Freibad

Freibad (2022), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

Freibad Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Es ist Sommer und sehr heiß im einzigen Frauenfreibad Deutschlands. Dort badet Frau oben ohne, im Bikini, Badeanzug oder Burkini. Jede folgt dabei anderen Regeln. Das führt immer wieder zu Reibereien, die die überforderte Bademeisterin nicht so ganz im Griff hat. Als dann auch noch eine Gruppe komplett verhüllter Frauen das Frauenbad begeistert für sich entdeckt, fliegen buchstäblich die Fetzen: Wem gehört das Bad und wer bestimmt die Regeln? Wem gehört der weibliche Körper? Und wann ist denn überhaupt eine Frau eine Frau? Die Bademeisterin kündigt entnervt. Als dann aber als Nachfolge ausgerechnet ein Mann als Bademeister angestellt wird, eskaliert die Situation in unvorhersehbare Richtungen.

Andrea Sawatzki, Maria Happel und Nilam Farooq | mehr Cast & Crew


Filmkritik Freibad

Filmwertung: | 5/10


Das Genre des Kammerspiels ist aktuell wieder sehr gefragt und funktioniert im Kino wunderbar. So ist es kein Wunder, dass fast in jedem Monat ein neues Werk erscheint, das ihm entspringt. In diesem heißt dieses "Freibad" und das hat schonmal ein schönes Szenenbild. Ein Freibad steht nämlich direkt für Sommer, Freude und Gelassenheit. Für Momente, die man nicht vergessen möchte, aber zeitgleich auch für Stress und Streit zwischen verschiedenen Gruppen. Daraus kann man in dem Genre viel machen und tut es auch. Alle Fans des Genres bekommen genau, das was sie sehen wollen und was einen solchen Film ausmacht. Im Kern geht es hier um ein Frauenbad, wo eigentlich Ruhe und die genannten Gefühle herrschen. Jedoch kommen dann immer mehr Menschen die anderen Badegäste mit ihrer bloßen Anwesenheit provozieren. So wird schnell diskutiert, geschritten, geschlagen und geschwommen im Sonnenschein. All das könnte beendet werden, wenn man herausfindet, was man am Anderen hat, doch bis das passiert muss erstmal einiges geschehen und sich wegen Vorurteilen zu streiten ist sehr viel leichter, als sich zu versöhnen und gemeinsam schöne Zeit zu haben. 

Freibad: Yasemin im Burkini (Nilam Farooq)
Freibad: Yasemin im Burkini (Nilam Farooq) © Constantin Film Verleih / Mathias Bothor
Die erste Stärke ist das Bekannte und die Tatsache, dass man als Fan genau das bekommt, was man kennt, ohne eine negative Überraschung. Dieses Werk besteht komplett aus Unterhaltungen, in denen alle wichtigen Unterthemen zu einem Oberthema angesprochen und diskutiert werden. Die Figuren drehen sich immer wieder, niemand von ihnen ist zu einhundert Prozent gut, keiner zu einhundert Prozent schlecht. Alle können alles sein. Es gibt keine große Handlung, meist nur ein Hauptszenario wo der ganze Film spielt, keine wirkliche Spannung und trotzdem ist man die gesamte Zeit unterhalten und kann anschließend weiter diskutieren. Dieses Genre endet nämlich nicht, wenn man das Kino verlässt oder den Fernseher ausmacht. Die Themen sind extra so provokant inszeniert, damit der Spaß am Diskutieren danach eigentlich erst so richtig anfängt. Zudem ist es eine schöne Idee, einen solchen Film an einer solchen Stelle spielen zu lassen, denn es gibt Orte, die in dem Genre immer wieder vorkommen, doch ein Schwimmbad sieht man nicht so oft. Es ist ein Ort, wo mancher nicht gerne hingeht, doch womit jeder etwas anfangen kann. Man dreht an so mancher Stelle das klischeehafte Denken gekonnt um, so dass manchem Mann der Spiegel vorgehalten wird.

Freibad: Der neue Bademeister Nils (Samuel Schneider)
Freibad: Der neue Bademeister Nils (Samuel Schneider) © Constantin Film Verleih / Mathias Bothor
Es gibt so viele Figuren, wo sich eigentlich jeder Konsument in mindestens einer Person wiedererkennen kann. Leider ist aber genau das die erste Schwäche. Ein Bad nur für Frauen ist zwar auch eine interessante Idee, über die man diskutieren kann, doch so lässt man spürbar Potenzial liegen. Viel besser wäre es gewesen, hätte man beide Geschlechter hineingebracht, da auch Männer eine Meinung zu diesen Themen haben und man mit ihnen noch Weiteres hätte aufgreifen und das Themenspektrum breiter machen können. Doch so ist es wirklich nur das eine Thema, auf dass sich der Film stützt und das ist wirklich schade. So kann man nur hoffen, dass man dieses Setting nochmal nehmen und es dann etwas breiter machen wird. Zudem kommt auch noch die Tatsache hinzu, dass dieses Werk in keinster Weise lustig ist und jedes Mal, wenn es das sein will, funktioniert es nicht. Man eröffnet zwar gute Themen, hat auch einen tollen Cast aus einigen bekannten Namen und keine der Figuren ist wirklich unsympathisch und man kann beide Seite nachvollziehen, jedoch interessiert man sich für sie nicht groß und sie bleiben die gesamte Zeit viel zu blass. Wenn der Film vorbei ist, hat man sie alle wieder vergessen.

Fazit:
Freibad bleibt eine Standardware aus einem aktuell sehr gefragten Genre, das ein tolles Szenenbild hat und eigentlich alle Punkte beinhaltet, die man sehen möchte, doch es gibt keine interessanten Figuren, er hallt nicht lange nach und nutzt auch nicht das gesamte Potenzial, das er zur Verfügung gehabt hätte. Abschließend möchte ich aber noch besonders Nilam Farooq und Nico Stank hervorheben. Das waren die einzigen Zwei, wo die Kritik nicht für gilt und die mehr gekonnt haben als der Rest.
by Peter Brauer

Bilder © Constantin Film