Firestarter

Firestarter (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Inhalt

In der Neuverfilmung von Stephen Kings Klassiker „Feuerkind“ muss ein Mädchen mit außergewöhnlichen pyrokinetischen Kräften ihre Familie und sich selbst gegen finstere Mächte schützen, die sie in ihre Gewalt bringen und kontrollieren wollen. FIRESTARTER stammt von den Produzenten des Thrillers Der Unsichtbare.

Seit mehr als einem Jahrzehnt befinden sich Andy (Zac Efron) und Vicky (Sydney Lemmon) auf der Flucht: Verzweifelt versuchen sie, ihre Tochter Charlie (Ryan Kiera Armstrong) vor einer geheimnisvollen Regierungsbehörde zu verstecken, die ihre einzigartige Fähigkeit, Feuer zu entfachen, als Massenvernichtungswaffe einsetzen will.

Andy hat seiner Tochter beigebracht, ihre durch Wut oder Schmerz ausgelöste Fähigkeit zu kontrollieren. Doch für die nun elfjährige Charlie wird es immer schwieriger, das Feuer zu bändigen. Als durch einen Zwischenfall der Aufenthaltsort ihrer Familie offenbart wird, nimmt ein mysteriöser Agent (Michael Greyeyes, Wild Indian, Rutherford Falls) die Verfolgung auf, um Charlie ein für alle Mal in die Gewalt der obskuren Organisation zu bringen.


Zac Efron, Ryan Kiera Armstrong und Sydney Lemmon | mehr Cast & Crew


Firestarter - Trailer




Filmkritik Firestarter

Filmwertung: | 4/10


Es ist aktuell total in, bekannte Werke von Stephen King in einem neuen Gewand ins Kino zu bringen und so eine Zielgruppe zu erreichen, die die Bücher oder alten Werke damals nicht kennengelernt haben und gerne verstehen würden, wieso der Mann so gehypt wird und die Generation vor ihnen den Autor zu dem gemacht hat, was er noch heute ist. In diesem Werk nun geht es um ein kleines Mädchen. Sie ist schon direkt von Geburt an anders, hat Fähigkeiten und würde in anderen Werken als Held gefeiert werden. Jedoch hat sie ihre Kräfte nicht im Griff und stiftet immer wieder Chaos, egal wie oft sie versucht ruhig zu bleiben und dagegen vorzugehen. Als sie in die Vorpubertät kommt, sich ihr Körper verändert, sie in der Schule gehänselt wird und dann auch noch ihre Mutter stirbt, schwört sie Rache und lässt sich dabei von niemandem aufhalten.

Ryan Kiera Armstrong als Charlie in Firestarter
Ryan Kiera Armstrong als Charlie in Firestarter © Universal Pictures
Immer wieder fallen Jungdarsteller negativ auf oder nerven einen ziemlich beim Schauen. In diesem Fall hat man aber mit der 12-Jährigen Ryan Kiera Armstrong alles richtig gemacht. Sie kann definitiv schauspielern und trägt den Stoff gut auf ihren Schultern. Sie ist das Herz des Films und man kann sich leicht in sie hineinversetzen. Ihr zur Seite wird Zac Efron gestellt und dieser hat sich in den letzten Jahren immer wieder versucht zu wandeln und das tut er auch hier. Man glaubt ihm den liebenden Vater, der alles für sein Kind tun würde, es aber auch selbst nicht besser weiß. Es ist eine großartige Idee gewesen, John Carpenter als Komponist zu verpflichten. Er kennt sich in dem Genre wirklich aus, hat nicht nur einen fantastischen Titelsong zur "Halloween" Reihe geschaffen, sondern hebt auch "Firestarter" nochmal deutlich an. Es ist außerdem eine gute Idee gewesen, Superhelden und das Horrorgenre zu verbinden.

Andy (Zac Efron) und Charlie (Ryan Kiera Armstrong) in Firestarter
Andy (Zac Efron) und Charlie (Ryan Kiera Armstrong) in Firestarter © Universal Pictures
Jedoch ist das Thema Horror bereits die erste Schwäche. Dieses Werk ist nämlich an keiner Stelle wirklich gruselig und echte Genrefans, die nur die krassesten Dinge schauen, werden hier komplett enttäuscht. Zeitgleich ist er aber wunderbar dafür geeignet, um sich an das Genre langsam heranzutasten und wenn man noch nicht so viel gesehen hat, kann man schon an mancher Stelle zusammenzucken. Neben den beiden genannten Schauspielern sind aber alle viel zu eindimensional, leicht zu vergessen und austauschbar. Sogar der Darstellerin, die die Mutter des Mädchens spielt, glaubt man nicht an einer Stelle eine wirkliche Verbindung oder dass sie sie wirklich lieben bzw. hassen würde. Sie war einfach im selben Raum wie ihre Tochter und mehr Emotionen gab es da nicht. Man hat keine Sympathie zu den Figuren und schafft es nicht einen Draht aufzubauen. Man sitzt einfach nur vor der Leinwand und betrachtet es, ist aber nie wirklich gedanklich oder emotional im Geschehen drin. Es interessiert einen nicht, wenn gewisse Personen sterben und er endet einfach gefühlt bei einem gewissen Punkt. Einem Punkt, wo man sich so wenig für interessiert, dass man nicht mal die Motivation verspürt länger darüber nachzudenken. Er wirkte die ganze Zeit so, als würde er sich zurücknehmen, mit Horror, Brutalität und Leichen, würde dann im Finale komplett frei drehen und sich dennoch die gesamte Zeit nicht das trauen, was definitiv möglich gewesen wäre. Um beim Thema zu bleiben, wirkte es so als würde man die ganze Zeit auf Sparflamme brennen. Man hofft auf die große Explosion, doch diese kommt nicht und die Effekte, die dafür genutzt bzw. nicht genutzt werden, sehen nicht so aus, wie man sie sich im Jahr 2022 wünschen würde. Das hat man in den letzten Jahren, bei anderen Remakes seiner Bücher deutlich besser hinbekommen. Man freut sich über die recht kurze Laufzeit und wird am Ende feststellen, das wirkte doch sehr viel länger.

Fazit:
Firestarter ist genau das was man sich erwartet, nur in einer scheinbaren Light Version. Er brennt auf Sparflamme und kommt an keiner Stelle darüber hinaus. Er ist nicht komplett schlecht, aber zeitgleich so egal, dass er keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Passenderweise sagt man im Film den Satz 'Das habe ich auf Netflix gesehen' und genauso wirkt auch er. Er ist das, was man normalerweise auf der Streamingseite schauen würde oder was vor ein paar Jahren Direct to DVD erschienen wäre. Er hat nämlich nicht die Qualität eines Kinofilms und wird der Leinwand auch nicht ganz gerecht.
by Peter Brauer

Bilder © Universal Pictures Intl.