Everything Everywhere All At Once

Everything Everywhere All At Once (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Abenteuer / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Leonine

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Everything Everywhere All At Once Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Waschsalonbesitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, die Wünsche der Kunden bringen sie an ihre Grenzen und die anstehende Steuererklärung wächst ihr komplett über den Kopf. Der Gang zum Finanzamt ist unausweichlich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinandergewirbelt. Raum und Zeit lösen sich auf, und die Menschen um sie herum haben, ebenso wie sie selbst, plötzlich weitere Leben in Parallelwelten. Sie entdeckt, dass das Multiversum real ist und sie auf die Fähigkeiten und das Leben anderer Versionen ihrer selbst zugreifen kann. Das ist auch bitter nötig, denn sie wird mit einer großen, wenn nicht der größtmöglichen Mission betraut: Der Rettung der Welt vor dem unbekannten Bösen.

Michelle Yeoh, Jamie Lee Curtis und Ke Huy Quan | mehr Cast & Crew


Everything Everywhere All At Once - Trailer




DVD und Blu-ray | Everything Everywhere All At Once

Blu-ray
Everything Everywhere All At Once Everything Everywhere All At Once
Blu-ray Start:
12.08.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 140 min.
Everything Everywhere All At Once - Mediabook (4K Ultra HD) Everything Everywhere All At Once - Mediabook (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
12.08.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 140 min.
DVD
Everything Everywhere All At Once Everything Everywhere All At Once
DVD Start:
12.08.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 134 min.

Filmkritik Everything Everywhere All At Once

Filmwertung: | 9/10


Selten war es so schwer eine akkurate Inhaltsangabe zu geben, die nicht zu viel verrät, als bei „Everything Everywhere All at Once“. Es geht um eine aus Asien migrierte Familie, die in den Staaten einen Waschsalon eröffnet haben. Doch es läuft schlecht für die drei und sie müssen zur Sachberaterin ins Finanzamt, welche sich als böse herausstellt. Gleichzeitig hat vor allem die Mutter ein Problem damit, dass ihre Tochter lesbisch ist und irgendwie gibt es auch noch sehr viele Parallelwelten, die ineinander übergreifen. Und am Ende geht alles doch nur um einen schwarzen Bagel. Man wird hineingezogen in eine abstruse, verwirrende und lustige Jagd nach dem Sinn, wenn nichts mehr einen Sinn hat. Wenn man aus dieser Zusammenfassung jetzt nicht ganz schlau wird, ist das nicht so schlimm, denn der Film verlangt einem mental noch viel mehr ab.

Evelyn (Michelle Yeoh) kann auf die Kampftalente ihrer anderen Personifikationen zurückgreifen.
Evelyn (Michelle Yeoh) kann auf die Kampftalente ihrer anderen Personifikationen zurückgreifen. © LEONINE
A24 heißt das Studio hinter dieser Sci-Fi-Abenteuer und das merkt man in jeder Szene. So absurd kann nur A24 sein. Diese haben nämlich mit Filme wie „The Green Knight“, „Hereditary“ und „Midsommar“ bereits bewiesen, welchen Grad von Komplexität und Abstraktion man mit einem Film erreichen kann. Ob hier nun der Animationsfilm „Ratatouille“ oder „2001: Odyssee im Weltraum“ aufs Korn genommen wird oder man sich in einem Universum wiederfindet, in dem alle Finger aus Hotdogs bestehen. Die eigentlich ziemlich auf dem Boden gebliebenen Protagonisten müssen sich in 139 Minuten durch alles durchkämpfen was man sich nur vorstellen kann. Immer dabei ist eine große Prise Witz und ganz viel Herz. Vordergründig geht es, wie der Name schon sagt, um alles, überall und auf einmal. Aber im Kern der Geschichte steht dennoch eine zerrissene Familie, die es auf die Reihe bekommen muss sich wieder zusammenzuraufen, sich zu vergeben und neu zu lieben. Es scheint wie der Fiebertraum einer Pubertierenden, deren Eltern sich gerne scheiden lassen möchten. Auch wenn das nichts mit dem Plot zu tun hat.

Für die Regisseure Dan Kwan und Daniel Scheinert ist dieses Terrain nichts Neues. Sie haben bereits 2016 im Streifen „Swiss Army Man“ bewiesen, dass sie absurde Geschichten lieben und verfilmen können. In diesem spielt Daniel Radcliffe eine Leiche, welche von Paul Dano auf einer einsamen Insel als Schweizer Taschenmesser benutzt wird. Man erkennt ein Muster. Auch die Kameraarbeit von „Swiss Army Man“-Kameramann Larkin Seiple ist wirklich genial. Man erkennt bereits in der allerersten Einstellung das Genie dahinter. Das zieht sich dann so auch durch den ganzen Film. Immer wieder gibt es Einstellungen, die einem den Atem rauben - kreativ, neu und wunderschön.

 Steuerprüferin Deirdre Beaubeirdra (Jamie Lee Curtis) nimmt es sehr genau.
Steuerprüferin Deirdre Beaubeirdra (Jamie Lee Curtis) nimmt es sehr genau. © LEONINE
Es macht einfach Spaß, mal wieder so eine Art von Film zu sehen. Einen Film, den man nicht zwei Minuten nach dem Ansehen wieder vergessen oder verworfen hat, sondern einen Film, der nachwirkt und einem zu denken gibt. Er dürfte so ziemlich der hellste und lustigste „Mindfuck“-Film aller Zeiten sein. Gerade Nolan-Werke, wie „Memento“, „Interstellar“, „Tenet“ oder „Inception“ haben normalerweise diese Wirkung, doch „Everything Everywhere All at Once“ ist dabei einfach offener, bunter, lustiger, größer und doch irgendwie kleiner gehalten.

Fazit:
Über diesen Film wurde im Vorfeld viel getuschelt und viel Wirbel gemacht. Ja sogar „Der Beste Sci-Fi-Film aller Zeiten“ stand im Raum. Letzteres ist er eher nicht, aber „Everything Everywhere All at Once“ ist ein großartiges Werk. Gerade durch die Antithese zwischen allem, was im Universum ist und darüber hinaus und dem kleinen Konflikt einer armen Familie wird dieser Film etwas ganz Besonderes. Die hervorragende Inszenierung und die brillante Kameraarbeit geben ihren Teil dazu. Man muss EEOAO wahrscheinlich mehr als zwei- oder dreimal sehen, um ihn zu verstehen, respektive alle Anspielungen zu sehen, aber das dürfte sich lohnen. Hier und da gibt es ein paar Längen, aber was bleibt ist ein Loch im Kopf und die stetige Frage, was man da gerade gesehen habe. A24 liefert mal wieder ab und beschert uns einen der besten Filme 2022.
by Jan Welsch

Bilder © Leonine


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