Fuck Fame - Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie

Fuck Fame (2019), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Dokumentation / Biographie / Musik
Kinostart Deutschland: - Verleih: W-Film

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Fuck Fame - Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Über Nacht zum Blitzerfolg. 2006 wird Mode-Studentin Anna dank Social Media und hunderttausender Follower zur Elektro-Rap-Queen Uffie. Ein irrer Hype entsteht um die damals 19-Jährige. Lässige Beats, schnodderige Attitüde, Uffie kokettiert mit dem Image der Trash-Prinzessin und lebt, wovon sie rappt: Sex, Drugs, Party hard! Bis der Strudel des Musikbusiness sie in die Tiefe reißt und die Sucht nach Aufmerksamkeit sie in eine schwere Identitätskrise stürzt. Selbst die Geburt ihres ersten Kindes gibt Anna im Kampf gegen ihre inneren Dämonen keine Stabilität. Auf der Suche nach sich selbst stolpert sie über große Bühnen, durch Champagnerduschen und Kotzelachen. Erst nach einer lebensgefährlichen Überdosis erkennt Anna, dass ,Uffie zu sein‘ ihr Ende sein könnte. Zeigt Anna der Kunstfigur Uffie endlich den Mittelfinger?

Anna Hartley, Jennifer Skov und Jean-Patrick Simonetti | mehr Cast & Crew


Fuck Fame - Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie - Trailer




Filmkritik Fuck Fame - Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie

Filmwertung: | 1/10


„Fuck Fame“ ist 80 Minuten lang und startet in Deutschland am 13.06. Es handelt sich um eine Mockumentary über die fiktive Elektropop-Sängerin Uffie. Diese beginnt ihre Karriere mit 15 Jahren und kommt schnell mit Alkohol, Drogen und Sex in Verbindung. Ihr Lebensweg wird über Jahre hinweg verfolgt und der stetige Kampf mit ihr selbst porträtiert. Uffie hatte keine leichte Kindheit und projiziert ihr ohnehin schon geringes Selbstwertgefühl auf sich selbst.

Szene aus Fuck Fame
Szene aus Fuck Fame © Uffie © W-film / OVALmedia
Leider ist der Film nur fiktiv und entspringt nicht der Realität. Dadurch stellt man sich die ganze Zeit die Frage ‚Warum schaue ich eine Dokumentation über jemanden der gar nicht existiert?‘ Zugegeben könnte man sich diese Frage bei jeder Mockumentary stellen, aber diese hat einfach kein Alleinstellungsmerkmal. Es wird der ewig gleiche Absturz eines Stars erzählt, der sich dann wieder fängt, um wieder rückfällig zu werden, um wieder im Entzug zu landen und so weiter. Noch dazu nimmt man – auch durch das scheinbar geringe Budget – Uffie keine Sekunde ab, dass sie wirklich eine bekannte Persönlichkeit ist. Sie stapft von einem winzigen Club in den nächsten. Der Exzess wirkt überspitzt und spätestens wenn sich zwei australische Sanitäter mitten in ihrer Schicht ohne mit der Wimper zu zucken zu einigen Gläsern Margaritas überreden lassen, nur um dann wieder Schicht zu fahren, wird die falsche Doku lächerlich.

Szene aus Fuck Fame
Szene aus Fuck Fame © Uffie © W-film / OVALmedia
Der aus Deutschland stammende Streifen von Lilian Franck und Robert Cibis kommt komplett auf Englisch aus, obwohl er zum Teil auch in Berlin spielt. Dies ist keine Überraschung, lädt doch vor allem die Berliner Filmförderung häufig dazu ein, kurz eine Szene in Berlin zu drehen und massig Geld abzusahnen.

Vielleicht würde der Film etwas besser werden, wenn man Uffie als sympathisch oder wenigstens charismatisch darstellen würde. In der jetzigen Fassung ist sie jedoch nur eine depressive, nervige, verzogene Frau, die zudem noch ihre mütterlichen Pflichten vernachlässigt. Vielleicht hätte auch eine halbwegs gute oder wenigstens hochwertige Kameraarbeit dazu beigetragen mehr aus dem von Förderungen geschöpften Geld zu machen. Auch dies ist hier nicht der Fall und man muss sich mit einer grauenhaften Kameraführung anfreunden. Wer jetzt mit dem Argument kommt, dass die Kameraführung wie die einer Dokumentation sein soll, dem empfehle ich die wirklich äußerst sehenswerte reale Dokumentation „True Stories“. Diese zeigt, dass eine grandiose Kameraführung auch bei einer Dokumentation möglich ist.

Szene aus Fuck Fame
Szene aus Fuck Fame © Uffie © W-film / OVALmedia
Dass dieser Streifen von der deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat besonders wertvoll verliehen bekommen hat, zeigt wieder einmal die Wahllosigkeit einer solchen Vergabe. Auf der Suche nach einer versteckten tieferen Botschaft oder zumindest einem moralischen Querverweis bin ich auf Granit gestoßen. Die Mockumentary scheint keinen tieferen Sinn, keine zweite Ebene zu besitzen und greift wirklich nur auf gängige Klischees zurück.


Fazit:
Alles in allem ist „Fuck Fame“ eine Geldverschwendung sondergleichen. Er ist nicht beleidigend oder frech. Er ist einfach nur schlecht produzierter Einheitsbrei, welcher durch seine Fiktion vollkommen sein Gewicht verliert. Seine 80 Minuten fühlen sich wie zwei Stunden an und die gesamte Lauflänge ist kaum auszuhalten. Wenn die FBW das Prädikat besonders wertvoll vergibt, vergebe ich das Prädikat nicht sehenswert.
by

Bilder © W-Film