Fahrenheit 11/9

Fahrenheit 11/9 (2018), USA
Laufzeit: - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

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Fahrenheit 11/9 Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Kaum eine Wahl hat die Öffentlichkeit so stark beschäftigt wie die von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als einer der wenigen, die das Ergebnis vorhergesagt haben, offenbart Oscar®-Preisträger Michael Moore die Umstände und Mechanismen, die zur Machtergreifung des umstrittenen Kandidaten geführt haben. Im Fokus seiner Kritik steht dabei nicht nur der Präsident selbst, sondern vor allem auch das Versagen der Demokraten.

Michael Moore, Donald Trump und Barack Obama | mehr Cast & Crew


Fahrenheit 11/9 - Trailer




DVD und Blu-ray | Fahrenheit 11/9

DVD
Fahrenheit 11/9 Fahrenheit 11/9
DVD Start:
26.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

Filmkritik Fahrenheit 11/9

Filmwertung: | 9/10


Die letzten zwei Jahre der amerikanischen Politik waren geprägt von Chaos und Korruption. Seitdem Donald Trump offiziell Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, vergeht kein Tag ohne dass seine Administration in den Nachrichten ist. Sei es der Versuch, Muslime nicht mehr ins Land zu lassen oder die Art und Weise, wie Trump Familien an der Grenze trennt, ohne dass sie je wieder zusammenfinden. Dann gibt es noch die Ermittlungen vom Sonderermittler Robert Mueller, der Verbindungen zwischen Russland und Trump's engsten Vertrauten untersucht und schon so einiges herausgefunden hat. Paul Manafort, Trump's Wahlkampfleiter für eine nicht kurze Zeit, sitzt schon im Gefängnis. Doch die Frage, die sich immer noch jeder stellt, lautet: Wie zur Hölle konnte Donald Trump, ein Reality TV Show-Moderator, der schon seit Jahren in illegalen Sachen verwickelt ist, Präsident der mächtigsten Nation werden? Damit beschäftigt sich Michael Moore's Dokumentation "Fahrenheit 11/9", und zeichnet ein erschreckendes Porträt von Amerika.

Fahrenheit 11/9: Donald Trump
Fahrenheit 11/9: Donald Trump © Midwestern Films LLC All rights reserved
Der Film fackelt nicht lange und fängt mit Ausschnitten vom 7. November an, ein Tag vor den Präsidentschaftswahlen. Jeder Experte in den Median hat Hillary Clinton, die Demokration, schon zur Siegerin erklärt, fast keiner hat Trump Chancen eingeräumt. Wir alle wissen, wie es am Ende ausgegangen ist. Später zeigt dann Moore präzise auf, wie es zu der Niederlage von Hillary Clinton kam. Sie hat die Swing States Wisconsin, Michigan und Pennsylvania verloren, Staaten, die Präsident Obama 2008 und 2012 für sich gewinnen konnte. Für alle, die sich mit US-Politik nicht auskennen: Es gibt Staaten, die stets blau wählen (Demokraten), wie beispielsweise Kalifornien, und dann gibt es Staaten, die stets rot wählen (Republikaner), dazu gehört Oklahoma. In Swing States haben beide Parteien eine gute Chance, den Staat für sich zu entscheiden. Michael Moore's Dokumentation richtet sich ganz klar gegen Trump und die restliche republikanische Partei, scheut sich aber nicht, Kritik an Hillary Clinton und die Demokraten zu äußern. Das wird in dem Moment deutlich, denn Moore zeigt gut auf, dass Hillary lieber damit beschäftigt war, exklusive Spendenveranstaltungen für die Wohlhabenden zu veranstalten, als in diesen Swing States Wahlkampagne zu betreiben. Und obwohl Trump sein Fett abbekommt, wird er von Moore gelobt, denn auch wenn er in seinen Rallies fast nur Lügen verbreitet hat, so war er wenigstens öfter in diese Swing States als Hillary Clinton.
Fahrenheit 11/9: Michael Moore mit Parkland Student David Hogg
Fahrenheit 11/9: Michael Moore mit Parkland Student David Hogg © Midwestern Films LLC All rights reserved
Die Fragen, wie es überhaupt zur Kandidatur von Donald Trump kam, wie er überhaupt gewinnen konnte und warum Hillary Clinton verloren hat, bekommen besonders viel Screen Time. Ein Grund für sein Sieg war auch die Besessenheit der Medien, was Trump angeht. Reporter von den größten Fernsehwar bei jeder Wahlveranstaltung anwesend und Trump hat sie benutzt, um seine Lügen, oder wie andere auch sagen würden, Propaganda, zu verbreiten. Moore macht auch deutlich, wie unterschiedlich Trump und Clinton von den Medien behandelt wurden und dass Sexismus noch ein großes Thema in den USA ist. Sehr viele Journalisten, die im Fernsehen schlecht über Hillary geredet haben, wurden später der sexuellen Belästigung von mehreren Frauen beschuldigt. Trump's konstante rassistische Rhetorik wurde überschattet von der Berichterstattung über Hillary's privaten Emailserver. Die Art und Weise, wie Michael Moore Verbindungen zwischen aktuellen politischen Ereignissen und den Präsidentschaftswahlen erstellt, ist extrem clever und zeigt, dass Moore zu den besten Dokumentarfilmern in Hollywood gehört. Moore fokussiert sich auch auf die Flint-Wasserkrise und verknüpft dabei Rick Snyder's Machtgier mit Trump's Rassismus. Der Film ist wie ein Autounfall, man kann einfach nicht wegsehen. Die Doku springt von einem Thema zu einem anderen, ohne richtigen Abschluss. Das passt aber, man könnte sagen, der Film ist genauso chaotisch wie Trump's geführte Politik.

Fahrenheit 11/9: Alexandria Ocasio Cortez
Fahrenheit 11/9: Alexandria Ocasio Cortez © Midwestern Films LLC All rights reserved
Auch als Nicht-Amerikaner verliert man während dem Film jegliche Hoffnung auf Veränderung. Moore zeichnet ein düsteres Bild von Amerika. Milliardäre bestimmen immer stärker die Politik, wieso sollte normale Bürger also noch wählen gehen? Doch im letzten Drittel schafft es Moore, den Zuschauern wenigstens etwas Optimismus für die Zukunft mitzugeben. Dabei macht er auf die Zukunft der amerikanischen Politik aufmerksam, besonders auf die Klasse der Newcomer, die bei den Midterms (Zwischenwahlen) 2018 gewählt wurden. Denn die sind weiblich und progressiv, und wollen radikale Veränderungen, wie beispielsweise kostenloses College und Gesundheitsfürsorge für jeden Amerikaner. Auch wird der Fokus auf die Lehrerstreiks gelegt, die letztes Jahr Wirbel in den Nachrichten gemacht haben. Denn die Lehrer in West Virginia und Oklahoma haben es geschafft, nach hartem Kampf Gehaltserhöhungen zu bekommen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Busfahrer, die die Kinder täglich in die Schule fahren. Am inspiriendsten sind wohl die Parkland Students. Die Parkland High School in Florida wurde nämlich von einem verrückten Schüler mit einem AR-15 angegriffen, es gab 17 Tote und mehrere verletzte Schüler. Bei solchen Ereignissen sprechen die Republikaner ihr Beileid aus und dann wars das für sie. Waffengesetze kommen für sie nicht infrage, denn sie nehmen alle Geld von der NRA an, die größte Waffenlobby in Amerika. Einige Parkland Schüler haben aber satt, dass sich nach all den Schulmassakern in Amerika nichts ändert, also haben sie beschlossen, dagegen etwas zu tun. Sie haben Demonstrationen organisiert, Republikaner in öffentlichen Debatten fertiggemacht und Jugendliche dazu gebracht, sich für die Zwischenwahlen zu registrieren, und das mit großem Erfolg. Denn die Demokraten haben das Repräsentantenhaus zurückerobert.


Fazit:
Michael Moore's Dokumentation ist ein ganz klarer Aufruf an die Amerikaner, endlich für ihr Land zu kämpfen. Und ein starker Film ist ihm dabei auch gelungen, der von jedem angeschaut werden sollte.
by

Bilder © Weltkino Filmverleih GmbH