-schnelle Schnitttechnik und Kamera-Effekte nur halb, da die Bilder derartig schnell geschnitten sind, dass speziell die Actionszenen schon große Probleme bereiten, der Handlung zu folgen. So hat man bereits in der Anfangs-Sequenz, in der man mitten in das Spiel geworfen wird, das Gefühl, die Macher hätten eine Wette laufen, wie kurz man auf einer Szene mit der Kamera halten könne und wer die meisten Schnitte einfügt.

Dies ist äußerst schade, denn die Effekte lassen sich wirklich sehen und auch die Action lässt nahezu keine Wünsche offen. Man wünscht sich als Zuschauer nur mehr Zeit zu haben, realisieren zu können, was dort gerade geschieht, um noch mehr Dramatik in den Überlebenskampf Butlers zu bringen. So wirkt es als hätte dieser kaum etwas zu befürchten und vermittelt der Szenerie einen gewissen Trash-Faktor, weil es auch in diesem Universum relativ übertrieben wirkt.

Ebenfalls stark anzukreiden ist die Tatsache, dass der Film mit rund 90 Minuten angegeben ist, jedoch tatsächlich nur knapp über 80 Minuten geht, was zwar den kurzweiligen Charakter des Films unterstreicht, jedoch sehr stark dem Spannungsaufbau schadet. Der Höhepunkte des Films kommt viel zu schnell und der Zuschauer wird genauso ratlos und nahezu enttäuscht entlassen, wie die Frau deren Mann Erektionsstörungen hat – der Film feuert einfach zu schnell sein Finale ab. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, denn der Zuschauer wäre froh über weitere 30 Minuten gewesen.

Was der Film jedoch gut macht ist die Tatsache der Schaffung einer Parallelwelt in der die Menschen in einer Gesellschaft leben, die einerseits vollkommen in einem Film-internen Spiel wie „Society“ aufblühen, was als eine Art Mixtur zwischen Real-Second Life und „Die Sims“ beschrieben werden kann. Andererseits sind sie derartig versessen auf das Spiel „Slayer“ in dem Butler 30 Runden überleben muss, um als Straftäter seine Freiheit zu gewinnen. Der Ideen-Reichtum allein in diesen beiden Spielen, der Darstellung der Gesellschaft und generell den Charakteren sei an dieser Stelle besonders lobend hervorgehoben. Fehlt es den Action-Szenen von Zeit zu Zeit an Glaubwürdigkeit, haben die Macher eine optische Vision auf die Leinwand gebracht, die in einigen Jahren Wirklichkeit sein könnte. Ebenfalls noch lobend zu erwähnen ist, dass die Macher den Crank-Fans genau das geben, was sie erwarten, gute Action, nicht allzu viele störende Dialoge und immer wieder kreativ-eingebaute Szenen, die sexueller Natur sind.

Nach dem vielen Hin-und Her bleibt natürlich die Frage: ob „Gamer“ das Spiel um die Gunst des Zuschauers gewonnen hat oder ob es mehr einen GameOver gleicht: leider muss man sagen, dass der Film nichts halbes und nichts ganzes ist, denn das abrupte Ende des Films und die nahezu Übelkeit-auslösend-schnellen Kameraschnitte hinterlassen einen äußerst negativen Eindruck und hätte man diese Dinge besser hinbekommen, wäre „Gamer“ in der Lage gewesen Crank zu übertrumpfen. So bleibt ein solider und kurzweiliger Actionfilm in einer stylischen Umgebung,mit guten Darstellern und viel Potenzial, was leider auf der Strecke bleib.

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Bilder © Universum Film