Freeheld - Jede Liebe ist gleich

Freeheld - Jede Liebe ist gleich (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Biographie / Drama / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

-> Trailer anschauen

Freeheld - Jede Liebe ist gleich Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Laurel Hester (Julianne Moore) lebt seit über 20 Jahren für ihren Job als Polizeikommissarin, ein Privatleben findet bei ihr nicht statt. Dies ändert sich schlagartig, als sie die junge Mechanikerin Stacie Andree (Ellen Page) kennenlernt. Die beiden verlieben sich aller Unterschiede zum Trotz ineinander und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Dazu gehören das eigene Haus mit Garten und Hund und schließlich sogar die eingetragene Lebenspartnerschaft. Doch ihr Glück währt nicht lang. Laurel erhält die erschütternde Diagnose, dass sie an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt ist und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Ihr letzter Wunsch ist, dass Stacie in ihrem Haus wohnen bleiben kann. Das kann sie aber nur, wenn ihr Laurels Pensionsansprüche übertragen werden. Die zuständigen Behörden lehnen ihr Gesuch wiederholt ab. Auch innerhalb der Polizei erfährt Laurel, der es immer schlechter geht, keinen Rückhalt. Nur ihr Kollege Dane Wells (Michael Shannon) und der exzentrische Aktivist Steve Goldstein (Steve Carell) halten zu Laurel und Stacie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit, bis sie unerwartete Unterstützung erhalten... | mehr Wissenswertes zum Film

Julianne Moore, Ellen Page und Steve Carell | mehr Cast & Crew


Freeheld - Jede Liebe ist gleich - Trailer




DVD und Blu-ray | Freeheld - Jede Liebe ist gleich

Blu-ray
Freeheld - Jede Liebe ist gleich Freeheld - Jede Liebe ist gleich
Blu-ray Start:
26.08.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min.
DVD
Freeheld - Jede Liebe ist gleich Freeheld - Jede Liebe ist gleich
DVD Start:
26.08.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

Filmkritik Freeheld - Jede Liebe ist gleich

Filmwertung: | 7/10


Der 26.06.2015 ist ein bedeutsamer Tag in der amerikanischen Politik. Das höchste US-Gericht erklärte die gleichgeschlechtliche Ehe als zulässig. Doch bis dahin war es ein langer steiniger Weg. Die Behörden erschwerten homosexuellen Paaren in vielen Dingen deren Alltag. Freeheld thematisiert einer der vielen Probleme, die gleichgeschlechtliche Paare vor der Legalisierung der Homo-Ehe hatten. Stirbt ein Ehepartner, so werden die Rentenansprüche auf den anderen Partner übertragen. Freeheld - Jede Liebe ist gleich SzenenbildDoch aus der Sicht der Bezirksbeamten gilt diese Regelung nur für heterosexuelle Paare. Für das lesbische Paar Laurel und Stacie beginnt nun ein langer Kampf gegen die unflexible Bürokratie und für Gerechtigkeit.

Laurel Hester, gespielt von Julianne Moore, ist seit über 20 Jahren als Polizistin tätig. Doch weder ihr Kollege und Freund Dane Wells, verkörpert von Michael Shannon, noch die anderen überwiegend männlichen Mitarbeiter wissen, dass Laurel homosexuell ist. Eines Tages lernt Laurel die junge Stacie, gespielt von Ellen Page, kennen und die beiden werden ein Paar. Doch das Glück bleibt den beiden nicht lange erhalten. So entdecken die Ärzte bei Laurel, dass sie Lungenkrebs im Endstadium hat. Heilen kann man dies nicht mehr. Wann Laurel stirbt, ist nur eine Frage der Zeit. Doch sie möchte, dass es Stacie nach ihrem Tod an nichts fehlt und sie weiterhin das gemeinsame Haus behalten darf. Hierfür möchte sie, dass ihre Pensionsansprüche an Stacie übertragen werden. Doch die Freeholder, die Bezirksbeamten im Bundesstaat New Jersey, verweigern Laurels Wunsch. Unterstützt von einem jüdischen Bürgerrechtler, gespielt von Steve Carell, versuchen die beiden das sture Komitee umzustimmen.

Oscarpreisträgerin Julianne Moore, Steve Carell, Ellen Page und Michael Shannon – eine Besetzung, die sich sehen lässt. Schauspielerisch ragt hier insbesondere Ellen Page (Juno, Hard Candy) heraus. Sie spielt die sensible Stacie, die sich nicht so schnell mit dem bevorstehenden Tod Laurels abfinden will, aber auch alles für sie tun würde und sie ununterbrochen in ihrem Vorhaben gegen die Behörden unterstützt. Page zeigt hier eine äußerst emotionale und aufwühlende Performance und überzeugt als taffe Mechanikerin aber zugleich verletzliche Frau an der Seite von Laurel. Auch der Rest der Besetzung spielt sehr gut auf. Sie alle zeigten zwar in der Vergangenheit bessere Leistungen, doch auch hier ist Moores, Shannons und Carells Schauspiel auf einem sehr gehobenen Niveau.

Was die Umsetzung der Geschichte angeht, gibt es Licht und Schatten. Freeheld beginnt recht durchschnittlich und braucht eine lange Anlaufzeit bis die Geschichte in Fahrt kommt. Freeheld - Jede Liebe ist gleich SzenenbildDie ersten 30-40 Minuten erzählen von Laurels Arbeit als Polizistin. Hier gibt es die eine oder andere vorhersehbare Szene und diese sind teilweise mit Klischees überladen. Beispielsweise blieb Michael Shannons impulsive Figur erfolglos bei einem Verhör. Als dann Laurel den Raum betritt, schaltet sie die Kamera aus, redet mit viel Verständnis auf die Zeugin ein und plötzlich wird ihr die Wahrheit erzählt. Diese und weitere Dinge im ersten Drittel sorgten für einen mittelmäßigen und stockenden Beginn. Darüber hinaus sind die Szenen, in denen Laurel und Stacie sich kennen lernen, sehr uninspiriert inszeniert, sodass der Zuschauer zunächst Probleme bekommt, Gefallen an Freeheld zu bekommen. Doch als dann nach etwas mehr als einer halben Stunde im Bild eingeblendet wird, dass nun ein Jahr vergangen ist, gewinnt der Film zunehmend an Dramatik. Denn erst dann beginnt der Film sich um die eigentliche Problematik zu kümmern. Dies macht Freeheld auch auf eine rührende und beeindruckende Art und Weise. Denn nach dem schwerfälligen Beginn wird Freeheld zu einem wirklich dramatischen und traurigen Film, der den Zuschauer berührt. Die Qualität der Dialoge nimmt zu, es gibt wirklich tolle Reden vor dem Komitee, die den Zuschauer nachdenklich machen und letzten Endes tragen alle Darsteller dazu bei, dass Freeheld schließlich zu einem wirklich schönen Drama geworden ist.


Fazit:
Nach mittelmäßigem Beginn entwickelt sich der auf wahren Begebenheiten basierende Film zu einem wirklich rührenden Drama mit starken Darstellern und insbesondere im 2. und letzten Drittel tollen Dialogen.
by

Bilder © Universum Film


Info und Wissenswertes zum Film

Freeheld - Die Schauspieler

JULIANNE MOORE (LAUREL HESTER)
Als eine der vielseitigsten und charismatischsten Schauspielerinnen unserer Zeit, kennt man Oscar®-Gewinnerin Julianne Moore für eine ganze Bandbreite denkwürdiger Leistungen in Komödien wie Dramen, Blockbustern wie kleinen Independent-Filmen, Kino- wie Fernseharbeiten.

Zuletzt war Moore als Präsidentin Coin in THE HUNGER GAMES – MOCKINGJAY, PART 2 („Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 2“, 2015) zu sehen. Beim Filmfestival in Toronto feierte 2015 außerdem die Komödie MAGGIE’S PLAN von Rebecca Miller ihre Weltpremiere.

Für das Drama STILL ALICE („Still Alice“, 2014) wurde sie kürzlich sowohl mit dem Oscar® als auch mit dem Golden Globe, dem BAFTA, dem SAG Award und zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet. Für den Film stand sie neben Kristen Stewart, Alec Baldwin und Kate Bosworth vor der Kamera. Als neunte Person der Oscar®-Geschichte wurde sie zuvor mit zwei Nominierungen im gleichen Jahr bedacht: als Beste Hauptdarstellerin für FAR FROM HEAVEN („Dem Himmel so fern“, 2002) sowie als Beste Nebendarstellerin für THE HOURS („The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, 2002). Beide Filme brachten ihr auch SAG- und Golden Globe-Nominierungen ein. Insgesamt wurde Moore bislang viermal für den Oscar®, achtmal für den Golden Globe, sechsmal für den SAG Award, viermal für den BAFTA und dreimal für den Independent Spirit Award nominiert. Letzteren gewann sie 2003 für den FAR FROM HEAVEN. 2012 erhielt sie für die Darstellung der umstrittenen US-Politikerin Sarah Palin in dem Fernsehfilm „Game Change“ den Emmy. Die Rolle brachte ihr ein halbes Jahr später auch den Golden Globe und den SAG Award ein. Zu ihren weiteren Preisen gehören der Excellence in Media Award bei den GLAAD Media Awards 2004, der Silberner Bär der Berlinale 2003, ein Jahr zuvor der Darstellerinnen-Preis des Filmfestivals von Venedig und 2014 der Darstellerinnen-Preis in Cannes, der Actor Award der Gotham Awards 2002 sowie die „Tribute to Independent Vision“-Auszeichnung des Sundance Film Festival 2001.

Die Liste ihrer Filme reicht von THE HUNGER GAMES: MOCKINGJAY („Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1“, 2014), MAPS TO THE STARS („Maps to the Stars“, 2014), SEVENTH SON („Seventh Son“, 2014), NON-STOP („Non-Stop“, 2014) und CRAZY, STUPID, LOVE („Crazy, Stupid, Love“, 2011) über THE KIDS ARE ALL RIGHT („The Kids Are All Right“, 2010), A SINGLE MAN („A Single Man“, 2009), THE FORGOTTEN („Die Vergessenen, 2004), WHAT MAISIE KNEW („Das Glück der großen Dinge“, 2012), THE ENGLISH TEACHER („The English Teacher“, 2013), LAWS OF ATTRACTION („Laws of Attraction“, 2004), CHLOE („Chloe“, 2009), 6 SOULS („Shelter“, 2010) und BLINDNESS („Die Stadt der Blinden“, 2008) bis hin zu SAVAGE GRACE („Wilde Unschuld“, 2007), I’M NOT THERE („I’m Not There“, 2007), CHILDREN OF MEN („Children of Men“, 2006), HANNIBAL („Hannibal“, 2001), JURASSIC PARK: THE LOST WORLD („Vergessene Welt: Jurassic Park“, 1997), THE FUGITIVE („Auf der Flucht“, 1993), NINE MONTHS („Nine Months“, 1995), BENNY & JOON („Benny und Joon“, 1993), THE HAND THAT ROCKES THE CRADLE („Die Hand an der Wiege“, 1992), THE END OF THE AFFAIR („Das Ende einer Affäre“, 1999), BOOGIE NIGHTS („Boogie Nights“, 1997), MAGNOLIA („Magnolia“, 1999), COOKIE’S FORTUNE („Cookie’s Fortune – Aufruhr in Holly Springs“, 1999), SHORT CUTS („Short Cuts“, 1993), DON JON („Don Jon“, 2013), Gus van Sants Remake von PSYCHO („Psycho“, 1998), SAFE („Safe“, 1995), VANYA ON 42ND STREET („Vanja auf der 42. Straße“, 1994), SURVIVING PICASSO („Mein Mann Picasso“, 1996) und THE BIG LEBOWSKI („The Big Lebowski“, 1998).

Als renommierte Autorin veröffentlichte Moore kürzlich ihr viertes Buch „My Mother Is a Foreigner, But Not to Me“, das auf ihren Kindheits-Erfahrungen an ihre schottische Mutter basiert. Zu ihren vorherigen Arbeiten gehören ihre erfolgreichen Kinderbücher „Freckleface Strawberry“, „Freckleface Strawbery and the Dodgeball“ und „Freckleface Strawberry – Best Friends Forever“. Inspiriert von der Titelfigur dieser Bücher brachte sie 2013 die App „Monster Maker“ auf den Markt, die Nutzern erlaubt, eigene Monster zu kreieren und an Familie und Freunde zu schicken. Kürzlich ließ sie mit „Dreamtime Playtime“ eine zweite App folgen, die Mathematik-Kenntnisse schon bei kleinen Kindern fördert. Ihr erstes Buch „Freckleface Strawberry“ wurde außerdem erfolgreich als Off-Broadway-Musical adaptiert.

Nach ihrem Studium an der Boston University for the Performing Arts stand sie in New York in Stücken wie „Serious Money“ oder „Ice Cream/ Hot Fudge“ auf der Bühne. In Minneapolis konnte man sie am Guthrie Theater in einer Inszenierung von „Hamlet“ sehen, außerdem war sie bei Workshop-Produktionen von Strindbergs „Der Vater“ mit Al Pacino oder „An American Daughter“ mit Meryl Streep zu sehen. Ihr Broadway-Debüt gab Moore 2006 in Sam Mendes’ Inszenierung von David Hares Stück „The Vertical Hour“.

Sie lebt mit ihrer Familie in New York City.

ELLEN PAGE (STACIE ANDREE)
2014 nahm das W Magazine Ellen Page als Schauspielerin, die ihre Generation definiert, in seine Liste der „new royals“ auf. Schon in ihrem jungen Alter kann sie auf eine Oscar®-Nominierung verweisen und ist regelmäßig in großen Blockbustern genauso zu sehen wie in kleinen Arthouse-Filmen. Zuletzt wagt sie sich auch regelmäßig hinter die Kamera, um sich als Produzentin um besondere Projekte fürs Kino und Fernsehen zu kümmern.

Demnächst ist Page neben Evan Rachel Wood in der Romanverfilmung INTO THE FOREST zu sehen, die ihre Weltpremiere 2015 beim Filmfestival von Toronto feierte. Für den Film von Patricia Rozema zeichnete sie gemeinsam mit Niv Fichman und Aaron L. Gilbert auch als Produzentin verantwortlich. Zusammen mit Ian Daniel entwickelte und produziert sie aktuell die Doku-Fernsehreihe „Gaycation“, die sie gemeinsam mit Spike Jonze und dem Medienunternehmen Vice auf die Beine stellte. Die Serie, in der Page und Daniel verschiedene Städte rund um die Welt besuchen und dort die jeweilige Situation für Homo-, Bi- und Transsexuelle unter die Lupe nehmen, ist ab Februar 2016 auf dem Vice-eigenen Fernsehsender zu sehen.

Bereits abgedreht hat Page den Film TALLULAH mit Allison Janney, bei dem Sian Heder, eine der Autorinnen der Serie „Orange Is the New Black“, die Regie übernahm. Außerdem ist geplant, dass sie die Hauptrollen in den Filmen LIONESS über eine US-Soldatin in Afghanistan und QUEEN AND COUNTRY spielen wird.

Zuletzt war sie in Bryan Singers Blockbuster X-MEN: DAYS OF FUTURE PAST („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, 2014) zu sehen, in dem sie zum zweiten Mal nach X-MEN: THE LAST STAND („X-Men: Der letzte Widerstand“, 2006) die Rolle der Kitty Pryde übernahm. Der große Durchbruch war ihr mit der Titelrolle in Jason Reitmans JUNO („Juno“, 2007) gelungen, für den sie den Independent Spirit Award erhielt und für den Oscar®, den BAFTA, den Golden Globe und den SAG Award nominiert wurde.

Zu ihren weiteren Filmen gehören Christopher Nolans INCEPTION („Inception“, 2010), Woody Allens TO ROME WITH LOVE („To Rome With Love“, 2012), TOUCHY FEELY („Touchy Feely“, 2013) von Lynn Shelton, Drew Barrymores WHIP IT („Roller Girl“, 2009), THE EAST („The East“, 2013) von Zal Batmanglij, PEACOCK („Peacock“, 2010), Bruce McDonalds THE TRACEY FRAGMENTS („The Tracy Fragments“, 2007), AN AMERICAN CRIME („An American Crime“, 2007), THE STONE ANGEL („The Stone Angel“, 2007) von Kari Skogland, MOUTH TO MOUTH („Mouth to Mouth“, 2004), WILBY WONDERFUL („Wilby Wonderful“, 2004), Noam Murros SMART PEOPLE („Smart People“, 2008) und HARD CANDY („Hard Candy“, 2005) von David Slade.

2014 äußerte sich Page erstmals öffentlich zu ihrer Homosexualität. Bei der Konferenz „Time to Thrive“ zugunsten LGBT-Jugendlicher hielt sie eine sehr bewegende und höchst persönliche Rede, die millionenfach auf der ganzen Welt gesehen wurde. Sie hoffte, mit dieser Rede „einen Unterschied zu machen und anderen dabei zu helfen, es leichter zu haben“, was für sie eine Sache „persönlicher Pflicht und sozialer Verantwortung“ sei. Seither erfährt sie für ihren Mut und ihre Ehrlichkeit nicht nur Unterstützung und Bewunderung von Fans und Kollegen gleichermaßen, sondern setzt ihr Engagement weiterhin fort.