Fack ju Göhte

Fack ju Göhte (2013), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Fack ju Göhte Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

FACK JU GÖHTE erzählt von überforderten Lehrern und gestörten Schülern und mischt das Genre Schulkomödie mit derben Sprüchen und pointierten Dialogen neu auf.
Neben Elyas M´Barek ("Türkisch für Anfänger", "Zeiten ändern Dich") runden Karoline Herfurth ("Vincent will mehr", "Im Winter ein Jahr"), Katja Riemann ("Der Verdingbub", Rosenstraße"), Jana Pallaske ("Männerherzen", "Inglourious Basterds") und Alwara Höfels ("Blutzbrüdaz", "Keinohrhasen") den prominenten Lehrkörper ab. In weiteren Rollen sind Max von der Groeben und Jella Haase zu sehen. Produziert wird FACK JU GÖHTE von Lena Schömann und Christian Becker ("Türkisch für Anfänger", "Vorstadtkrokodile").


Elyas M'Barek, Karoline Herfurth und Katja Riemann | mehr Cast & Crew


Fack ju Göhte - Trailer


FACK JU GÖHTE - Offizieller Trailer


DVD und Blu-ray | Fack ju Göhte

Blu-ray
Fack ju Göhte Fack ju Göhte
Blu-ray Start:
08.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Fack ju Göhte Fack ju Göhte
DVD Start:
08.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min.

Filmkritik Fack ju Göhte

Filmwertung: | 7/10


Von 2006 bis 2008 sorgten Elyas M’Barek und Josefine Preuß in insgesamt 52 Episoden der Culture-Clash-Komödie „Türkisch für Anfänger“ für humorvolle Unterhaltung. Als Autor und Regisseur und Bora Dagtekin 2012 seine deutsch-türkische Patchworkfamilie in dem gleichnamigen Kinofilm „Türkisch für Anfänger“ erneut aufeinanderstoßen ließ, amüsierten sich über 2 Millionen Kinobesucher an der neuinterpretierten Familiengeschichte. Nun beweist Bora Dagtekin erneut ein Händchen für gute Unterhaltung. In seiner neuen Komödie „Fack ju Göhte“ rechnet er mit der heutigen Jugend und ihren an den Tag gelegten Sozialverhalten ab.

Elyas M’Barek trifft als ungeschulter Lehrer Zeki Müller, mit seinen unkonventionellen Lehrmethoden genau den richtigen Ton. Wer in seinem ergaunerten Klassenzimmer nicht spurt, wird mit Gegenständen beschmissen. Und wer erst gar nicht zum Unterricht erscheint, wird mit einem Farbkanone beschossen. Was auf dem ersten Blick unmöglich erscheint, flößt den vernachlässigten Schülern Respekt ein. Wenn die Sympathie zwischen Schüler und Lehrer siegt, gelingt der Austausch zwischen den Generationen. Dabei werden die gängigen Klischees der Schüler ausgekostet und teils auf die Spitze getrieben. Natürlich dient die Problemklasse als Paradebeispiel für die heutigen Querdenker und pöbelnden Teenager sowie ihren abhandengekommenen Respekt gegenüber Erwachsenen im Allgemeinen und Autoritätspersonen im Besondern. Wenn sich Uschi Glas als überforderte Lehrerin lieber aus dem Fenster stürzt, anstatt sich den Schülern zu widmen, erscheint dies mehr als verständlich. Dass die Pointen dabei nicht immer gelingen, verzeiht man dem Film aufgrund der Dialogwitze schnell. Die Streitigkeiten zwischen Zeki und der Referentin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) erinnert mitunter an „Türkisch für Anfänger“ wo die Unterschiede zwischen Mann und Frau auch stets humorvoll in Szene gesetzt wurden. Der fokussierte Jugend-Slang, der grammatikalisch völlig unkorrekt ist und sich verbal gelegentlich an der unteren Grenze befindet, entspricht der heutigen Zeit und kann gerade dadurch für Erheiterung sorgen.

Trotz seiner frechen Art und dem äußert derben Umgangston gelingt es dem Film, warmherzige Untertöne zu erzeugen. Schnell wachsen Zeki seine Schüler ans Herz. Und so engagiert er sich letztendlich für sie, um sie aus ihrem sozialen Umfeld zu entreißen und den Schritt in eine sichere Zukunft zu ebnen. Wie schon in der amerikanischen Lehrerkomödie „Bad Teacher“ oder „Das Schwergewicht“ ist auch in der deutschen Variante der Lehrer durchaus kein Vorbild. Gerade erst aus dem Knast entlassen hat Zeki bereits die Laufbahn hinter sich, auf die seine Schüler ungebremst zusteuern. Aber es sind die kleinen Momente, in denen das Fehlverhalten auffällt und zu einer Verhaltensänderung führt. So schafft es Zeki, seine Erfahrungen zu nutzen, um seinen Schülern die Konsequenzen vor Augen zu führen. Wenn er mit ihnen zu einen Klassenausflug aufbricht und ihnen dabei einen Alkoholiker oder Rechtsradikalen vorstellt, sinkt das Niveau des Films zwischenzeitlich ab. Im Gegensatz zu den echten Pädagogen an der Schule, unternimmt er einen Versuch seine Klasse in die rechten Bahnen zu lenken. Die wahren Lehrer haben die Schüler hingegen längst aufgegeben und ihrem Schicksal überlassen, was ein schlechtes Bild auf die heutige Schulpolitik wirft.
Elyas M’Barek („What a Man“) fügt sich perfekt in seine Rolle ein und kann mit seinen derben Ausdrucksweisen und machohaften Allüren glänzen. Karoline Herfurth („Wir sind die Nacht“) als naive Referendarin mit dem Herz am rechten Fleck verleiht dem Film eine rührende Menschlichkeit. Völlig überfordert mit ihrem Beruf, versucht sie alles um ihren Anforderungen gerecht zu werden. Jella Haase als pubertierende Chantal schießt fast in jeder Szene den Vogel ab. Wer sie nicht in Filmen wie „Kriegerin“ oder „König von Deutschland“ gesehen hat, wird ihr glatt das Schandmaul abnehmen.

Fazit: Eine herrlich chaotische Schüler-Lehrer-Komödie, die die Gegenwart skizziert und dabei gekonnt durch den Kakao zieht. Wer sich nicht an der derben Ausdrucksweise der Schüler und dem ehemaligen Knacki stört, wird mit „Fack ju Göhte“ seinen Spaß haben.

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Bilder © Constantin Film