Findet Dorie

Finding Dory (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Animation / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Findet Dorie Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Mit Disney•Pixars FINDET DORIE kehrt Publikumsliebling Dorie auf die Leinwand zurück. Die blaue Paletten-Doktorfisch-Dame ohne Kurzzeitgedächtnis lebt inzwischen glücklich und zufrieden mit Nemo und Marlin im Korallenriff, als sie einen Geistesblitz hat: Irgendwo da draußen müsste doch ihre Familie sein, die vielleicht längst nach ihr sucht. Und so startet Dorie mit Marlin und Nemo in das größte Abenteuer ihres Lebens, das sie durch den Ozean bis zum berühmten Meeresbiologischen Institut in Kalifornien mit seinem Aquarium und seiner Rettungsstation für Meerestiere führt.
Bei der Suche nach ihren Eltern bekommt Dorie Unterstützung von den schillerndsten Persönlichkeiten des Instituts: Da ist der mürrische Oktopus Hank, der nur noch sieben Tentakel hat, den Wärtern aber dennoch regelmäßig durchs Netz geht. Beluga Bailey glaubt, dass sein Echolot kaputt ist, und Walhai Destiny ist extrem kurzsichtig. Trotz gewisser Handicaps wachsen Dorie und ihre Freunde bei ihren geschickten Manövern durch das komplizierte Innenleben des Instituts über sich hinaus und entdecken die magische Kraft von Freundschaft und Familie.




Findet Dorie - Trailer




DVD und Blu-ray | Findet Dorie

Blu-ray
Findet Dorie Findet Dorie
Blu-ray Start:
16.02.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
Findet Dorie (3D Blu-ray) Findet Dorie (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
16.02.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.
DVD
Findet Dorie Findet Dorie
DVD Start:
16.02.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 93 min.

Filmkritik Findet Dorie

Filmwertung: | 8/10


Mit „Findet Nemo“ gelang den brillanten Köpfen von Pixar im Jahr 2003 ein moderner Animationsklassiker, der dem Studio einen Oscar und einen riesigen finanziellen Erfolg einbrachte. Ganze 13 Jahre hat es schließlich gebraucht, bis Regisseur Andrew Stanton und sein Team dem allseits beliebten Film eine Fortsetzung schenkten. Findet Dorie SzenenbildHeraus gekommen ist ein überaus rasanter, sehr witziger und oft auch sehr berührender Film mit einem großen, pochenden Herz, der mit den für Pixar typischen geistreichen Einfällen punktet. Ohne Schwächen ist „Findet Dorie“ zwar nicht, gerade was den erzählerisch überraschend holprigen dritten Akt angeht, dennoch ist auch der 17. Film des kalifornischen Studios ein großer Erfolg in Sachen liebevollem Unterhaltungskino auf höchstem kreativem und technischem Niveau. Nachdem der Film schon überall auf dem Globus erschienen und in den USA sogar der erfolgreichste Film des Jahres ist, kommt der neueste Pixar-Streich nun endlich auch in Deutschland ins Kino.

„Findet Dorie“ spinnt, wie es der Titel schon andeutet, nicht einfach nur die Geschichte um das Clownfisch-Vater-Sohn-Gespann Merlin und Nemo weiter, sondern setzt seinen Fokus auf das Paletten-Doktorfisch-Weibchen Dorie (im Original brillant gesprochen von Ellen DeGeneres, in dr deutschen Version von Anke Engelke). Der Film setzt nicht lange nach den Ereignissen von „Findet Nemo“ ein, Dorie leidet natürlich immer noch an ihrem schwachen Kurzzeitgedächtnis. Eigentlich ist der Titel des Films irreführend, denn rein von seiner Erzählperspektive betrachtet, müsste er wohl eher „Findet Dories Eltern“ heißen. Dorie verspürt zu Beginn des Films nämlich plötzlich den massiven Drang, ihre Eltern aufzuspüren, an die sie sich immer wieder in kurzen Gedächtnisfragmenten erinnert. Aufgrund von wenigen vagen Erinnerungen begeben sich sie, Nemo und ein zunächst widerwilliger Merlin auf die Reise nach Kalifornien, wo Dorie in einem großen Meereskunde-Institut landen, in dem sie scheinbar ihre Wurzeln hat. Mithilfe der beiden Clownfische, dem griesgrämigen siebenarmigen Oktopus Hank, der kurzsichtigen Walhai-Dame Destiny und dem Belugawal Bailey versucht sie die Puzzlestücke ihrer Vergangenheit zusammenzusetzen, um endlich mit ihrer Familie wiedervereint zu werden.

Findet Dorie Szenenbild Andrew Stanton und sein Co-Regisseur Angus MacLane erzählen ihren Film auf für Pixar gewohnt rasante und ereignisreiche Weise, sodass hier über die 103-minütige Laufzeit eigentlich kein langweiliger oder uninteressanter Moment aufkommt. Besonders als der Film das Marine Institut erreicht, legt er nochmal einen ordentlichen Zahn zu und wird vor allem durch den Oktopus (oder besser gesagt Septopus) Hank, den heimlichen Star des Films, nochmal kräftig belebt. Dieser versucht wegen traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit nicht etwa wieder in die unendliche Freiheit des Ozeans zurückzukehren, sondern in Dauer-Einzelaufenthalt in ein Aquarium in Cleveland transferiert zu werden. Dorie erhält bei ihrer Ankunft im Meereskunde-Institut ein Etikett, das sie eben genau dafür qualifizieren würde, worauf Hank ganz scharf ist. Er akzeptiert schließlich ihr im Austausch für besagtes Etikett bei ihrer Suche zu helfen. Aus zunächst eigenwilligem Antrieb entwickeln sich dann aber schließlich freundschaftliche Gefühle.

Trotz allem Spaß und zahlreicher einfallsreich und visuell eindrucksvoll umgesetzter Actionsequenzen liegt im Herzen von „Findet Dorie“ eine überaus berührende und manchmal auch schmerzhafte Geschichte, die Stanton und MacLane mit echter Aufrichtigkeit erzählen. In den sehr süßen Rückblenden, bei denen Klein-Dorie schon als Kind unter ihrer Gedächtnisschwäche leidet, kann man dem Film so einen zwar durchaus humorvollen, aber auch ernsthaften Umgang mit Behinderung anmerken. Im Verlauf des Films liefert „Findet Dorie“ natürlich immer wieder vielfältige Gags, die sich auf das fehlende Kurzzeitgedächtnis beziehen, aber es sind gerade die Rückblenden, die auch gerade die ernsthafte Sorge von Dories Eltern darstellen, was paradoxerweise eben sehr menschlich wirkt, auch wenn es hier um sprechende Fische geht. Das Thema körperliche bzw. geistige Schwäche zieht sich wie ein roter Faden durch den Film, sei es der neurotische Hank, dem ein Arm fehlt und der wegen traumatischen Erfahrungen große Angst vor Berührung hat, ein kurzsichtiger Hai, ein Clownfisch, der eine zu kleine Flosse hat oder ein Belugawal, der zunächst glaubt, dass er seine Echoortung nicht nutzen kann. Findet Dorie SzenenbildWie von Pixar gewohnt, sind all diese Figuren überaus lebendig und facettenreich gezeichnet, jeder kriegt seinen Moment und die Erzählung bewegt sich über einige subtil profunde und rührende Momente zu einer überzeugenden Katharsis. Wirklich neu sind die Themen und Botschaften des Films zwar nicht, überzeugend vorgetragen aber allemal.

Jetzt soll man natürlich keineswegs den Eindruck erhalten, dass „Findet Dorie“ eine traurige Angelegenheit ist, denn es gehört bekanntlich auch zu den Stärken von Pixar, ihre Filme tonal überaus ausgewogen und erfüllend zu erzählen. „Findet Dorie“ macht vor allem Spaß und bietet auch richtig viele clevere und sehr, sehr lustige Momente. Echte komische „Scene Stealer“ sind hier die beiden Seelöwen Fluke und Rudder, denen der beste Running Gag des Films gehört, der ganz offensichtlich das Äquivalent der Möwen in „Findet Nemo“ („Meins, meins, meins“) darstellt. Hier bitte auch unbedingt den Abspann abwarten!

Die größte Schwäche von „Findet Dorie“ ist dann wohl sein letzter Akt: Hier zerfasert der Film an manchen Stellen ein wenig und weist erzählerisch nicht die gewohnte Eleganz von Pixar auf. Hier gibt es zahlreiche halsbrecherische und äußerst dynamische, an sich erstklassig inszenierte Sequenzen, die aber auch innerhalb der filmischen Realität hier und da etwas arg übertrieben und weit hergeholt wirken (der Höhepunkt ist dann eine Autoverfolgungsjagd). Findet Dorie SzenenbildGerade Kinder werden in diesen Momenten aber einen Heidenspaß haben. Es ist dem Film hier immer wieder anzumerken, dass die Autoren ein bestimmtes erzählerisches Ziel haben, aber vielleicht nicht die schlüssigsten Ideen haben, wie man dort hinkommt. Man erhält den Eindruck, dass sich im ganzen Film ein paar Zufälle und glückliche Umstände zu viel finden, gegen Ende multiplizieren sich diese „Deus Ex Machina“-Momente aber stark. Letztlich ist das Meckern auf hohem Niveau, denn die dynamische, überaus humorvolle, geistreiche und aufrichtige Inszenierung von „Findet Dorie“ tröstet über solche Schwächen locker hinweg. Angesichts der Rasanz des Films hat man hier auch gar nicht viel Zeit groß darüber nachzudenken. Ein richtiger Triumph ist der Film dann deswegen wohl aber auch nicht.


Fazit:
„Findet Dorie“ ist eine fast durchweg erfüllende Fortsetzung zu Pixars generationenübergreifendem und allseits beliebtem modernen Klassiker „Findet Nemo“, der mit gewohnter Cleverness, stark gezeichneten Figuren, vielen sehr humorvollen, aber auch herzergreifenden Momenten begeistert. Erzählerisch ist der Film allerdings an manchen Stellen für Pixar-Verhältnisse überraschend holprig ausgefallen, was den Spaß aber nur ein wenig trübt.
by

Bilder © Walt Disney