Eternals

The Eternals (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Inhalt

Es ist der Beginn einer neuen Ära: Marvel Studios‘ ETERNALS heißt ein neues Superheldenteam im Marvel Cinematic Universe willkommen - eine Gruppe unsterblicher Helden, die seit Tausenden von Jahren im Geheimen auf der Erde lebt. Nun sind sie durch eine unvorhergesehene Tragödie gezwungen, aus dem Verborgenen hervorzutreten und sich gemeinsam gegen die ältesten Feinde der Menschheit zu stellen: Die Deviants.

Richard Madden, Gemma Chan und Angelina Jolie | mehr Cast & Crew


Eternals - Trailer




Filmkritik Eternals

Filmwertung: | 7/10


Seit Anfang November läuft mit "The Eternals" der neueste Marvelfilm in den deutschen Kinos. Es ist nach bereits vier Serien und zwei Kinofilmen nun das siebte Werk in diesem Jahr und tatsächlich nicht das Letzte. Das Jahr dauert noch zwei Monate und wir werden noch zwei Produktionen erhalten. Für die Meisten dürfte das wohl zu viel sein. Echte Fans hätten aber nichts dagegen noch mehr zu bekommen und können kaum fassen, was ihnen für ein wunderbares Jahr geschenkt wurde. Alles lief erfolgreich, beinahe alle Produktionen konnten sich sehen lassen und Disney könnte nicht zufriedener sein. Vor Allem, da sie das größte Marvel Highlight noch nicht veröffentlicht haben und die ganze Welt nur noch auf "Spiderman - No Way Home" wartet. Dieser Film wird ordentlich krachen.

Doch zunächst sind wir erstmal bei "The Eternals". Ein Film den man nur Glück wünschen kann. Ein Film der den Kinogängern kaum egaler sein könnte. Ein Film, der nicht nur einen Helden in den Vordergrund stellt, sondern tatsächlich versucht bis zu Zehn Stück zeitgleich einen gerechten Hintergrund und ausreichend Screentime zu geben. Dabei greift das MCU nicht auf bereits etablierte Figuren zurück, sondern nimmt wirklich nur Welche, die außer den Comiclesern Keiner kennt. Das hat 2014 auch mit den "Guardians of the Galaxy" wunderbar funktioniert. Dann noch einen Cast aus sehr beliebten Namen wie Angelina Jolie, Richard Madden, Kit Harrington, Kumail Nanjiani und Salma Hayek nehmen, sie mit unbekannteren Schauspielern in Szene setzen und Warten was herauskommt und genau das ist die erste Schwäche. Denn der Cast war bis auf Gemma Chan und Richard Madden komplett austauschbar. Dabei war es auch vollkommen egal ob man die Schauspieler nun kannte oder nicht, denn durch das Drehbuch konnten sie sowieso nicht ihre sonstige Qualität beweisen. Da hätte man auch "No Names" einsetzen können. Nur die erwähnten Chan und Madden besaßen gelungene Rollen. Waren ein süßes Päärchen und der Film macht so enorme Lust drauf Madden in Zukunft als neuen Superman (Gibt es bereits sogar eine Anspielung im Film) oder als neuer James Bond zu sehen. Er wirkt nämlich so, als hätte er mit "Game of Thrones" noch lange nicht sein komplettes Potenzial gezeigt. Er bleibt auch der Einzige von den Zehn, den man danach nochmal wieder sehen möchte.

Die Eternals
Die Eternals © Disney/Marvel
Beim Rest interessiert es Einen tatsächlich überhaupt nicht, was in Zukunft aus ihren Figuren wird. Dafür blieben sie einfach viel blass und austauschbar. Ebenfalls ist das kein Film der sein Genre komplett verändern wird. Er besitzt die typische Marvelformel und geht die typischen Abläufe eines Genrevertreters ab. Man weiß sofort wie er sich entwickeln und enden wird und behält damit vollkommen recht. Er besaß keine wirkliche Überraschung und alles konnte man mit einem bloßen "Schulterzucken" hinnehmen. Da das jedoch auch bei den letzten Marvel Filmen nicht anders war, kann man es nicht nur diesem Film als Kontrapunkt zuschreiben. Selbst das vermeintlich große Finale "Endgame" hinterließ bei mir persönlich nur ein stumpfem Zucken und dabei mag ich dieses Franchise und bin immer wieder sehr überrascht, was sich Marvel so alles einfallen lässt. Sie haben tolle Ideen, wunderbare Schauspieler und genug Potenzial für Vieles. Heraus kommt dann aber die immer wieder nur die gleiche "Suppe". Eine die ohne Zweifel Spaß machen kann, nur die Frage ist: Wie lange noch?

Die bekannte Formel nutzt sich nämlich bereits 13 Jahre nach ihrem Beginn immer weiter ab und es wäre schade, wenn Marvel irgendwann den Kinogänger nur noch auf die Nerven gehen würde. Besonders da mit den Filmen und Serien jetzt eine sehr viel größere Masse an Produktionen herauskommt, sodass das noch sehr viel schneller geht. Wenn man also mal inne hält, merkt man schnell dieses deutliche Problem und kann nur hoffen, dass sie irgendwann etwas mehr Risiko eingehen und den Kunden etwas mehr Klasse als Masse geben. Wenn man die Dinge allerdings nicht zu sehr hinterfragt, sondern nur stumpf konsumiert, kann man auch bei diesem 26. Marvel Film seinen Spaß finden. Anders als bei den anderen Titeln ist dieser Film nämlich mutiger und trifft an vielen Stellen untypischere Entscheidungen. Er ist der erste Film mit einer Sexszene. Da sieht man zwar nicht wirklich was und hätten sie damit im Vorfeld nicht so geworben, hätte man es vermutlich nicht mal richtig wahrgenommen. In diesem Marvel Kosmos ist es aber trotzdem etwas Besonderes und noch nie Dagewesenes.

Ebenfalls hat man hier ein schwules Pärchen sehr präsent im Vordergrund. Auch das sollte im Jahre 2021 keine Besonderheit mehr sein. Wenn man sich aber an Josh Gad im Remake von "Die Schöne und das Biest" und die Tatsache, was für eine Schau darum gemacht wurde, erinnert, merkt man wie präsent es ist. Disney ist es wichtig Geld einzunehmen und wenn das nicht auf diese Art funktioniert probieren sie es gar nicht aus und schreiben Figuren eher um, machen sie kleiner und ihre Screentime kürzer und das sollte nicht sein. Gad war damals nämlich nur als rechte Hand des Schurken inszeniert, himmelte ihn in dessen Lied an und durfte am Ende mit einem Mann tanzen. Mehr war da nicht und diesen Film habe so viele Kinos boykottiert. Es ist also mutig, nun bei einem Marvel Film der in der Produktion bestimmt nochmal deutlich teurer war, dieses Päärchen zu inszenieren und man freut sich auch als Kinogänger darüber. Es wird zwar nicht die gewissen Personengruppen in ihrer Denkweise groß verändern, doch ist trotzdem ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Szene aus Eternals
Szene aus Eternals © Disney/Marvel
Hoffentlich in Zukunft mehr und häufiger! Er besitzt auch die erste gehörlose Protagonistin bei Marvel und auch das war wirklich eine tolle Entscheidung. Ihre Schauspielerin Lauren Ridloff ist dabei ebenfalls von dieser Krankheit betroffen und spielt es nicht nur für ihre Figur. Sie ist sehr sympathisch und die dritte Darstellerin, die etwas mehr konnte als der Rest. Dennoch steht sie im "Windschatten" der anderen zwei Genannten. Dieser Film ist also für den Einen sehr angenehm frisch, für den Anderen erzwungene Kunst. Mehr als andere Marvel Filme. Nicht ohne Grund spaltet er nämlich gerade alle möglichen Kritiker. Die Meisten sagen diesem Film so viel Enttäuschung nach und bezeichnen ihn als den wohl schlechtesten Film des Marvel Cinematic Universe. Eine sehr gewagte Behauptung und doch blieb diese Meinung standhaft. Auch die Fans wirkten im Vorfeld von der PR und den Trailern nicht gerade angetan. Auch bei ihnen kamen nicht sehr viele positiven Stimmen heraus. Es ist der erste Film des Franchises, der mit 54% auf Rotten Tomatoes nicht im guten Bereich steht. Im Vergleich hatten die "Guardians of the Galaxy" bei ihrem ersten Auftritt 92% und auch sie kannten davor außer den Comic Lesern Keiner. Auch eher verhasste Namen wie "Captain Marvel", "Age of Ultron", "Thor 2", " IRON-MAN 2", auch der Hulk Film der nicht zum MCU gehört und irgendwie doch stehen mit 79%, 76%, 66%, 72% und 67% über diesem neusten Abenteuer und das muss man wirklich nicht verstehen.

Die Fans wollen immer wieder, dass sich die Filme frisch und kreativ anfühlen, wollen neue Helden, neue Geschichten und mutige Rangehensweisen. Aber jedes Mal, wenn ein Film das dann mit sich bringt, wird er abgestraft. Das Traurige hierbei ist aber, dass der Film dann mieserabel wird, wenn er versucht ein Marvel Film zu sein. Hätte er losgelöst für sich stehen dürfen, hätte der Film von der "Nomadland" Macherin Chloe Zhao deutlich mehr erbringen können. So merkt man, dass das Potenzial da ist und trotzdem verschenkt er es immer wieder an genau diesen Stellen. So bleibt mit "The Eternals" ein langes Drama in einem dafür oftmals sehr untypischen Radius. Superheldenfilme besitzen natürlich auch ernstere Momente, aber dann steht der Humor viel höher als das Drama und das spürt man. Der Film fühlt sich anders an als man es gewohnt ist und es wäre nur zu hoffen, dass Disney in dem Comicuniversum auch mehr solcher emotionalen Filme macht. Helden sind zwar super und spaßig, sie funktionieren aber dann noch viel besser, wenn sie wirklich mal zur Ruhe kommen und über ihre Taten nachdenken. Jeder noch so geniale Held hat nämlich seine Schwächen, nur fallen diese nicht so oft auf. In diesem Film dürfen Schwächen aber auch Schwächen bleiben und als diese so besprochen werden, ohne von einem Witz unterbrochen zu werden. Es hätte zwar auch da gerne noch etwas tiefer gehen können, doch war wirklich schon mehr als sonst. Selbst "Endgame" hat das schlechter gemacht und da kannten wir alle Helden.

Nur aus der Schwäche von Angelina Jolie wurde bisher viel zu wenig gemacht. Mal schauen ob es da in Zukunft noch etwas mehr zu geben wird. Zum Glück kommt der Humor hier aber auch nicht zu kurz und lockert immer wieder die Stimmung auf, ohne eine stumpfe "Witzeparade" zu sein. Der beste Witz war dabei bereits im Trailer vorhanden und handelte von einem gewissen Tisch und der Tatsache, wo er herkommt. Es war eine Situationskomik, die wirklich gelungen war. Zeitgleich gab es aber auch noch einen anderen Witz im Trailer, der auf das MCU bezogen und überhaupt nicht lustig war. Es ging dabei um den Nachfolger von Tony Stark und Steve Rogers. Auch daran erkennt man, dass dem Film seine Herkunft nicht wirklich gut tut. Da hatten es die Guardians ebenfalls deutlich leichter. Sie brachten zwar mit ihrem Humor auch etwas ganz Neues herein, waren aber nicht so ein künstlich angehauchter Film.

Szene aus Eternals
Szene aus Eternals © Disney/Marvel
Durch seine ruhigen Momente dürfte sich der Film für den normalen Blockbuster Besucher viel zu sehr in die Länge ziehen. Er ist eben kein spaßiger, actiongeladener und großer Gute Laune Film, wie 80% der Genrevertreter. Tatsächlich wirkte auch der Synder Cut von "Justice League" mit seiner knackigen vier Stunden Lauflänge deutlich kürzer. Das hätte nicht sein müssen und ist auch der einzige Punkt, wofür dieser Film wirklich etwas kann. Alle anderen Dinge sind eher die Schwächen des gesamten Universums, wo der Film nunmal dazu gehört und nicht nur Seine. Der Film ist auch mit 157 Minuten der zweit längste Film der 26., wo man auch wirklich bis ganz zum Ende sitzen bleiben sollte. Es kommen nämlich zwei Post Credit Scenes, die höchst interessant und wichtig sind. Nur "Endgame" war damals länger und steht mit 182 Minuten noch davor, war aber tatsächlich ebenfalls spürbar kürzer. Bei "Eternals" hätte man locker eine halbe Stunde kürzen und den Film etwas straffen können. 127 Minuten hätten vollkommen ausgereicht und mehr hätte er auch wirklich nicht benötigt.

"The Eternals" ist somit ein Film, den im Vorfeld wohl keiner so wirklich gebraucht hätte. Wieso kommen diese starken Mächte erst jetzt? Wieso haben sie nicht gegen Thanos geholfen? Wo waren sie die ganze Zeit? Diese Fragen hat man im Vorfeld oft gehört. Der Film lässt aber alle Zweifler verstummen und beschert ihnen und allen anderen Kinogängern einen sehr mutigen und andersartigen Marvel Film, der im Kopf bleibt. Er ist zwar spürbar zu lang und hätte auch gerne eine halbe Stunde kürzer sein können, was vorallem in den ersten Szenen klar wird. Da sammelt man das Team ein und als Zuschauer entsteht zwar keine Langweile, der Ein oder Andere könnte dann aber doch schon auf seine Uhr schauen. Etwas geschrafft wäre es besser gewesen. Doch abgesehen davon ist das ein fantastisches Abenteuer, das sich mehr traut als man es aus dem MCU Kosmos gewohnt ist.

Es ist ein Film der ohne Grund von so vielen Leuten abgestraft wird. Er erfindet sein Genre und auch die Marvel Filme nicht komplett neu, aber weiß damit am Besten umzugehen. Die Tatsache, dass es der erste Marvel Film ist wo eine schwules Pärchen, eine Sexszene und auch eine vorkommt, zeigt dass es sich langsam aber sicher entwickelt. Der Film hat viele ernstere und tiefere Momente und wird vorallem dann gut, wenn er sich die Zeit lässt.Er hat besonders einen wunderbaren Schauspieler und man kann nur gespannt drauf sein, was Richard Madden als nächstes Projekt annimmt. Er ist von "Game of Thrones" nun endlich in den Hollywoodfilmen angekommen und hat bestimmt noch nicht sein gesamtes Potenzial präsentiert.

Fazit:
Darüberhinaus ist es auch endlich nochmal ein Film, wo zwar Post Credit Scenes vorkommen, sie aber nicht das einzige Relevante sind. Das war zuletzt bei Venom 2 der Fall. Den Film ignorieren die Fans und alle sprechen nur über die letzte Szene. Dem bleibt dieser Film zum Glück verschont. Man möchte ihn am liebsten nochmal sehen und ist danach einfach nur glücklich über dieses fertige Produkt. Tut euch also bitte selber einen Gefallen und gebt diesem Film mal eine Chance. Er ist anders als die letzten 25. Produktionen, aber bestimmt nicht schlecht.
by Peter Brauer

Bilder © Walt Disney


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